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Quartalszahlen leicht unter Erwartungen · 25. April 2017

SAP: Der eigene Erfolg belastet

Logo von SAP in einem Schaufenster
Quelle: 360b/Shutterstock
SAP wächst auch im ersten Quartal weiter. Wie der Konzern heute mitteilte, konnten die Umsätze gegenüber dem Vorjahr erneut gesteigert werden. Und dennoch zeigen sich Anleger enttäuscht. Wie kommt das?

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Allein von Januar bis März hat SAP in diesem Jahr fast zwei Milliarden Euro (1,198 Milliarden) verdient. Das sind immerhin gut zwei Prozent mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten dieses Jahres sogar um acht Prozent auf nun 5,29 Milliarden Euro. Besonders positiv entwickelte sich zuletzt wieder das Cloud-Geschäft. In diesem Segment konnten die Umsätze um satte (währungsbereinigte) 30 Prozent auf nun 906 Millionen Euro gesteigert werden. Gesteigert werden konnten zudem die Software-Erlöse. Auch in diesem Bereich konnte SAP gegenüber dem ersten Quartal 2016 um 13 Prozent auf nun 691 Millionen Euro zulegen. Entsprechend zufrieden zeigt sich Finanzvorstand Luka Mucic: „Wir haben unser schnelles Wachstum in der Cloud fortgesetzt und bei den New Cloud Bookings einen Zuwachs von 49 Prozent erzielt. Dieser herausragende Erfolg ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir mit unseren Entscheidungen, in zukünftiges Wachstum zu investieren, richtig liegen.“

Steigende Personalkosten belasten Gewinn

Allerdings ging dieser jüngste Erfolg ein wenig zu Lasten des Gewinns. Der Gewinn nach Steuern lag mit 530 Millionen gut 40 Millionen unter dem Vorjahreswert. Dies entspricht einem Minus von gut sieben Prozent. Zur Begründung heißt es bei SAP, dass dies vor allem auf die aktienbasierte Vergütung einiger Mitarbeiter zurückzuführen sei – bei SAP profitieren offenbar mehr als 60 Prozent der Mitarbeiter durch eine geförderte Teilhabe am Aktienkaufplan. Wie das Handelsblatt errechnete, führt ein Kursgewinn von gut einem Euro bei der SAP-Aktie zu personellen Mehrkosten von circa 20 Millionen Euro. Auf Jahressicht legte die SAP-Aktie um gut 20 Euro zu, was nach dieser Rechnung Mehrkosten von satten 400 Millionen Euro verursacht hätte. Auf das Quartal heruntergebrochen bleiben immerhin 100 Millionen Euro an Mehrkosten.

Rücksetzer scheint verkraftbar

Trotz eigentlich starker Zahlen blieb SAP zudem leicht unterhalb der Erwartungen von Analysten. Diese hatten im Vorfeld mit einem operativen Ergebnis von 1,22 Milliarden Euro gerechnet. Wenngleich heute die Aktie im frühen Handel leicht nachgibt, scheint dieser kleine Rücksetzer durchaus verkraftbar, meinen zumindest auch zahlreiche Analysten die die SAP-Aktie derzeit zum Kauf empfehlen. Allein in dieser Woche empfahlen die Deutsche Bank, die Commerzbank und auch Goldman Sachs die SAP-Aktie zum Kauf. Das größte Potenzial sehen derzeit die Analysten von Goldman Sachs bei einem Kursziel von 110 Euro pro Anteilsschein. Zudem bleibt die Aktie weiterhin auf der „Conviction Buy List“ von Goldman Sachs.