Finanznachrichten

MARKT-AUSBLICK/Goldener Oktober am Aktienmarkt

06.10.2017 - 11:01 Uhr


Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Anlegern winkt ein Goldener Oktober. Nicht etwa in dem Edelmetall, dessen Preis mit der zunehmenden Risikobereitschaft der Anleger nach unten weist. Sondern an den Aktienmärkten - und da besonders auch im DAX. Nach dem drittbesten September des deutschen Leitindexes seit 1965 und dem starken Oktober-Beginn sprechen Marktteilnehmer bereits von einem Goldenen Herbst.

Das Umfeld stimmt. Die Konjunktur läuft gut. Die jüngsten sehr starken Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie und zu ihrem Umsatz dürften am Montag von den Zahlen zur deutschen Industrieproduktion untermauert werden. Die Renditen bleiben trotzdem vergleichsweise niedrig, weil die Europäische Zentralbank weiter Anleihen kauft. Und im Euro-Dollar arbeitet das Verkaufssignal, ausgebildet in Form einer Kopf-Schulter-Umkehr, die auf Ziele in der Gegend von 1,15 Dollar für den Euro hinweist.

Das geradezu idealtypische Umfeld dürfte also auch in der kommenden Woche die Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt vorantreiben. Der DAX dürfte sich über der 13.000er Marke festsetzen und seine Gewinne ausbauen. Von daher winkt ein Goldener Oktober. Für ein Erntedankfest dürfte es dagegen noch zu früh sein. Mit Blick auf ein solches richtet sich das Interesse derzeit besonders auf den K- oder Kurs-DAX.

KDAX am big point

Im Unterschied zum normalen Performance-DAX enthält der KDAX keine Dividenden. Er ist damit viel besser mit dem Euro-Stoxx-50-, dem Dow-Jones- oder dem S&P-500-Index vergleichbar als der Performance-Index. Denn auch die meisten großen ausländischen Indizes sind Kurs-Indizes.

Während des Technologiehypes Anfang 2000 war der KDAX erstmals über die 6.000er Marke gestiegen, ohne dass er diese nachhaltig überwinden konnte. Weitere Attacken scheiterten 2015 und im Juni dieses Jahres. Damit liegt der KDAX seit über 17 Jahren in einer großen Seitwärtsbewegung unterhalb seines Widerstandsbereichs zwischen 6.200 und 6.350 Punkten.

Aktuell steht der KDAX bei 6.150 Punkten. Sollte der KDAX auch nun wieder an dem Widerstandsbereich scheitern, wäre die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen. Ein Überwinden leitete dagegen aus technischer Sicht eine Phase der Neubewertung ein - mit einem Aufwärtspotenzial von 10 bis 20 Prozent, möglicherweise sogar auf 8.000 Punkte, wie technische Analysten meinen. Für den normalen Performance-DAX wären dann Stände weit oberhalb der 14.000er Marke zu erwarten.

Risiken auf geopolitischer Seite

Natürlich sollten an dieser Stelle auch die Risiken nicht vergessen werden. Sie drohen vor allem von geopolitischer Seite, wie Robert Greil, Anlagestratege von Merck Finck Privatbankiers, betont. Im Blick steht hier nach wie vor die Katalonien-Krise. Zu einem der Treiber der Börsen könnte nach Ansicht Greils dagegen die Berichtssaison in den USA werden. In der kommenden Woche stehen vor allem die Banken im Blick mit den Geschäftszahlen von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo.

Auf der Makroseite könnte das Fed-Protokoll am Mittwochabend noch einmal aufzeigen, dass die US-Notenbank bei der Normalisierung der Geldpolitik behutsam und vorsichtig vorgehen will. Daneben rückt der Freitag in den Blick, mit US-Einzelhandelsumsätzen, US-Verbraucherpreisen und dem Michigan-Index für das Verbrauchervertrauen.

Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

DJG/hru/flf

(END) Dow Jones Newswires

October 06, 2017 05:01 ET (09:01 GMT)

© 2017 Dow Jones & Company, Inc.

Weiterführende Inhalte

Weiterführende Inhalte