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Stada-Aktie hebt ab · 10. April 2017

Bain und Cinven erhalten Zuschlag im Übernahmekampf

Übernahmefieber in der Pharmabranche
Quelle: directorsuwan/Shutterstock
Der Übernahmekampf um den Generikahersteller neigt sich dem Ende zu. Das Stada-Management hat dem Angebot der beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven zugestimmt.

- Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion -
 
Wie am Morgen bekannt wurde, soll das Angebot über 5,3 Milliarden Euro den Zuschlag bekommen. Die beiden Finanzinvestoren bieten konkret 66 Euro je Aktie, 65,28 Euro zuzüglich 0,72 Euro Dividende.
Das Konsortium der beiden Investoren setzte sich damit gegen die konkurrierenden Investoren Advent und Permira durch. Bisher wollten die Konsortien 58 Euro je Aktie bezahlen. Bedingung für den Erfolg der Transaktion sei aber, dass innerhalb von sechs Wochen mindestens 75 Prozent der Aktien angedient werden.

Stada-Aktionären soll Übernahme empfohlen werden

„Vorstand und Aufsichtsrat werden die Angebotsunterlage nach Veröffentlichung prüfen“, heißt es in der Mitteilung. Aus heutiger Sicht gingen beide Gremien davon aus, den Stada-Aktionären die Annahme der Offerte zu empfehlen.
Wie es in der Stada-Mitteilung weiter heißt, entspricht das Angebot einer Prämie von 48,9 Prozent auf den unbeeinflussten Aktienkurs (Schlusskurs vom 9. Dezember 2016, dem letzten Aktienkurs vor dem Aufkommen der Übernahmegerüchte) und 19,6 Prozent auf den volumengewichteten Aktienkurs der vergangenen drei Monate. Bestehende Betriebsvereinbarungen und auch die Tarifverträge sollen fortgeführt werden. Zudem soll für die kommenden vier Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden, die über die ohnehin geplanten Personalmaßnahmen hinausgehen.

Fresenius hat Akorn im Visier

Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius hat währenddessen ein Auge auf den US-Generikahersteller Akorn geworfen. Die auf Nachahmer-Medikamente spezialisierte Sparte Fresenius Kabi und Akorn befänden sich bereits in fortgeschrittenen Gesprächen über einen möglichen Erwerb, teilte das im DAX gelistete Unternehmen mit. Es könne keine Gewähr dafür gegeben werden, dass und zu welchen Konditionen die Transaktion zustande komme.
Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte erst vor kurzem gesagt, dass nach dem Kauf des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud der Übernahmehunger noch nicht gestillt sei. Das Unternehmen sei offen für weitere milliardenschwere Akquisitionen. Akorn hat einen Börsenwert von 3,7 Milliarden Dollar.

Stada-Aktie mit neuem Rekordhoch

Die Stada-Aktie hebt mit den Entwicklung im Übernahmekampf regelrecht ab. Rund 12 Prozent kann die MDAX-Aktie am Montag zulegen auf 64,60 Euro und führt damit die Gewinnerliste in der zweiten Börsenliga an. Bereits am Freitag schloss die Aktie auf einem Rekordhoch.
In der ersten Börsenliga kann die Fresenius-Aktie zum Wochenauftakt leicht zulegen.