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Gastbeitrag LBBW Research · 10. April 2017

Kapitalanlage: Nachhaltig Rendite erwirtschaften

Weltkarte aus Blättern
Quelle: petrmalinak/Shutterstock
Nachhaltige Kapitalanlagen spielen am Finanzmarkt eine immer größere Rolle. Rechtliche Vorgaben und technologischer Wandel stellen Investoren vor neue Herausforderungen. Es könnte sich ein echtes Trend-Thema entwickeln.

-zum Autor: Uwe Burkert ist Chefvolkswirt der LBBW-
 
Auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris verpflichtete sich annähernd jedes Land auf dem Planeten zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Ein wichtiges Instrument auf dem Weg dahin stellen „grüne“ Finanzierungen dar. Aktuell fokussiert sich daher zunehmend auch die Politik auf die Unterstützung „grüner“ Finanzierungen. Am Ende wird es jedoch entscheidend sein, ob die privaten Investitionen von CO2-intensiven in klimafreundliche Anlageformen umgeleitet werden können. Finanzierungsinstrumente wie Green Bonds nehmen dabei eine herausragende Rolle ein.
Der Primärmarkt für Green-Bond-Emissionen stieg im vergangenen Jahr merklich auf 70 Mrd. EUR an, von zuvor 33 Mrd. EUR im Jahr 2015. Die Emissionen stammen im Wesentlichen von Supranationals und Agencies (bspw. KfW oder EIB), Industrieunternehmen und Banken sowie neuerdings auch von Staaten.

Was macht einen Green-Bond aus?

Der Emissionserlös von Green-Bond-Emissionen wird genutzt, um Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit zu adressieren. Klassisches Beispiel ist hier der Klimaschutz. Die Green Bond Principles (GBP) sind das bekannteste Beispiel für freiwillige Prozessrichtlinien, die Transparenz und Offenlegung empfehlen. Damit sind sie auch eine Anleitung für den Emittenten für eine glaubwürdige Green-Bond-Emission. Aus Sicht der Investoren wird durch die verfügbaren Informationen eine Bewertung der Umweltauswirkungen erleichtert.
Dabei sind Green Bonds in der Struktur grundsätzlich analog konventioneller Bonds, lediglich die Mittelverwendung unterscheidet sich. Der Begriff Green Bond ist jedoch nicht geschützt und Investoren sind insofern darauf angewiesen, den Aussagen des Emittenten zur Mittelverwendung vertrauen zu können. Um die Glaubwürdigkeit des Marktes zu erhöhen, werden zunehmend unabhängige Drittmeinungen in Bezug auf den Nachhaltigkeitsaspekt erstellt. Nachdem sich hier insbesondere kleinere Beratungshäuser auf die Erstellung solcher Nachhaltigkeitsratings spezialisierten, haben mittlerweile auch Ratingagenturen wie Moody’s® und S&P eigene Bewertungsmethodiken für Green Bonds entwickelt.

„Grüne“ Produktvielfalt nimmt zu

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist keineswegs nur auf den unbesicherten Anleihemarkt beschränkt. So emittierte Toyota bereits Green Asset Backed Securites (ABS). Der deutsche Windturbinenhersteller Nordex platzierte 2016 den ersten grünen Schuldschein überhaupt. Dies zeigt, dass grüne Finanzierungsinstrumente auch für kleinere Transaktionen zugänglich sind. In Deutschland nutzen Unternehmen häufig auch Förderdarlehen, um grüne Projekte zu finanzieren.
Aus Investorensicht zeigt u.a. die Auflage des ersten nachhaltigen Fixed-Income ETF von BlackRock, dem weltweit größten Anbieter von Exchange Traded Funds (ETF), die wachsende Nachfrage nach grünen Investitionsprodukten.
 
 
 
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