Finanznachrichten

MÄRKTE EUROPA/Leichter ins Wochenende - Anheuser-Busch mit IPO-Plan gefragt

11.01.2019 - 18:19 Uhr


FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Börsen ist es am Freitag zu leichten Gewinnmitnahmen gekommen. Die Anleger nähmen Geld vom Tisch vor der Brexit-Abstimmung im britischen Parlament am Dienstag, sagte ein Händler. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das von Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Paket von den Parlamentariern abgelehnt wird. Wie es danach weitergeht, ist unklar. Allerdings mehren sich die Stimmen, die einen harten Brexit für unwahrscheinlich halten und von einer Verschiebung des EU-Austritts ausgehen. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 10.887 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent auf 3.070 Zähler nach unten.

Am Devisenmarkt legte das britische Pfund nach Aussagen von Außenminister Jeremy Hunt kräftiger zu. Wenn das Parlament die Brexit-Vereinbarung am Dienstag ablehne, könnte der Austritt Großbritanniens aus der EU ganz vom Tisch sein, sagte Hunt sinngemäß. Das Pfund stieg bis Börsenschluss auf 1,2830 Dollar nach Ständen unter 1,2750 im frühen Geschäft. Deutlich unter den Erwartungen ausgefallene Daten zur britischen Industrieproduktion für November spielten keine Rolle. Diese reihten sich ein in zuletzt enttäuschende Daten aus Deutschland und Frankreich.

Anheuser-Busch Inbev erwägt Teil-Börsengang in Asien

Für Anheuser-Busch Inbev ging es 3,7 Prozent nach oben. Laut Medienberichten erwägt der Brauereikonzern einen Teil des Asiengeschäfts an die Börse zu bringen. Wie Bloomberg berichtete, könnte das IPO mehr als 5 Milliarden Dollar in die Kasse der Belgier spülen. Das gesamte Asiengeschäft werde mit rund 70 Milliarden Dollar bewertet. Nach einer zuletzt schwachen Geschäftsentwicklung, vor allem in Schwellenländern, und einer hohen Verschuldung steht AB Inbev unter Druck.

Daneben stand der Zwischenbericht von Richemont im Fokus. Bei dem Luxusgüterhersteller wurde positiv aufgenommen, dass die Gelbwesten-Proteste in Frankreich und die damit erzwungenen Ladenschließungen nicht zu dem befürchteten Verkaufseinbruch geführt haben. Die Muttergesellschaft von Cartier konnte den Umsatz im dritten Quartal um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Auch die China-Erlöse legten deutlich zu, was bei den Anlegern mit Erleichterung zur Kenntnis genommen wurde. Die Aktien stiegen 2,8 Prozent.

Nach langem Suchen hat Flybe endlich einen Käufer gefunden, allerdings gehen die Aktionäre bei dem Deal praktisch leer aus. Ein Konsortium aus Virgin Atlantic, Stobart and Cyrus Capital übernimmt die britische Regionalfluglinie. Flybe soll dann in Zukunft unter dem Namen Virgin Atlantic fliegen und als Zubringer dienen. Die Käufer stellen Flybe 20 Millionen Pfund an Darlehen zur Verfügung, um die Fluggesellschaft am Leben zu erhalten. Flybe brachen um 77,1 Prozent ein.

Autosektor weiter unbeliebt - Kuka warnt schon wieder

Bremsend für die Stimmung unter den Industriewerten wirkte eine erneute Gewinnwarnung von Kuka. Zwar stehe die Aktie seit dem Ausverkauf nach China nicht mehr im Fokus, allerdings könnte der schwächere Ausblick auch auf andere Branchenvertreter übertragen werden, vor allem auf die Großkunden aus der Elektro- und Autoindustrie. Kuka hatte die Prognose für Umsatz und Marge gesenkt und hielt die Ziele für 2020 für nicht mehr realistisch. Ein Händler nannte die Gewinnwarnung "heftig", die Aktien brachen um 4,8 Prozent ein.

Auch für andere Aktien der Autozulieferbranche ging es weiter abwärts. Conti verloren 2,1 Prozent. Nach der Warnung von Osram am Vortag war die Stimmung unverändert schlecht. Gegen den Markt nach oben sprangen aber Hella mit 5 Prozent Plus. Die Geschäftszahlen des Scheinwerferbauers kamen gut an, da der Ausblick bestätigt wurde und man sich im Rahmen der eigenen Prognose bewegte. Osram gaben weitere 0,9 Prozent nach.

