Finanznachrichten

MÄRKTE EUROPA/Stabilisierungstag - Ausschläge bei Einzeltiteln hoch

14.11.2017 - 17:58 Uhr


Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen zeigten sich am Dienstag in engen Grenzen uneinheitlich. Der DAX gab geringfügig um 0,3 Prozent nach auf 13.033 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,5 Prozent auf 3.556 Punkte. Der MDAX zog dagegen um 0,3 Prozent an, TecDAX und SDAX um jeweils 0,9 Prozent. Zum DAX hieß es am Markt, wahrscheinlich sei nun eine Seitwärtsbewegung mit hohen Ausschlägen über dem Montag-Tief bei 12.960 Punkten. Dort hatte der DAX am Montag einen zumindest vorläufigen Boden ausgebildet, nachdem er zuvor innerhalb weniger Tage um gut 560 Punkte zurückgekommen war.

Kaum gestützt wurde die Stimmung von starken deutschen Wachstumszahlen. Das BIP stieg im dritten Quartal um 0,8 Prozent und damit deutlich stärker als die erwarteten 0,6 Prozent. Das trieb allerdings auch den Euro, der auf 1,1770 Dollar anzog und so die Stimmung für die Aktien belastete. Am Anleihenmarkt veränderten sich die Kurse weiterhin nur wenig.

Rohstoff-Titel unter Druck

Die Verliererseite in Europa wurde von den Rohstoff-Titeln angeführt, der Branchenindex fiel um 2,8 Prozent. Auch die Rohstoffe selbst kamen unter Druck. Belastet wurde die Stimmung von einer Prognose der Internationalen Energie-Agentur, nach der die Ölnachfrage schwächer ausfallen wird als bisher erwartet. Zudem preist der US-Anleihenmarkt seit Tagen eine Abschwächung der Wachstumsdynamik in den USA ein.

RWE-Zahlen erfüllen die Erwartungen - Unsicherheitsfaktor Jamaika

Daneben stand immer noch die Berichtssaison im Blick. Trotz Zahlen, die sich im Rahmen der Erwartungen bewegen, verlor die RWE-Aktie 5,6 Prozent. Nach der heftigen Gewinnwarnung von EdF, die zu Wochenbeginn den Versorgersektor belastete, hatten sich Händler zunächst auf eine positive Aktienreaktion eingestellt. Allerdings stellen für RWE die laufenden Koalitionsverhandlungen einen Unsicherheitsfaktor dar. Die Grünen wollen bis 2020 möglichst viele mit Kohle befeuerte Kraftwerke abstellen, damit Deutschland seine ehrgeizigen Klimaziele doch noch erreichen kann.

Infineon stiegen dagegen um 2,7 Prozent. Die Entwicklung in der wichtigen Automotive-Sparte hat zwar enttäuscht - sowohl beim Umsatz als auch bei den Ergebnissen. Allerdings sei dies vornehmlich auf negative Währungseffekte zurückzuführen. Positiv wurde aufgenommen, dass Infineon im neuen Geschäftsjahr das Wachstumstempo halten will. Für das Henkel-Papier wiederum ging es kräftig um 4,3 Prozent nach unten: Der Umsatz hat die Erwartungen nicht erfüllt, genausowenig wie das bereinigte EBIT.

Vodafone erhöhen die Prognose

Mit 5,1 Prozent im Plus zeigten sich Vodafone sehr fest. Dass Vodafone die Prognose erhöhe, habe man nicht auf dem Radar gehabt. "Die Anhebung ist extrem stark, wenn man bedenkt, dass Vodafone nicht überschwänglich bei Prognosen vorgeht." So haben die Briten ihre Schätzung für das organische Wachstum gleich auf 10 Prozent erhöht und damit deutlich über die bisherige Spanne von 4 bis 8 Prozent. Die starke Reaktion des Aktienmarktes zeige zudem, dass der Markt bei den Gewinnmitnahmen seit vergangener Woche übertrieben habe.

Als stark wurden die Zahlen von United Internet (plus 3,5 Prozent) und Drillisch (plus 0,9 Prozent) im Handel bezeichnet. United Internet habe vor allem beim Gewinn noch besser als erwartet abgeschnitten. Gute Beiträge zum Umsatz- und Gewinnwachstum lieferten die neu mitkonsolidierten Drillisch und Strato.

