Finanznachrichten

PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

13.10.2017 - 06:25 Uhr


Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

BREXIT - Der Brexit-Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, will Großbritannien anbieten, nach dem EU-Austritt noch für eine Übergangszeit von zwei Jahren Mitglied im europäischen Binnenmarkt und in der Zollunion zu bleiben. Dafür müsse sich die Regierung in London allerdings zu ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber der EU bekennen, erfuhr das Handelsblatt von EU-Diplomaten. In der Übergangszeit müsse das Vereinigte Königreich außerdem alle Pflichten eines EU-Mitglieds weiterhin erfüllen. Barnier wolle am Freitag in der Sitzung der EU-Botschafter der Mitgliedsstaaten für die Übergangslösung werben. (Handelsblatt S. 12)

EXPORTÜBERSCHUSS - Deutschland hat kaum Möglichkeiten, seinen hohen Exportüberschuss zu senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) im Auftrag des Bundesfinanzministeriums (BMF). Die Wirkungen auf den Leistungsbilanzsaldo seien "begrenzt", heißt es in dem 40-seitigen Gutachten, das dem Handelsblatt vorliegt. "Eine einzelne Maßnahme könnte aufgrund von politischen oder technischen Hemmnissen wohl kaum in einem Umfang durchgeführt werden, der den Leistungsbilanzsaldo erheblich, zum Beispiel um zwei Prozentpunkte, reduzieren würde."(S.10)

E-AUTOS: Die Bundesregierung warnt die Autobranche eindringlich vor einer bedrohlichen Abhängigkeit von Konkurrenten in der Batterieproduktion. Angesichts der wachsenden Konkurrenz aus Asien und den USA bei der Produktion von Elektroautos müssten Hersteller und Zulieferer endlich beim Aufbau einer eigenen Batterie-Fertigung aktiv werden, fordert Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig. "Wer über Elektromobilität redet, darf bei der Batterieproduktion nicht schweigen. "Die Industrie muss größere europäische Aktivitäten entfalten, wenn wir Premiumanbieter und Autoland Nummer eins bleiben wollen", sagt Machnig der Süddeutschen Zeitung (Freitagsausgabe).

RENTE - Vor Beginn der Jamaika-Gespräche bahnt sich in der Union ein Streit über die Rente an. Vor allem eine Forderung der CSU nach einer Erhöhung der Mütterrente sorgt für Zündstoff. Die Unterhändler sollten sich darauf einigen, "die Zukunft unseres Rentensystems in einer überparteilichen Expertenkommission breit zu diskutieren", sagte der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, dem Handelsblatt. "Punktuelle Leistungsausweitungen außerhalb eines Gesamtkonzepts wie ein zusätzlicher Entgeltpunkt bei der Mütterrente oder eine Mindestrente sollten ausgeschlossen werden." (Handelsblatt S. 14)

JAMAIKA - FDP-Chef Christian Lindner hat sich skeptisch gezeigt, ob es zu einem Jamaika-Bündnis kommen wird. Die Wähleraufträge der vier Parteien seien "zum Teil widersprüchlich", sagte er den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Südwest Presse/Märkische Oderzeitung). "Die große Frage ist, ob man daraus eine gemeinsame Plattform für vier Jahre machen kann. Ich gebe keine Garantie ab, dass das gelingt." Zurzeit sei das noch völlig offen. Am Ziel der "schwarzen Null" des scheidenden Finanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) will Lindner festhalten. (Südwest Presse/Märkische Oderzeitung)

PETRY - Die frühere AfD-Chefin Frauke Petry will mit einer neuen "Blauen Partei" konservative Wähler des rechten Parteispektrums für sich gewinnen. "Wir werden in den kommenden Monaten das Bürgerforum "Blaue Wende" vorstellen, in dem man sich mit und ohne Parteibuch unabhängig von der Farbe engagieren kann", bestätigte Petry im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

DAX - Die 30 Dax-Konzerne erwirtschaften im Schnitt 75 Prozent ihrer Erträge im Ausland. Nur sehr allmählich spiegelt sich das auch in den Spitzen der Konzerne wider - erst jeder dritte Vorstand und jeder fünfte Aufseher stammt aus dem Ausland. (Handelsblatt S. 6ff)

TÜRKEI - Verärgert über die Inhaftierung deutscher Staatsbürger in der Türkei will die Bundesregierung vor dem EU-Gipfel in einer Woche in Brüssel klare Kante zeigen. Nach dem Willen von Kanzlerin Angela Merkel soll die EU-Kommission Stellung beziehen, ob die Türkei noch die Kriterien eines Beitrittskandidaten erfüllt. (Handelsblatt S. 13)

WEIDMANN - Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat davor gewarnt, die Euro-Zone zu einer Fiskalunion auszubauen. Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche sagte er, in einer Fiskalunion sei keine dauerhafte Stabilität zu erwarten, "wenn Handeln und Haften auseinanderfallen, Risiken geteilt werden und jeder weiterhin machen kann, was er will". Weitere Integrationsschritte wie sie der französische Staatspräsident Emmanuel Macron vorgeschlagen hat, müssten in einen "stabilitätsorientierten Rahmen eingebettet sein, zum Beispiel mit verlässlichen fiskalpolitischen Regeln", sagte Weidmann. (Wirtschaftswoche).

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October 13, 2017 00:25 ET (04:25 GMT)

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