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MDAX-Konzern steigert Umsatz und Gewinn · 06. April 2017

Hella: Viel Licht und kaum Schatten

Roboter in einer Produktionshalle
Quelle: Hella/Presse
Die heute vorgelegten Zahlen von Hella lesen sich richtig gut. Das Unternehmen aus dem MDAX konnte seine Umsätze und Gewinn deutlich steigern. Auch für die Zukunft gibt man sich optimistisch.

- von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion -
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte der Autozulieferer Hella sein Wachstum weiter beschleunigen. So stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, das operative Ergebnis konnte sogar um satte 17,2 Prozent auf nun 105 Millionen Euro gesteigert werden. Somit kommt Hella auf eine beachtliche EBIT-Marge von 6,6 Prozent. Die überaus positiven Zahlen konnten den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Rolf Breidenbach, jedoch nicht wirklich überraschen: "Das Wachstum unseres Geschäftes hat im dritten Quartal erwartungsgemäß deutlich angezogen“, so der Firmenlenker. Für die Zukunft geben sich die Lippstädter ebenfalls optimistisch. Demnach erwartet das MDAX-Unternehmen für 2016/17 unverändert ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum sowie einen Anstieg des bereinigten EBIT im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Erfolgreiche Modellwechsel

Die Wachstumsdynamik bei Hella führt CEO Breidenbach auf erfolgreiche Modellwechsel zurück: "Diese positive Entwicklung steht insbesondere im Zusammenhang mit zahlreichen erfolgreichen Produktionsanläufen für neue Modelle unserer Kunden." Doch das ist nur die „halbe Wahrheit“. Neben Hellas Hauptgeschäftsfeld Automotive, wird für den MDAX-Konzern der Bereich „Aftermarket“ immer wichtiger. Gut 20 Prozent des Konzernumsatzes generiert Hella mittlerweile aus diesem Geschäftsfeld.

Analysten bleiben zurückhaltend

Zwar hatte die Hella-Aktie in dieser Woche ein paar Rückschläge zu verdauen, doch vor allem in den vergangenen Monaten hatten die Hella-Aktionäre endlich wieder etwas Grund zur Freude. Vom Allzeittief bei 27,11 Euro von November 2014, ging es zuletzt wieder deutlich nach oben. In der Spitze konnte die Aktie gegenüber dem Allzeittief um knapp 50 Prozent zulegen. Mittlerweile hat es sich die Aktie – unter größeren Schwankungen – im Bereich von rund 40 Euro scheinbar gemütlich gemacht. Analysten sind sich aktuell jedoch vergleichsweise uneins was die weitere Entwicklung der Aktie angeht. So sprach sich Goldman Sachs gestern dafür aus, die Aktie zu „Halten“. Das Kursziel wurde auf 38 Euro beziffert. Ganz ähnlich betrachtet man die Situation bei JP Morgan. Auch hier raten die Analysten die Aktie lediglich zu „Halten“, sehen jedoch ein Kursziel von immerhin 39 Euro als faire Bewertung an. Etwas optimistischer äußerte sich in der vergangenen Woche Kepler Cheuvreux. Hier bestätigte man – vorerst – die Kaufempfehlung für die Hella-Aktie. Allerdings warnt Analyst Michael Raab vor steigenden Unsicherheiten insbesondere bei den Automobilzulieferern. Aus Sicht von Raab erhöhe der langfristige Wechsel hin zur Elektromobilität die Unsicherheit und die Gewinnrisiken für die Unternehmen aus der Automobilbranche. Zulieferer seien von dieser Thematik in besonderem Maße betroffen, so der Analyst.