Finanznachrichten

MÄRKTE ASIEN/Tokio von Vortagesminus erholt - Samsung unter Druck

13.01.2017 - 09:35 Uhr


TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--An den Aktienmärkten in Ostasien und Australien haben sich zum Wochenausklang Gewinner und Verlierer in etwa die Waage gehalten. Die Börse in Tokio erhielt Rückenwind vom nachgebenden Yen, der Nikkei-Index legte um 0,8 Prozent zu auf 19.287 Punkte. In Schanghai ging es dagegen um 0,2 Prozent leicht nach unten auf 3.112 Punkte. Ein stärker als erwartet ausgefallener Exportrückgang Chinas im Dezember habe die Stimmung aber allenfalls leicht belastet, hieß es. In Hongkong legt der Index um ein halbes Prozent zu.

Die Börse in Sydney orientierte sich stärker an den leichteren Vorgaben aus den USA. Der zuletzt auf ein 20-Monatshoch gestiegene S&P/ASX-200 schloss mit einem Abschlag von 0,8 Prozent. Besonders Aktien aus dem Finanzsektor litten dort unter Gewinnmitnahmen. Sie hatten die Trump-Rally seit dessen Wahlsieg angeführt.

Der Aktienmarkt in Südkorea zeigte sich mit moderaten Abgaben nach der Entscheidung der südkoreanischen Notenbank, die Leitzinsen unverändert zu lassen, trotz eines gesenkten Wachstumsausblicks. Vor allem das Minus beim Schwergewicht Samsung drückte den Kospi ins Minus.

Kurzfristig gelte das Augenmerk der Börsianer nun den Quartalsergebnissen der US-Banken sowie der Bekanntgabe der US-Einzelhandelsumsätzen im Dezember, heißt es. Im späteren Tagesverlauf öffnen die Bank of America, JP Morgan und Wells Fargo ihre Bücher.

Tokio macht holt Vortagesverluste fast wieder auf

In Tokio war auch von einer Gegenbewegung auf das 1,2-prozentige Vortagesminus die Rede. Viele Teilnehmer hätten zuletzt eine zunehmend abwartende Haltung eingenommen und warteten nun auf den Amtsantritt von Donald Trump in der kommenden Woche, hieß es. Für Unterstützung sorgte der Yen, der zum Dollar wieder nachgab. Auch hier war von einer Gegenbewegung auf die jüngsten kräftigen Einbußen der US-Devise die Rede. Zuletzt hatte sie unter der Enttäuschung darüber gelitten, dass sich Donald Trump nicht konkreter zu seinen Wirtschaftsplänen ausgelassen hatte. Der Dollar kostete zum Handelsende in Tokio rund 115 Yen, nachdem er am Vortag phasenweise unter 114 Yen gefallen war. Ein leichterer Yen verbessert die Exportchancen japanischer Unternehmen.

Einige Akteure sprachen auch von Schnäppchenkäufen, nachdem es in Tokio an zehn der vergangenen 13 Handelstage nach unten gegangen war. "Die Anleger freuen sich, wieder günstigere Einstiegsgelegenheiten zu finden", kommentierte Hisao Matsuura, Chefstratege von Nomura Japan.

Zu den weitgehend ignorierten chinesischen Außenhandelsdaten bemerkte Julian Evans-Pritchard, Volkswirt bei Capital Economics: "Das Wachstum des chinesischen Außenhandels ist extrem volatil und der Rückgang im vergangenen Monat ist zum Teil dem starken Ergebnis im Dezember 2015 geschuldet". Dennoch sei der Rückgang nicht unbedenklich, zumal das Umfeld eigentlich etwas anderes hätte erwarten lassen. Die Aktie des Import-Exportunternehmens Shanghai Material Trading verlor 7,4 Prozent.

 Takata weiter stramm auf dem Weg nach oben

Unter den Einzelwerten standen in Tokio Takata im Fokus. Die Aktie des skandalgeplagten Airbagherstellers schnellte um 16,5 Prozent nach oben, weil das Unternehmen laut einem Bericht des Wall Street Journals unmittelbar vor einer Einigung im Streit mit dem US-Justizministerium stehen soll gegen eine Strafzahlung von rund 1 Milliarde Dollar. Die Hoffnungen darauf hatten der Aktie in den vergangenen Wochen bereits starken Auftrieb beschert.

