Finanznachrichten

MORNING BRIEFING - USA/Asien

07.12.2018 - 07:59 Uhr


Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Der US-Arbeitsmarkt zeigt weiter Stärke. Ökonomen rechnen für November mit einem Zuwachs von 198.000 zusätzlichen Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Im Oktober waren 250.000 Stellen hinzugekommen. Für die Arbeitslosenquote wird ein stabiler Stand von 3,7 Prozent vorhergesagt und für die Stundenlöhne ein Plus von 0,3 Prozent. Der hohe Oktober-Wert erklärt sich für die Volkswirte der Berliner Sparkasse durch Aufholeffekte nach dem Wirbelsturm Florence. Im Trend verlaufe der Stellenaufbau nun eher etwas langsamer als noch im ersten Halbjahr. Sie erwarten für November nur einen Zuwachs von 160.000 Jobs. Einschlägige Umfragesalden von ISM oder NFIB zeigten eine nicht mehr ganz so stark ausgeprägte Einstellungsbereitschaft. Auch die Zahl neuer offener Stellen wachse wesentlich langsamer. Die Ökonomen der Deka verweisen auf die sehr gute Entwicklung des Arbeitsmarkts in diesem Jahr, wobei das Jobwachstum mit durchschnittlich 200.000 pro Monat sogar noch höher war als im vergangenen Jahr. "Eine solche Beschleunigung in der zyklischen Spätphase eines Aufschwungs ist ungewöhnlich und dürfte auch mit den zu Jahresanfang verringerten Steuersätzen im Zusammenhang stehen", urteilen die Experten. Sie rechnen mit einem Plus von 180.000 Jobs. Die Lohnentwicklung in den USA erregte zuletzt besondere Aufmerksamkeit, als die Stundenlöhne im Oktober mit einer Jahresrate von über 3 Prozent zulegten. Nach sehr langer Verzögerung scheinen die Löhne jetzt doch auf die angespannte Lage am Arbeitsmarkt zu reagieren. Im November erwartet die Commerzbank erneut ein kräftiges Lohnplus von 0,3 Prozent zum Vormonat, die Vorjahresrate könnte damit auf 3,2 Prozent steigen.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

-US 
    14:30 Arbeitsmarktdaten November 
          Beschäftigung ex Agrar 
          PROGNOSE: +198.000 gg Vm 
          zuvor:    +250.000 gg Vm 
          Arbeitslosenquote 
          PROGNOSE: 3,7% 
          zuvor:    3,7% 
          durchschnittliche Stundenlöhne 
          PROGNOSE: +0,30% gg Vm 
          zuvor:    +0,18% gg Vm 
 
    16:00 Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan 
          Dezember (1. Umfrage) 
          PROGNOSE: 97,0 
          zuvor:    97,5

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                   Stand   +/- % 
S&P-500-Future       2.688,20  -0,11% 
Nikkei-225          21.678,68  +0,82% 
Hang-Seng-Index     26.132,56  -0,09% 
Kospi                2.075,76  +0,34% 
Schanghai-Composite  2.603,98  -0,05% 
S&P/ASX 200          5.681,50  +0,42%

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Nach einer zweitägigen Talfahrt stabilisieren sich die Börsen in Asien und Australien. Gestützt wird die Stimmung von der Kursentwicklung in den USA. Dort hatten sich die Börsen im späten Handel kräftig von den Tagestiefs erholt und damit den Schock um die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou weitgehend weggesteckt. Zwar lässt der US-chinesische Handelsstreit die Anleger weiter nicht los, doch verschiebt sich der Fokus zunächst auf die US-Geldpolitik. Von dort gab es taubenhafte Signale, die auch an den asiatischen Börsen wirken. Der Fed-Präsident von Atlanta, Raphael Bostic, signalisierte zwar, dass die Fed die Zinsen weiter erhöhen sollte, sieht die Zinsen mittlerweile aber auch in "Rufweite" eines neutralen Niveaus. Dies weckt Spekulationen auf eine nur noch moderate Straffung der Geldpolitik 2019, was günstig für Aktien ist. In Tokio baute die Börse die Gewinne im Sitzungsverlauf aus, befeuert vom Devisenmarkt. Denn parallel zu den steigenden Aktiengewinnen gab der Yen nach. Die chinesischen Börsen hinken der regionalen Entwicklung hinterher. Die Huawei-Schlagzeilen seien noch nicht abgeschüttelt, heißt es. Volkswirte sprechen zudem von drastischem strukturellem Gegenwind für die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Unter Druck stehen in China Pharmawerte aufgrund von Preissenkungen für Pharmaprodukte. In Südkorea legt der Kospi zu. Die Exporte dürften im laufenden Jahr erstmals die Marke von 600 Milliarden US-Dollar knacken. Unter den Einzelaktien steigen BYD in Hongkong um 2,6 Prozent. Der Automobilhersteller verdoppelte den Absatz mit alternativen Antrieben.

