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Gastbeitrag Commerzbank Research · 12. April 2017

Dialog Semiconductor: Die Situation nach dem freien Fall

Chip-Produktion
Quelle: franz12/Shutterstock
In der Spitze ging es gestern über 30% nach unten. Der Kurs von Dialog konnte sich im Tagesverlauf aber wieder erholen. Das hat sich die Commerzbank zum Anlass genommen und die charttechnische Lage nach dem Tag gestern einmal angesehen.

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Die Sorge um längerfristig schwindende Großaufträge beim Chip-Entwicklers Dialog Semiconductor war gestern groß. Die Analysten vom Bankhaus Lampe lösten am Dienstag einen Kurssturz aus. Apple, ein Großkunde von Dialog, würde verstärkt eigene Kapazitäten für Stromsteuerungschips für Smartphones aufbauen – die bisher vor allem vom TecDAX-Unternehmen kommen. Den Analysten zufolge macht das Unternehmen mehr als 60 Prozent seiner Umsätze mit dem Branchenprimus Apple. Nach dem rasanten Kursrutsch zu Handelsbeginn, lagen die Papiere am Nachmittag dann noch fast 15 Prozent im Minus. Dieser Turnaround war auf jeden Fall wichtig. Warum?

Stabilisierung gescheitert

Die Aktie von Dialog Semiconductor befindet sich ausgehend vom im Oktober 2008 bei 0,41 EUR ausgebildeten Allzeittief in einem langfristigen Aufwärtstrend. Dieser hatte das TecDAX-Papier bis zum Juli 2015 auf ein 15-Jahres-Hoch bei 53,85 EUR befördert. Nach einer ausgeprägten Korrektur der Hausse bis auf ein im Juni vergangenen Jahres gesehenes Tief bei 23,21 EUR konnte der Wert wieder einen dynamischen Aufwärtstrend etablieren. Knapp unterhalb des Rekordhochs startete schließlich im Februar eine Schwächephase, in der der Kurs wieder in den nach oben verlassenen Trendkanal zurückfiel. Zuletzt versuchte er sich im Bereich der steigenden 50-Tage-Linie zu stabilisieren.

Analysten-Kommentar führt zu Kurseinbruch

Mit einer negativen Analysteneinschätzung brach die Aktie schließlich im gestrigen Handel kräftig ein und erreichte zwischenzeitlich ein 7-Monats-Tief bei 30,60 EUR, was ein Minus von rund 36 Prozent bedeutete. Im weiteren Verlauf konnte sich der Anteilsschein wieder deutlich über die steigende 200-Tage-Linie bei derzeit 38,15 EUR erholen und bei 40,92 EUR schließen, womit sich das Minus auf rund 14 Prozent reduzierte. Die ausgeprägte Lunte in der Tageskerze sowie die weiter steigende 200-Tage-Linie sind positiv zu werten. Andererseits wurde der Aufwärtstrend vom Juni-Tief gebrochen und der entsprechende Trendkanal nach einer bearishen Kurslücke nach unten verlassen. Kurzfristig erscheint eine weitere Erholung in Richtung 43,00-44,04 EUR möglich, insbesondere solange kein Tagesschluss unter 38,15 EUR erfolgt. Es bedürfte jedoch eines nachhaltigen Anstiegs über 45,76 EUR und anschließend 47,64-48,48 EUR, um das mittelfristige Chartbild nennenswert aufzuhellen. Unterhalb von 38,15 EUR wäre hingegen ein nochmaliger Test des Supports bei 30,60 EUR zu favorisieren.