Finanznachrichten

MÄRKTE ASIEN/Zurückhaltung dominiert vor der US-Notenbank

20.09.2017 - 07:12 Uhr


Von Thomas Rossmann

TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Wenig verändert zeigen sich die Aktienmärkte in Ostasien am Mittwoch. Die Blicke der Investoren sind gebannt auf die US-Notenbank gerichtet, die am Abend die Ergebnisse ihrer zweitägigen Sitzung bekannt geben wird. Im Vorfeld halten sich die Anleger deutlich zurück. So tritt der Nikkei-225 mit 20.299 Punkten auf der Stelle, nachdem er am Vortag auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert war. Der Kospi verliert 0,2 Prozent, der Schanghai-Composite verbessert sich dagegen um 0,2 Prozent auf 3.364 Punkte.

Nachdem die Kurse mit teils deutlichen Aufschlägen in die Woche gestartet waren, zeigen sich die Indizes nun vor der Fed wenig verändert. Zumal am Donnerstag auch noch die Bank of Japan tagt. Zwar wird bei beiden Notenbanken mit keinen Zinsschritten gerechnet, doch dürfte vor allem die Fed mit Aussagen zum Abbau der auf 4,5 Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz im Fokus stehen. Spannend wird auch sein, ob die Fed für dieses Jahr noch einen Zinsschritt in Aussicht stellen wird. Investoren zweifeln, ob die Notenbank angesichts der hartnäckig schwachen Inflation ihren Kurs fortsetzen kann. Am Terminmarkt ist für dieses Jahr keine Zinserhöhung mehr eingepreist und bis Ende 2018 lediglich eine weitere.

"Jede Änderung bei den Aussagen der Fed ist ein bedeutendes Signal für den Markt und dürfte daher auch entsprechende Auswirkungen haben", so Analyst Rob Carnell von der ING. Die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung haben dagegen kaum Auswirkungen auf das Geschehen. Trump hat im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm mit dem massiven Einsatz des US-Militärs gedroht. Die USA würden das asiatische Land "völlig zerstören", wenn Pjöngjang nicht nachgebe. Kim Jong Un befinde sich auf einer "Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime", sagte der US-Präsident. Es handelte sich dabei um Trumps bisher schärfste Warnung an Nordkorea.

Dollar verteidigt Gewinne

Der Dollar kann seine jüngsten Aufschläge weitgehend verteidigen. Lediglich gegenüber dem Euro büßt er etwas an Boden ein. Die Gemeinschaftswährung steigt über die Marke von 1,20 Dollar und geht aktuell mit 1,2009 Dollar um, nach rund 1,1990 Dollar am Vortag. Zum Yen zeigt sich der Greenback mit 111,45 weitgehend unverändert. Die Reduktion der Bilanz dürfte kaum Auswirkungen auf den Devisenmarkt haben, so Währungsexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Denn die Fed habe klargemacht, dass sie diese Verringerung marktschonend betreiben werde. Bei der Bilanzreduktion handele es sich nicht um ein Instrument der täglichen Geldpolitik. Geldpolitische Instrumente würden grundsätzlich schon einmal so eingesetzt, dass es dem Markt weh tue, wenn dies für ein übergeordnetes Ziel nötig sei. Hier treffe dies aber nicht zu.

Die Ölpreise legen zu. Teilnehmer verweisen auf Aussagen des irakischen Ölministers, wonach die Opec und andere Ölförderstaaten über eine Ausweitung bzw. Vertiefung der noch bis zum März 2018 laufenden Förderbeschränkungen nachdenken. Hier werde über eine Ausweitung um weitere drei bis vier Monate gesprochen.