Aber auch Automobiltitel selbst waren nicht wohl gelitten: Für Daimler ging es 0,8 Prozent nach unten, BMW verloren 1 Prozent und VW 1,9 Prozent. Nach Aussage der Wolfsburger ist die weitere Entwicklung des wichtigen chinesischen Marktes nur schwer zu prognostizieren. Zugleich wurde gewarnt, dass ein harter Brexit den gesamten Automarkt belastete.

Immobilienaktien hielten sich dagegen gut und profitierten von dem Umfeld fallender Zinsen an den Kapitalmärkten. Vonovia führten mit Aufschlägen von 2,9 Prozent die Gewinnerliste im DAX mit großem Abstand an. Auch andere Aktien aus dem Sektor stiegen: LEG gewannen 1,5 Prozent, Alstria Office 1,3 Prozent oder Deutsche Wohnen 1,7 Prozent.

=== 
Index                   Schluss-  Entwicklung   Entwicklung  Entwicklung 
                          stand       absolut          in %         seit 
                                                            Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50           3.070,04        -5,69         -0,2%        +2,3% 
Stoxx-50                2.832,62        +1,45         +0,1%        +2,6% 
Stoxx-600                 349,20        +0,32         +0,1%        +3,4% 
XETRA-DAX              10.887,46       -34,13         -0,3%        +3,1% 
FTSE-100 London         6.914,48       -28,39         -0,4%        +3,2% 
CAC-40 Paris            4.781,34       -24,31         -0,5%        +1,1% 
AEX Amsterdam             498,65        +0,88         +0,2%        +2,2% 
ATHEX-20 Athen          1.685,49       +19,71         +1,2%        +4,8% 
BEL-20 Brüssel          3.411,73        -1,43         -0,0%        +5,2% 
BUX Budapest           40.886,06       +90,56         +0,2%        +4,5% 
OMXH-25 Helsinki        3.891,11       -10,09         -0,3%        +5,6% 
ISE NAT. 30 Istanbul  115.158,32      +703,67         +0,6%        +0,7% 
OMXC-20 Kopenhagen        932,84        +0,02         +0,0%        +4,6% 
PSI 20 Lissabon         4.923,74       +34,87         +0,7%        +4,8% 
IBEX-35 Madrid          8.877,10       +20,30         +0,2%        +4,0% 
FTSE-MIB Mailand       19.290,09       -10,65         -0,1%        +4,7% 
RTS Moskau              1.148,75        +6,43         +0,6%        +7,8% 
OBX Oslo                  778,87        -0,82         -0,1%        +5,3% 
PX  Prag                1.011,44        -4,26         -0,4%        +2,5% 
OMXS-30 Stockholm       1.465,45        -5,25         -0,4%        +4,0% 
WIG-20 Warschau         2.335,10        -0,21         -0,0%        +2,6% 
ATX Wien                2.903,83       -18,27         -0,6%        +6,5% 
SMI Zürich              8.828,22       +26,74         +0,3%        +4,7% 
 
DEVISEN         zuletzt      +/- %  Fr, 8.16 Uhr  Do, 17.30 Uhr   % YTD 
EUR/USD          1,1482     -0,15%        1,1526         1,1513   +0,2% 
EUR/JPY          124,43     -0,22%        124,95         124,68   -1,0% 
EUR/CHF          1,1282     -0,30%        1,1331         1,1305   +0,2% 
EUR/GBP          0,8939     -0,86%        0,9038         0,9017   -0,7% 
USD/JPY          108,37     -0,07%        108,40         108,33   -1,2% 
GBP/USD          1,2845     +0,72%        1,2753         1,2769   +0,6% 
Bitcoin 
BTC/USD        3.647,50     +0,56%      3.626,12       3.577,38   -1,9% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         51,76      52,59         -1,6%          -0,83  +14,0% 
Brent/ICE         60,74      61,68         -1,5%          -0,94  +12,2% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.289,94   1.286,44         +0,3%          +3,50   +0,6% 
Silber (Spot)     15,64      15,57         +0,5%          +0,07   +0,9% 
Platin (Spot)    814,45     821,50         -0,9%          -7,05   +2,3% 
Kupfer-Future      2,65       2,64         +0,4%          +0,01   +0,7% 
===

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 11, 2019 12:19 ET (17:19 GMT)

© 2019 Dow Jones & Company, Inc.

Weiterführende Inhalte

Weiterführende Inhalte