Gewinnwarnungen von Nordex und Centrotec

Sehr negativ, aber wohl zum Teil schon eingepreist, wurden die Zahlen und die gesenkte Prognose von Nordex im Handel aufgenommen. "Nach Vestas hatte man damit schon gerechnet, weil das Branchenprobleme waren", sagte ein Händler. Größter Negativfaktor bei Nordex sei der sehr schwache Auftragseingang. Nordex verloren 3,5 Prozent. Nach einer Gewinnwarnung brachen Centrotec dagegen um knapp 12 Prozent ein. "Das bestätigt die Befürchtungen über zu sehr gehypte Themenmärkte wie effizientere und erneuerbare Energien", sagte ein Händler.

Nach positiven Analystenstimmen rückten Deutsche Pfandbriefbank um 2,3 Prozent vor. Jungheinrich stiegen mit einer Kaufempfehlung durch Warburg um gut 5 Prozent. In Frankreich zogen Vivendi mit einer Kaufempfehlung durch JP Morgan um gut 4 Prozent an.

Im TecDAX markierten Compugroup neue Rekordstände: Sie gewannen gut 6 Prozent auf 55 Euro, nachdem sie bereits am Montag sehr fest auf die Zulassung für die Versorgung von Arztpraxen mit Informationstechnologie zur Patientenverwaltung reagiert hatten.

Bilfinger gewannen 7,4 Prozent. Die Zahlen von Bilfinger für das dritte Quartal seien besser ausgefallen als vom Markt erwartet, hieß es von der DZ Bank. Die leichte Anhebung des Ausblicks sei eine Überraschung angesichts des herausfordernden Marktumfelds.

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Index                      Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                             stand      absolut         in %          seit 
.                                                              Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50              3.556,38       -18,14        -0,5%         +8,1% 
Stoxx-50                   3.139,68       -23,54        -0,7%         +4,3% 
Stoxx-600                    383,86        -2,27        -0,6%         +6,2% 
XETRA-DAX                 13.033,48       -40,94        -0,3%        +13,5% 
FTSE-100 London            7.414,42        -0,76        -0,0%         +3,8% 
CAC-40 Paris               5.315,58       -26,05        -0,5%         +9,3% 
AEX Amsterdam                541,73        -3,70        -0,7%        +12,1% 
ATHEX-20 Athen             1.878,64        +4,29        +0,2%         +7,9% 
BEL-20 Bruessel            3.984,63       -22,94        -0,6%        +10,5% 
BUX Budapest              39.140,44      -113,56        -0,3%        +22,3% 
OMXH-25 Helsinki           3.929,04       -21,68        -0,5%         +6,8% 
ISE NAT. 30 Istanbul     135.154,60     +1895,07        +1,4%        +41,5% 
OMXC-20 Kopenhagen           990,34        -5,48        -0,6%        +12,0% 
PSI 20 Lissabon            5.258,14       +10,52        +0,2%        +12,6% 
IBEX-35 Madrid             9.990,40       -59,50        -0,6%         +6,8% 
FTSE-MIB Mailand          22.297,08      -140,56        -0,6%        +15,9% 
RTS Moskau                 1.136,86       -11,93        -1,0%         -1,3% 
OBX Oslo                     733,02        -4,08        -0,6%        +18,7% 
PX-GLOB  Prag              1.426,37        -0,85        -0,1%        +19,0% 
OMXS-30 Stockholm          1.628,48        -2,03        -0,1%         +7,3% 
WIG-20 Warschau            2.464,35        +9,75        +0,4%        +26,5% 
ATX Wien                   3.360,82       -22,03        -0,7%        +28,4% 
SMI Zuerich                9.130,48       -32,26        -0,4%        +11,1% 
 
DEVISEN              zuletzt          +/- %  Mo, 8:15  Fr, 17.18   % YTD 
EUR/USD               1,1765         +0,98%    1,1651     1,1654  +11,9% 
EUR/JPY               133,49         +0,98%    132,20     132,24   +8,6% 
EUR/CHF               1,1666         +0,48%    1,1609     1,1608   +8,9% 
EUR/GBP               0,8963         +0,80%    0,8892     1,1332   +5,2% 
USD/JPY               113,46         -0,01%    113,47     113,47   -2,9% 
GBP/USD               1,3126         +0,21%    1,3099     1,3208   +6,4% 
 
ROHOEL               zuletzt      VT-Settl.     +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex              55,53          56,76     -2,2%      -1,23   -2,7% 
Brent/ICE              61,90          63,16     -2,0%      -1,26   +5,5% 
 
METALLE              zuletzt         Vortag     +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)         1.278,82       1.278,35     +0,0%      +0,47  +11,1% 
Silber (Spot)          17,02          17,05     -0,2%      -0,03   +6,9% 
Platin (Spot)         925,35         932,50     -0,8%      -7,15   +2,4% 
Kupfer-Future           3,06           3,12     -1,9%      -0,06  +21,1% 
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November 14, 2017 11:58 ET (16:58 GMT)

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