Finanznachrichten

Aktien Schweiz gut behauptet - US-Ermittlungen belasten Swiss Life

14.09.2017 - 17:49 Uhr


ZÜRICH (Dow Jones)--Gut behauptet sind die schweizerischen Aktien am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Schwächere Konjunkturdaten aus China dämpften die Stimmung an den Börsen weltweit. Das Wachstum der Industrieproduktion in China hat sich im August den zweiten Monat in Folge verlangsamt. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal an Dynamik verliert.

Im Blickfeld der Anleger stand ferner der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank. Sie hielt zwar an ihrer Geldpolitik fest, änderte aber ihre Rhetorik bezüglich des Franken. Die heimische Währung betrachtet die SNB jetzt nur noch als "hoch bewertet", während sie den Franken bisher als "deutlich überbewertet" bezeichnet hatte. Der Franken gab daraufhin deutlicher nach; der Euro kostete zeitweise mehr als 1,15 Franken, gab aber einen großen Teil seiner Gewinne wieder ab. Im späten europäischen Handel wurden für einen Euro noch rund 1,1480 Franken bezahlt.

Dem Aktienmarkt gab die SNB keine stärkeren Impulse. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 9.071 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 13 Kursgewinner und sechs -verlierer gegenüber, unverändert schloss eine Aktie. Umgesetzt wurden 46,6 (zuvor: 44,77) Millionen Aktien.

Unter den Einzelwerten verloren Richemont 1,3 Prozent. Die Titel hatten schon am Vortag in Reaktion auf Umsatzdaten des Luxusgüterkonzerns Federn gelassen. Zwar stieg der Umsatz in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahrs stärker als erwartet, doch warteten die Anleger vergeblich auf eine höhere Wachstumsprognose des Unternehmens. Daher dürften viele Investoren die Geduld verloren haben, vermuteten die Analysten von Berenberg.

Swiss Life verbilligten sich um 1,4 Prozent. Das US-Justizministerium untersucht derzeit, ob der Versicherer Kunden in den USA mit speziellen Produkten Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet hat.

Der Kurs des Rückversicherers Swiss Re sank um 0,2 Prozent. Die Gewinnwarnung des deutschen Wettbewerbers Munich Re wegen der Schäden durch die Stürme "Irma" und "Harvey" in den USA lastete nur leicht auf der Aktie von Swiss Re, weil sie nicht wirklich überraschend kam. Swiss Re hatte aus den gleichen Gründen selbst unlängst eine Gewinnwarnung ausgegeben. Die Aktie der Munich Re erholte sich rasch und schloss sogar mit einem kleinen Pus von 0,1 Prozent.

Auf der Gewinnerseite fanden sich die Aktien von Adecco; sie stiegen um 1,4 Prozent. Der Personaldienstleister dürfte zusätzlich von den gut ausgefallenen wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA profitiert haben.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/raz

(END) Dow Jones Newswires

September 14, 2017 11:49 ET (15:49 GMT)

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