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Apple-Zulieferer unter Druck · 11. April 2017

Analystenkommentar belastet Dialog

Dialog-Kurs bricht ein
Quelle: Vahan Abrahamyan /Shutterstock
Die Sorgen um ein möglicherweise schrumpfendes Geschäft mit Apple haben die Dialog-Aktie am Dienstag bis zu 30 Prozent abstürzen lassen. Damit bekommt nun das nächste Unternehmen die Abhängigkeit von Großkunde Apple zu spüren.

MÄRKTE & MACHER 9:28min, 11. April 2017, 14:35 Uhr
- Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion -
Die Analystenstudie eines kleinen Bankhauses hat die Dialog-Aktie am Dienstag auf Talfahrt geschickt. So hat der Analyst Karsten Iltgen vom Bankhaus Lampe die Aktien von Dialog Semiconductor von "Hold" auf "Sell" abgestuft. Laut Iltgen gibt es starke Hinweise darauf, dass der wichtige Dialog-Kunde Apple eigene integrierte Schaltkreise für das Strommanagement (PMIC) entwickle und damit die Chips des TecDax-Unternehmens zumindest teilweise ersetzen könnte. Apple sei schon seit einiger Zeit stärker an Spezialisten auf diesem Gebiet interessiert und arbeite laut Brancheninformationen bereits mit einer größeren Anzahl von Ingenieuren an PMIC-Chips. Ab 2019 könnten Eigenentwicklungen demnach in iPhones eingesetzt werden.

Aktie bricht zeitweise über 30 Prozent ein

Bis auf 30,60 Euro fiel die TecDAX-Aktie am Morgen, bevor im Tagesverlauf wieder etwas Boden gut gemacht wurde. Am Nachmittag beträgt der Abschlag noch rund 15 Prozent auf 40,20 Euro. Annähernd so deutlich war es für Dialog zuletzt im Herbst 2015 mit zwei Tagesverlusten von jeweils rund 20 Prozent nach unten gegangen - ein Übernahmevorhaben und Geschäftszahlen hatten die Stimmung vergiftet.

Auch Imagination bekam Apple-Abhängigkeit zu spüren

Der Kursrutsch weckt gleich die Erinnerungen an einen anderen Apple-Zulieferer. Erst vor einer Woche durchlebte der britische Apple-Zulieferer Imagination einen Tag des Grauens. Der britische Halbleiterdesigner hatte am 3. April von Apple einen Korb bekommen und den Tech-Giganten als Kunden verloren. Das Ende der Zusammenarbeit ließ den Imagination-Kurs um mehr als 70 Prozent einbrechen.
Vor diesem Hintergrund scheint es wichtiger denn je, dass Dialog Seminconductor sich mit Blick auf die Kunden breiter aufstelle, so Lampe-Analyst Iltgen. Langfristig bleibe das Geschäftsmodell von Dialog und seiner Analogchip-Designer sehr werthaltig. Der Weg aus der Abhängigkeit von Apple dürfte aber alles andere als einfach werden.