Finanznachrichten

ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

07.12.2017 - 09:00 Uhr


Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Deutsche Produktion sinkt im Oktober deutlich

Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands hat sich im Oktober deutlich schwächer als erwartet entwickelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) sank sie gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg von 0,7 Prozent prognostiziert. Allerdings hatte ein deutlicher Rückgang des Industrieumsatzes, der am Mittwoch gemeldet wurde, bereits auf eine negative Entwicklung der Produktion hingedeutet.

Deutsches Wachstum schwächt sich im 4. Quartal ab

Das Bankhaus Lampe rechnet nach der Veröffentlichung schwacher Produktionszahlen für Oktober mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums im vierten Quartal. "Das Wirtschaftswachstum wird im vierten Quartal schwächer als im dritten sein, selbst wenn wir bei der Produktion eine Gegenbewegung bekommen", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger. Die Produktion im Oktober sei von zwei Feiertagen belastet gewesen, darunter dem ausnahmsweise landesweit gefeierten Reformationstag. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im dritten Quartal um 0,8 Prozent gestiegen.

VP Bank: Deutscher Produktionsrückgang wegen Feiertagen

Die liechtensteinische VP Bank betrachtet den Rückgang der deutschen Industrieproduktion im Oktober nicht als Beinbruch. "Die schwächere Industrieproduktion im Oktober manifestiert keinen neuen Abwärtstrend, sondern ist den zwei Feiertagen geschuldet", schreibt Chefvolkswirt Thomas Gitzel in einem Kommentar. Gitzel erwartet, dass es wegen der gewachsenen Auftragsbestände in den nächsten Monaten "mit Volldampf" weiter gehen wird.

IWF besorgt über Chinas Finanzstabilität

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist besorgt, dass das starke Wachstum des chinesischen Finanzsektors zu einer Bedrohung der Finanzstabilität werden könnte. In seinem aktuellen Financial System Stability Assessment (FSSA) weist der IWF darauf hin, dass eine wachstumsfördernde Geld- und Finanzpolitik zusammen mit der gestiegenen Nachfrage nach hochrentierlichen Finanzprodukten und der schärferen Überwachung des Bankensektors die Entstehung zunehmend komplexer und schlecht überwachter Investmentvehikel begünstigt hat.

Australiens Handelsbilanzüberschuss im Oktober eingebrochen

Der Handelsbilanzüberschuss Australiens ist im Oktober stark eingebrochen. Auslöser sind die schwächeren Ausfuhren von Kohle und Eisenerz bei gleichzeitig steigenden Einfuhren aus China. Der Überschuss in der Handelsbilanz verringerte sich im Oktober auf nur noch 105 Millionen australische Dollar (umgerechnet rund 67 Millionen Euro), nachdem er im September noch 1,6 Milliarden Dollar betragen hatte, wie die Statistikbehöde des Landes mitteilte. Volkswirte hatten mit 1,4 Milliarden australischen Dollar einen wesentlich höheren Überschuss erwartet.

EU steht kurz vor Handelspakt mit Südamerika - Zeitung

Die Europäische Union steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor dem Abschluss eines Handelspakts mit Brasilien und drei anderen Staaten Südamerikas. Das sogenannte Mercosur-Abkommen soll vor allem den Export von Industriegütern und Lebensmitteln erleichtern, könnte aber den Schutz der Verbraucher schwächen. Das geht aus hunderten Seiten Verhandlungstexten hervor, die die Süddeutsche Zeitung gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace ausgewertet hat.

Brasilianische Notenbank senkt Leitzins auf Rekordtief

Die brasilianische Notenbank hat ihren Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Der geldpolitische Ausschuss (Copom) der Banco Central do Brasil reduzierte den Leitzins auf 7,00 von 7,50 Prozent. Die gedämpfte Inflation erlaubt es der Zentralbank, sich darauf zu konzentrieren, die Wirtschaft nach einer unerwarteten Schwächephase im dritten Quartal zu stützen. Der Schritt der brasilianischen Notenbank war weithin erwartet worden. Insgesamt war es das zehnte Mal in Folge, dass die Zentralbank den Leitzins seit Oktober 2016 gesenkt hat, als er noch bei 14,25 Prozent stand.

Verteidigungsminister: Britische Dschihadisten ausfindig machen und töten

Britische Staatsbürger, die für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen, sollen nach dem Willen von Verteidigungsminister Gavin Williamson ausfindig gemacht und getötet werden. "Es ist ganz einfach, meiner Meinung nach kann ein toter Terrorist Großbritannien keinen Schaden mehr zufügen", sagte der Minister der Boulevardzeitung Daily Mail. "Wir sollten alles unternehmen, was wir können, um diese Bedrohung zu zerstören und auszulöschen."

Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an

US-Präsident Donald Trump hat mit der jahrzehntelangen Nahostpolitik seines Landes radikal gebrochen und Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt. Zugleich wies er das US-Außenministerium an, sofort mit den Vorbereitungen für den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu beginnen, wie er in einer Ansprache im Weißen Haus mitteilte. Seine Entscheidung hatte bereits im Vorfeld Ängste vor einem neuen Flächenbrand in Nahost ausgelöst.

Merkel: Bundesregierung unterstützt US-Haltung zu Jerusalem nicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump kritisiert, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. "Die Bundesregierung unterstützt diese Haltung nicht, weil der Status von Jerusalem im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung auszuhandeln ist", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter.

UN-Sicherheitsrat befasst sich Freitag mit US-Entscheidung zu Jerusalem

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung mit der Entscheidung Washingtons, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die Sitzung werde um 10.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) beginnen, teilte die japanische Präsidentschaft des UN-Sicherheitsrats in New York mit. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, in einem beispiellosen Schritt die Botschaft der USA von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

Repräsentantenhaus schmettert Resolution zu Einleitung von Amtsenthebung Trumps ab

Eine Resolution zur Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump ist krachend gescheitert. Das US-Repräsentantenhaus lehnte den Vorstoß des demokratischen Abgeordneten Al Green aus Texas mit 364 zu 58 Stimmen ab. Die Abgeordneten von Trumps Republikanischer Partei stimmten geschlossen dagegen, zusammen mit 126 Demokraten.

US-Repräsentantenhaus beschließt Lockerung von Waffenrecht

Das US-Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf zur Lockerung der Beschränkungen beim verdeckten Tragen von Waffen beschlossen. 231 Abgeordnete stimmten in Washington dafür, dass verdeckt getragene Waffen künftig auch über Grenzen in Bundesstaaten oder an Orte gebracht werden können, die eigentlich schärfere Waffengesetze haben. 198 Abgeordnete stimmten dagegen. Der Gesetzentwurf muss noch in den Senat, wo die Zustimmung nicht als sicher gilt.

Niederlande Inflationsrate Nov 1,5% - CBS

Niederlande Inflationsrate Okt war 1,3% - CBS

China/Währungsreserven Nov 3,119 Bill USD (Okt: 3,109 Bill USD)

China/Währungsreserven Nov stiegen um 10,06 Mrd USD zum Vormonat

DJG/DJN/AFP/apo

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December 07, 2017 03:00 ET (08:00 GMT)

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