Auch die Lagerdaten des American Petroleum Institute (API) stützen das Sentiment. Laut Kreisen hat das API von einem Anstieg der US-Erdölvorräte um 1,4 Millionen Fass auf Wochensicht zum 15. September berichtet. Der Branchenverband meldete zudem einen Rückgang der Benzinbestände um 5,1 Millionen Barrel. Am Mittwoch folgen dann die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung. Dabei wird mit einem Anstieg der Rohölvorräte auf Wochensicht um 2,4 Millionen Barrel gerechnet. Bei Benzin wird ein Rückgang um 800.000 Fass in Aussicht gestellt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI klettert um 0,6 Prozent auf 49,76 Dollar, für Brent geht es um 0,4 Prozent auf 55,35 Dollar nach oben.

Der Goldpreis tritt weiterhin weitgehend auf der Stelle. Der Preis für die Feinunze verbessert sich leicht um 0,1 Prozent auf 1.313 Dollar. Die Blicke seien hier vor allem auf die US-Notenbank gerichtet, heißt es von einem Teilnehmer.

Bankenwerte in Australien geben nach

In Australien geht es für den S&P/ASX 200 um 0,1 Prozent nach unten, belastet von Abgaben bei den Bankenwerten. Diese geben nach den jüngsten Aufschlägen einen Teil der Gewinne wieder ab. Für die Aktie von Westpac Banking geht es um 0,7 Prozent nach unten, für Australia and New Zealand Banking steht ein Minus von um 0,7 Prozent zu Buche und Commonwealth Bank of Australia verzeichnen einen Abschlag von 0,2 Prozent.

Die Aktie des chinesischen Autoherstellers legt um 5,9 Prozent zu, nachdem das Unternehmen ein solides Wachstum beim Autoabsatz vermeldet hat. Vor allem beim SUV-Verkauf legte das Unternehmen im Zeitraum 1. bis 15. September kräftig zu. "Wir rechnen mit einer Fortsetzung dieser positiven Entwicklung vor dem Hintergrund der Einführung neuer Modelle, heißt es dazu von den Daiwa-Analysten. Im Gefolge geht es für die Papiere von Brilliance China Automotive um 4,4 Prozent nach oben.

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Index (Börse)                   zuletzt   +/- %    % YTD   Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)           5.709,80  -0,07%   +0,19%  08:00 
Nikkei-225 (Tokio)            20.299,93  +0,00%   +6,20%  08:00 
Kospi (Seoul)                  2.412,53  -0,15%  +19,05%  08:00 
Schanghai-Comp. (Schanghai)    3.364,34  +0,22%   +8,40%  09:00 
Hang-Seng-Index (Hongkong)    28.114,46  +0,22%  +27,96%  10:00 
Straits-Times (Singapur)       3.219,24  -0,21%  +11,75%  11:00 
KLCI (Malaysia)                1.773,26  -0,19%   +8,01%  11:00 
 
DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Di, 09:40   % YTD 
EUR/USD   1,2009  +0,1%   1,1995     1,1994  +14,2% 
EUR/JPY   133,84  +0,0%   133,83     134,04   +8,9% 
EUR/GBP   0,8884  +0,0%   0,8881     0,8857   +4,2% 
GBP/USD   1,3517  +0,1%   1,3507     1,3541   +9,6% 
USD/JPY   111,45  -0,1%   111,57     111,77   -4,7% 
USD/KRW  1128,10  -0,3%  1131,25    1130,67   -6,6% 
USD/CNY   6,5674  -0,2%   6,5838     6,5825   -5,4% 
USD/CNH   6,5684  -0,2%   6,5837     6,5821   -5,8% 
USD/HKD   7,8049  +0,0%   7,8047     7,8033   +0,7% 
AUD/USD   0,8019  +0,1%   0,8010     0,7984  +11,1% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         49,76      49,48  +0,6%     0,28  -12,8% 
Brent/ICE         55,35      55,14  +0,4%     0,21   -5,7% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.312,71   1.310,95  +0,1%    +1,76  +14,0% 
Silber (Spot)     17,32      17,32  -0,0%    -0,00   +8,7% 
Platin (Spot)    955,95     954,00  +0,2%    +1,95   +5,8% 
Kupfer-Future      2,96       2,95  +0,4%    +0,01  +17,4% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 20, 2017 01:12 ET (05:12 GMT)

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