Finanznachrichten

MÄRKTE EUROPA/Erleichterung über "Irma" stützt

11.09.2017 - 18:17 Uhr


Von Manuel Priego Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Entspannung rund um Wirbelsturm "Irma" sowie Nordkorea haben Europas Börsen zu Wochenbeginn gestützt. Der Hurrikan verlor nicht nur an Kraft, sondern nahm auch geographisch einen günstigeren Verlauf. Die Schäden dürften mithin geringer ausfallen als befürchtet. Zugleich kam es am Wochenende zu keinem neuen Raketentest in Nordkorea. Zum Jahrestag der Staatsgründung Nordkoreas am Samstag war ein erneuter Raketenstart und damit eine weitere Provokation befürchtet worden. Hilfreich an den Börsen wirkte auch ein nachgebender Euro.

Der DAX gewann 1,4 Prozent auf 12.475 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es ebenfalls 1,4 Prozent auf 3.495 Zähler nach oben. An der Börse Madrid ging es mit den Kursen sogar um 1,9 Prozent nach oben. Die Großdemonstrationen im Vorfeld des katalanischen Unabhängigkeitsreferendums am 1. Oktober schien Anleger nicht zu verschrecken. Das spanische Verfassungsgericht hatte das von der katalanischen Regierung initiierte Referendum bereits in der vergangenen Woche für verfassungswidrig erklärt. Dennoch wollen die Verantwortlichen daran festhalten. Die spanische Justiz ermittelt in der Zwischenzeit gegen eine Reihe von Mitgliedern der katalanischen Regierung.

Am Devisenmarkt verbilligte sich der Euro auf 1,1965 Dollar, was die Stimmung an den Börsen zusätzlich stützte. Allerdings wird eine steigende Einheitswährung von vielen Anlegern nicht mehr als Grund gesehen, warum es mit den Notierungen an den Aktienmärkten nicht weiter nach oben gehen soll. Vielmehr sei der steigende Euro ein Zeichen für die wirtschaftliche Gesundung der Eurozone. Aktienstrategen gehen zunehmend davon aus, dass das zusätzliche Wachstum die Euro-Stärke ausgleichen wird. Daneben werden die hiesigen Börsen mit einem steigenden Euro für nicht-europäische Anleger noch attraktiver.

Rückversicherer klare Tagessieger

Versicherer und Rückversicherer führten die Gewinnerliste an. Der Branchenindex stieg um 2,3 Prozent. Die Aktien stiegen nicht nur wegen "Irma", sondern auch wegen der Erwartung, dass die Prämien der Rückversicherer bei der kommenden Erneuerungsrunde nicht sinken werden. Für die Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2018 geht beispielsweise Hannover Rück trotz des Überangebots von stabilen Preisen und Konditionen aus, wie das Unternehmen anlässlich des Branchentreffens in Monte Carlo mitteilte. Munich Re gewannen 4,1 Prozent, Allianz 2,1 Prozent und Swiss Re 4,3 Prozent. Für Hannover Rück ging es gleich 5,4 Prozent nach oben.

Die Pharmabranche stand im Blick des Marktes mit neuen Studienergebnissen und einer Konferenz bei Morgan Stanley in New York. Deutlich nach oben ging es mit Astrazeneca, nachdem der Konzern zwei positive Studienergebnisse für Lungenkrebsmedikamente veröffentlicht hatte. Astrazeneca gewannen 3,3 Prozent. Bei Roche hat dagegen nach einem Augenmedikament nun auch ein Hautkrebsmedikament gefloppt. Der Kurs fiel um 2 Prozent.

IAA in Frankfurt beginnt

Der Automobilsektor sorgte mit der beginnenden Automesse IAA für Gesprächsstoff, auch wenn die Aktien der Autohersteller zu Wochenbeginn etwas gemächlicher anzogen. Die Anbieter integrierter Systeme für die Elektromobilität und das autonome Fahren könnten zu den Gewinnern der IAA werden, hieß es im Handel. Die Bedeutung der Zulieferer nehme deutlich zu, so ein Händler. Bereits stark im Markt vertreten seien Infineon, Valeo und Continental. VW gewannen 0,5 Prozent und BMW 0,4 Prozent.

Daimler verloren dagegen 0,3 Prozent. "Die Aussagen vom Kapitalmarkttag von Mercedes-Benz ernüchtern etwas", sagte ein Händler. Zum einen sei zur Aufspaltung nichts Neues gekommen, nachdem die Spekulationen dazu den Kurs in der vergangenen Woche stark angetrieben hatten. Daneben könnte die Umstellung auf Elektromobiliät je nach Tempo die Margen belasten. "Nach der Euphorie der vergangenen Woche haben nun Gewinnmitnahmen eingesetzt", hieß es.