Für Nintendo ging es dagegen um 5,8 Prozent südwärts. Der Markt quittierte damit seine Enttäuschung darüber, dass das Unternehmen seine neue Spielekonsole Switch ab März für 299,99 Dollar anbieten will, was deutlich über dem von Marktbeobachtern erwarteten Preis von maximal 250 Dollar liegt. Seven & I profitierten derweil von gut ausgefallenen Geschäftszahlen. Die Aktie gewann 8,5 Prozent.

Samsung nach Rekordhoch unter Druck

In Seoul standen Samsung unter Verkaufsdruck und gaben um 3,5 Prozent nach. Erst am Donnerstag war die Aktie trotz der derzeitigen Untersuchungen gegen das Unternehmen wegen Korruptionsverdachts auf ein Allzeithoch gestiegen. Nun wurde der Vizevorsitzende Lee Jae Yong von Sonderermittlern als Verdächtiger stundenlang verhört, ohne dass bislang weitere Details dazu bekannt wurden.

In Hongkong waren China Vanke gesucht. Sie gewannen knapp 6 Prozent. Der Markt honoriere damit den Einstieg von Shenzhen Metro bei dem Unternehmen, hieß es. Die Analysten der Credit Suisse erwarten, dass Shenzhen Metro noch weitere Anteile an dem Unternehmen erwerben wird und empfehlen die Aktie daher nun zum Kauf. Am Vortag war die Aktie des Immobilienentwicklers noch vom Handel ausgesetzt wegen bevorstehender Änderungen auf Gesellschafterebene.

Zu den Tagesfavoriten in Hongkong gehörten Aktien aus dem chinesischen Autosektor. Während sich Daiwa positiv zu Geely Automobile geäußert und das Kursziel erhöht hatte, unterstrichen die Analysten der Citigroup ihre positive Einschätzung von Great Wall Motor. Geely gewannen 3,7 und Great Wall Motor 3,1 Prozent.

Einen Kursabsturz um über 22 Prozent erlebten Automated Systems. Der IT-Dienstleister hatte den Markt mit zwei Maßnahmen zur Beschaffung frischen Kapitals überrascht, darunter eine Kapitalerhöhung. Das Unternehmen will damit Akquisitionen finanzieren.

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Index (Börse)                   zuletzt   +/- %   % YTD   Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)           5.721,10  -0,79%  +0,39%  06:00 
Nikkei-225 (Tokio)            19.261,45  +0,66%  +0,77%  07:00 
Kospi (Seoul)                  2.076,44  -0,51%  +2,47%  07:00 
Schanghai-Comp. (Schanghai)    3.113,43  -0,19%  +0,32%  08:00 
Hang-Seng-Index (Hongkong)    22.929,04  +0,44%  +4,22%  09:00 
Straits-Times (Singapur)       3.013,86  +0,70%  +4,62%  10:00 
KLCI (Malaysia)                1.674,43  -0,20%  +1,99%  10:00 
 
DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Do, 9:32 Uhr  % YTD 
EUR/USD   1,0614  +0,0%   1,0613        1,0645  +0,9% 
EUR/JPY   122,12  +0,3%   121,73        121,44  -0,7% 
EUR/GBP   0,8727  -0,0%   0,8728        0,8674  +2,4% 
GBP/USD   1,2162  +0,0%   1,2159        1,2274  -1,4% 
USD/JPY   115,05  +0,3%   114,71        114,06  -1,6% 
USD/KRW  1177,25  +0,1%  1175,94       1177,70  -2,5% 
USD/CNY   6,8995  +0,1%   6,8915        6,9016  -0,7% 
USD/CNH   6,8634  +0,1%   6,8576        6,8558  -1,6% 
USD/HKD   7,7551  +0,0%   7,7543        7,7546  +0,0% 
AUD/USD   0,7482  -0,0%   0,7483        0,7500  +3,7% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         53,03      53,01  +0,0%     0,02  -1,3% 
Brent/ICE         56,00      56,01  -0,0%    -0,01  -1,3% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)    1.193,43   1.195,80  -0,2%    -2,37  +3,7% 
Silber (Spot)     16,68      16,77  -0,5%    -0,09  +4,8% 
Platin (Spot)    970,25     978,00  -0,8%    -7,75  +7,4% 
Kupfer-Future      2,65       2,67  -0,7%    -0,02  +5,9% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 13, 2017 03:35 ET (08:35 GMT)

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