Finanznachrichten

ANALYSE/Chefs der Nahrungsmittelbranche leben derzeit riskant

02.10.2017 - 10:27 Uhr


Von Spencer Jakab

NEW YORK (Dow Jones)--In der Lebensmittelbranche sitzen die CEOs derzeit auf heißen Stühlen. Zuletzt musste Kellogg-Chef John Bryant gehen. Seit 2016 tauschten aber auch schon Nestle, Coca-Cola, Hershey, Hormel, Mondelez und General Mills ihre Spitzenmänner aus.

Noch bis 2015 sah es ganz anders aus. Die Konzerne profitierten von ihrem "Boring is Beautiful"-Appeal. Die Börse elektrisierte die Aussicht auf Übernahmen wie die von Kraft Foods durch H.J. Heinz. Doch derzeit wollen die Aktien der Branche an der Börse einfach nicht zünden.

Von den zehn größten an der Börse notierenden US-Lebensmittelkonzernen schlug sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht einer besser als der S&P 500. Sechs der Konzerne mussten in dieser Zeit niedrigere Umsätze je Aktie hinnehmen als im vorherigen Geschäftsjahr. Ein Grund sind die darniederliegenden Lebensmittelpreise. So ist der US-Verbraucherpreisindex für Lebensmittel seit Frühjahr 2014 praktisch unverändert. Und zudem greifen die Verbraucher inzwischen lieber bei frischeren und gesünderen Nahrungsmitteln zu. Selbst die Supermärkte leiden darunter und reduzieren die Zahl der Konzernmarken in ihrem Sortiment.

Nahrungsmittelfirmen versuchen derzeit, sich an den neuen Trend anzupassen. So kaufte General Mills schon 2014 die auf organische Lebensmittel spezialisierte Annie's. Um tatsächlich etwas zu bewirken, müssen die Konzerne aber erheblich ihre Kosten drücken. Kraft Heinz blies dieses Jahr auch aus Kostengründen einen Übernahmeangriff auf Unilever wieder ab. In der Branche dürften sich die Verweildauern an der Konzernspitze weiter verkürzen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/axw/jhe

(END) Dow Jones Newswires

October 02, 2017 04:27 ET (08:27 GMT)

© 2017 Dow Jones & Company, Inc.

Weiterführende Inhalte

Weiterführende Inhalte