Paragon schossen um weitere 4,9 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat den Börsengang der Elektromobilitätstochter Voltabox für den Herbst ins Auge gefasst. "Entsprechende Spekulationen haben den Kurs schon stark getrieben - um gut 30 Prozent seit Anfang August", sagte ein Händler. Der Aufwärtstrend der Aktie sei aber stark und intakt. Paragon erhofft sich von dem Schritt einen Wachstumsschub für das Unternehmen, das Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis entwickelt und herstellt.

AR-Sitzung bei Thyssenkrupp verschoben

Thyssenkrupp gewannen 1,4 Prozent. Der Stahlkonzern hat die ursprünglich für Dienstag geplante Aufsichtsratssitzung verschoben. Hintergrund seien Fortschritte in den Fusionsverhandlungen im Stahlgeschäft mit Tata Steel. Diese verliefen konstruktiv und befänden sich auf der Zielgerade, so Thyssenkrupp. Zuvor hatte Tata von den Aufsichtsbehörden grünes Licht für die Trennung ihrer Pensionsverpflichtungen von den Stahlaktivitäten in Großbritannien erhalten. Die Pensionsverpflichtungen galten lange als Stolperstein einer Fusion.

Aixtron haussierten zu Wochenbeginn mit Aufschlägen von 11,6 Prozent auf 10,83 Euro. Impulsgeber am Montag war eine Kaufempfehlung von Oddo mit Kursziel 11,50 Euro. Ein Händler merkte aber an, dass bereits seit geraumer Zeit "sehr starkes Kaufinteresse" in der Aktie auszumachen sei.

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Index                   Schluss-  Entwicklung   Entwicklung  Entwicklung 
                          stand       absolut          in %         seit 
                                                            Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50           3.495,19       +47,50         +1,4%        +6,2% 
Stoxx-50                3.089,67       +31,22         +1,0%        +2,6% 
Stoxx-600                 379,43        +3,92         +1,0%        +5,0% 
XETRA-DAX              12.475,24      +171,26         +1,4%        +8,7% 
FTSE-100 London         7.413,59       +35,99         +0,5%        +3,8% 
CAC-40 Paris            5.176,71       +63,23         +1,2%        +6,5% 
AEX Amsterdam             523,96        +5,15         +1,0%        +8,4% 
ATHEX-20 Athen          2.121,24        +7,06         +0,3%       +21,9% 
BEL-20 Brüssel          3.977,54       +39,31         +1,0%       +10,3% 
BUX Budapest           37.895,85      +299,10         +0,8%       +18,4% 
OMXH-25 Helsinki        3.925,42       +42,16         +1,1%        +6,7% 
ISE NAT. 30 Istanbul  134.057,53     +1188,04         +0,9%       +40,4% 
OMXC-20 Kopenhagen      1.023,06        +9,94         +1,0%       +15,7% 
PSI 20 Lissabon         5.101,67        +5,55         +0,1%        +9,2% 
IBEX-35 Madrid         10.322,60      +193,00         +1,9%       +10,4% 
FTSE-MIB Mailand       22.134,11      +357,45         +1,6%       +15,1% 
RTS Moskau              1.126,74        +7,13         +0,6%        -2,2% 
OBX Oslo                  682,47        +6,70         +1,0%       +10,5% 
PX-GLOB  Prag           1.341,67        +3,48         +0,3%       +12,0% 
OMXS-30 Stockholm       1.572,16       +19,85         +1,3%        +3,6% 
WIG-20 Warschau         2.513,44       +29,86         +1,2%       +29,0% 
ATX Wien                3.260,54       +30,21         +0,9%       +24,5% 
SMI Zürich              8.982,23       +70,18         +0,8%        +9,3% 
 
DEVISEN         zuletzt      +/- %  Mo, 8:51  Fr, 17:26   % YTD 
EUR/USD          1,1960     -0,39%    1,2006     1,2030  +13,7% 
EUR/JPY          130,50     +0,14%    130,31     129,69   +6,2% 
EUR/CHF          1,1407     -0,03%    1,1411     1,1389   +6,5% 
EUR/GBP          0,9078     -0,27%    0,9102     1,0963   +6,5% 
USD/JPY          109,12     +0,54%    108,54     107,79   -6,7% 
GBP/USD          1,3175     -0,12%    1,3191     1,3190   +6,8% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.     +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         48,12      47,48     +1,3%       0,64  -15,6% 
Brent/ICE         53,80      53,78     +0,0%       0,02   -8,4% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag     +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.332,83   1.346,70     -1,0%     -13,87  +15,8% 
Silber (Spot)     17,88      17,97     -0,5%      -0,09  +12,3% 
Platin (Spot)    996,20   1.008,40     -1,2%     -12,20  +10,3% 
Kupfer-Future      3,05       3,02     +1,0%      +0,03  +21,0% 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

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September 11, 2017 12:17 ET (16:17 GMT)

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