Nachrichten

Euro knackt 200-Tage-Linie · 24. April 2017

Macron-Erfolgt schiebt Euro an

Emmanuel Macron gewinnt ersten Wahlgang
Quelle: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock
Nach dem guten Abschneiden des europafreundlichen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen herrscht Erleichterung. Der Euro springt zwischenzeitlich auf ein 5-Monats-Hoch.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Am Morgen stieg der Euro im asiatischen Handel bis auf 1,0939 Dollar, das ist der höchste Stand seit der US-Wahl im November vergangenen Jahres. Mit dem Börsenstart in Deutschland gab der Euro einen Teil seiner Gewinne wieder ab und notiert bei 1,084 US-Dollar. Dies entspricht aber noch immer einem Aufschlag von rund einem Prozent gegenüber dem Schlussniveau am Freitagabend.

Wird Macron der nächste Präsident?

Experten hatten befürchtet, dass es zu einer Stichwahl zwischen den Euro-Gegnern Le Pen und Mélenchon kommt. So sagte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer "Es werden nicht Links- und Rechtsradikale gemeinsam in die zweite Runde gehen. Das ist sehr gut." Dass Le Pen nicht stärker als in den Umfragen abgeschnitten habe, senke die Risiken, dass es in der entscheidenden Runde schief gehen könnte", sagte Krämer.
Le Pen lehnt den Euro ab und befürwortet die Rückkehr zu nationalen Währungen. Macron dagegen ist ein Befürworter der EU und der Euro-Zone, er hat sich aber auch kritisch über die deutsche Exportstärke geäußert. Dennoch war er von deutschen Regierungsmitgliedern öffentlich unterstützt worden.
Laut allen Umfragen geht Macron als klarer Favorit in die Stichwahl gegen Le Pen. Hinter ihm zeichnete sich bereits am Sonntagabend eine breite republikanische Mehrheit von konservativen und sozialistischen Politikern sowie Anhängern der Grünen ab. Für den früheren Wirtschaftsminister Macron ist das Ergebnis ein persönlicher Triumph. Setzt er sich am 7. Mai durch, wäre er der jüngste Präsident Frankreichs.

CAC 40 steigt über vier Prozent

Die Erleichterung über die Ergebnisse in der ersten Abstimmung lassen sich auch am Aktienmarkt ablesen. Das französische Aktienbarometer, der CAC 40, kann am Morgen über vier Prozent zulegen. Am deutschen Aktienmarkt geht es für den DAX gut 2 Prozent nach oben.
Die Rendite französischer Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit fiel dagegen deutlich um rund 10 Basispunkte zurück. Der Zinsabstand zu deutschen Bundesanleihen verringerte sich dementsprechend von 75 Basispunkten vor der Wahl auf 46 Basispunkte. Das ist der tiefste Stand seit Januar.