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Merz will CDU mit Strategieschwenk zu alten Erfolgen führen

07.12.2018 - 15:17 Uhr


Von Christian Grimm

BERLIN/HAMBURG (Dow Jones)--Friedrich Merz will die CDU im Falle seiner Wahl zum Vorsitzenden mit einem Strategiewechsel zu alten Erfolgen führen. In seiner Bewerbungsrede grenzte er sich deutlich von Stil und Politik ab, für die Kanzlerin Angela Merkel steht. "Viele unserer Wählerinnen und Wähler haben das Vertrauen verloren", sagte Merz auf dem Parteitag in Hamburg.

Die Bürger verlangten von der Politik die Durchsetzung des Gewaltmonopols, den Schutz der eigenen Grenzen und einen Staat, der den Fleißigen mehr lasse als dem Nicht-Fleißigen. "Wir trauen den Menschen etwas zu", erklärte der 63-Jährige den 1.001 Delegierten.

Er kündigte außerdem an, die Auseinandersetzung mit der AfD viel härter führen zu wollen, als es die CDU bisher getan hat und damit Wähler zurückzuholen. "Die Auszehrung des politischen Meinungsstreits in der Mitte verlagert mittlerweile den politischen Meinungsstreit auf die Ränder", kritisierte Merz. Merkel war immer wieder vorgeworfen worden, die AfD nicht zu stellen.

Merz versprach, dass sich die Partei bei den Landtagswahlen 2019 in Sachsen, Brandenburg und Thüringen so stark einbringen werde wie lange nicht mehr. "Wir überlassen den Osten unsres Landes nicht den Populisten von links und rechts", betonte er.

Zum Abschluss seiner Rede sicherte er den Delegierten zu, kollegial mit Merkel als Kanzlerin zusammenarbeiten zu wollen. "Natürlich geht das gut."

Sollte Merz das Rennen um den Vorsitz für sich entscheiden, erwarten Beobachter, dass Merkels Zeit im Kanzleramt vor 2021 ablaufen wird. Das Verhältnis von beiden Politikern gilt als gestört, seit Merkel 2002 Merz von seinem Posten als Fraktionsvorsitzenden wegdrängte.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/smh

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December 07, 2018 09:17 ET (14:17 GMT)

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