US-NACHBÖRSE

Broadcom sind um 5,2 Prozent nach Vorlage von Viertquartalszahlen gestiegen. Das Unternehmen meldete einen Nettogewinn von 1,12 Milliarden Dollar, verglichen mit 532 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 erwartet das Unternehmen ein weiteres Jahr mit zweistelligem Umsatzwachstum. Outdoor Brands sprangen um 15,4 Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Wall Street übertroffen hatte. Domo kletterten um 19,6 Prozent. Das Cloud-IT-Unternehmen hatte Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, wobei Ergebnis und Ausblick die Erwartungen übertroffen hatten. Ulta Beauty gaben 5,1 Prozent nach, nachdem das Kosmetikunternehmen Drittquartalszahlen vorgelegt und ein schwächeres Weihnachtsgeschäft erwartet hatte.

WALL STREET

INDEX                zuletzt      +/- %      absolut  +/- % YTD 
DJIA               24.947,67      -0,32       -79,40       0,92 
S&P-500             2.695,95      -0,15        -4,11       0,84 
Nasdaq-Comp.        7.188,26       0,42        29,83       4,13 
Nasdaq-100          6.838,85       0,64        43,64       6,92 
 
                                Vortag 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,280 Mrd  1,128 Mrd 
Gewinner                 1.164        498 
Verlierer                1.847      2.543 
Unverändert                 67         39

Uneinheitlich - Nach einer zunächst sehr schwachen Tendenz erholten sich die Kurse im Tagesverlauf fast komplett wieder von den Tiefs und schlossen nahe den Tageshochs. Die Nasdaq-Indizes drehten sogar ins Plus. Die Erholung setzte ein, nachdem Repräsentanten der US-Notenbank laut einem Bericht des Wall Street Journal erwägen, eine neue Grundhaltung des "Abwartens" einzunehmen. Dies weckte die Hoffnung auf eine nur moderate Straffung im kommenden Jahr. Zunächst hatten Sorgen um eine weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China stark auf die Kurse gedrückt nach der Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei in Kanada auf Betreiben der USA. Dies dürfte eine Einigung im Handelsstret beträchtlich gefährden, so die Sorge am Markt. Verkauft wurden mit Blick auf die gedämpften Zinserhöhungserwartungen Bankwerte, deren Index 1,8 Prozent einbüßte. Der Index der Energiebranche sank angesichts erneut schwacher Ölpreise ebenso stark. Daneben schwächelten besonders Auto- und Rohstoffaktien. Am besten schnitten Medien-, Einzelhandels- und Lebensmittelwerte ab. Für Hewlett Packard ging es nach der Vorlage besser als gedacht ausgefallener Geschäftszahlen um 6,3 Prozent nach oben.

US-ANLEIHEN

Laufzeit             Rendite   Bp zu VT   Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre                 2,74       -8,2         2,82      154,0 
5 Jahre                 2,74       -7,8         2,82       81,7 
7 Jahre                 2,81       -7,7         2,88       56,0 
10 Jahre                2,88       -8,3         2,96       43,4 
30 Jahre                3,15       -8,2         3,23        8,3

US-Anlehen waren als vermeintlich sicherer Hafen gesucht im stark eingetrübten Stimmungsunmfeld und mit der Spekulation auf ein nachlassendens Zinserhöhungstempo. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere sank um 8,3 Basispunkte auf 2,88 Prozent. Die Differenz zwischen der Zwei- und der Zehnjahresrendite verengte sich aber nicht weiter, weil auch die Zweijähresrendite in ähnlichem Umfang zurückfiel. Eine inverse Zinsstruktur gilt als Vorbote einer möglichen Rezession und hatte am Dienstag am Aktienmarkt für massive Verluste gesorgt.

DEVISEN

DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Do, 9:30 Uhr  % YTD 
EUR/USD   1,1372  -0,0%   1,1377        1,1325  -5,4% 
EUR/JPY   128,29  +0,0%   128,24        128,00  -5,2% 
EUR/GBP   0,8905  +0,0%   0,8903        0,8913  +0,2% 
GBP/USD   1,2770  -0,1%   1,2782        1,2706  -5,6% 
USD/JPY   112,82  +0,1%   112,73        113,02  +0,2% 
USD/KRW  1120,34  +0,1%  1119,65       1118,40  +5,0% 
USD/CNY   6,8754  -0,1%   6,8827        6,8843  +5,7% 
USD/CNH   6,8774  -0,0%   6,8792        6,8842  +5,6% 
USD/HKD   7,8132  +0,0%   7,8114        7,8151  -0,0% 
AUD/USD   0,7221  -0,1%   0,7230        0,7225  -7,6% 
NZD/USD   0,6876  -0,0%   0,6878        0,6872  -3,1%

Der als Fluchtwährung geltende Yen war zunächst gegenüber dem Dollar gesucht. Der US-Dollar rutschte im Tagestief bis auf 112,22 Yen nach Wechselkursen klar über der Marke von 113 am Vorabend. Im späten Geschäft erholte sich der Dollar auf 112,68 Yen. Der Dollar gab zudem nach etwas schwächer als gedacht ausgefallenen ADP-Arbeitsmarktzahlen auch zum Euro nach. Im Gegenzug stieg dieser bis auf das Tageshoch von 1,1413 Dollar, gab dann aber wieder auf 1,1383 nach.

++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         50,98      51,49  -1,0%    -0,51  -11,7% 
Brent/ICE         59,43      60,06  -1,0%    -0,63   -5,6%

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