Nachrichten

Wichtige Konjunkturprognose für Anleger · 26. April 2017

GfK-Konsumklimaindex

GfK-Index
Quelle: blurAZ/Shutterstock
Monat für Monat werden die Daten des GfK-Konsumklimaindex mit Spannung erwartet. Dieser misst die Konsumneigung privater Haushalte und gilt somit als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands.

- von Sina Raich, Börse Stuttgart TV Newsredaktion -
Der GfK-Konsumklimaindex zählt, neben Indizes wie dem ifo-Geschäftsklimaindex oder den ZEW-Konjunkturerwartungen, zu den vielbeachteten Konjunkturindikatoren. Denn nicht nur die Einschätzung von Experten und Unternehmen, sondern auch die Stimmung der Konsumenten wirkt sich auf das Geschehen an den Finanzmärkten aus.

Erhebung

Seit 1980 wird der Index von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhoben. Er wird in der Regel am vorletzten Tag des Berichtsmonats für den Folgemonat veröffentlicht. Zur Ermittlung der Entwicklung des privaten Verbrauchs werden monatlich rund 2000 Interviews mit repräsentativ ausgewählten Privatpersonen ab 14 Jahren im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt. Befragt werden die Verbraucher zu ihrer Einkommenserwartung, ihrer Anschaffungs- und Sparneigung sowie ihrer Erwartung an die gesamtwirtschaftliche Situation für die kommenden zwölf Monate.

Ermittlung Konsumklima

Grundlage der Ermittlung dieser drei Einzelindikatoren sind Salden: Dabei wird vom Anteil derjenigen, die positiv geantwortet haben (zum Beispiel: die finanzielle Lage des Haushaltes wird sich [viel] besser entwickeln), der Anteil negativer Antworten (zum Beispiel: die finanzielle Lage des Haushaltes wird sich [viel] schlechter entwickeln) abgezogen. Mit statistischen Verfahren werden sie standardisiert und transformiert, so dass der langfristige Durchschnitt jedes Indikators bei 0 Punkten liegt und einen Wertebereich von +100 bis -100 Punkten aufweist. Seit Beginn der Erhebung wurden allerdings keine Werte über 60 oder unter -60 gemessen.
Aus diesen Einzelindikatoren wird der Gesamtindikator Konsumklima gebildet. Das Konsumklima wird jeweils in Punkten angegeben, wobei 10 Punkte für ein Prozent Veränderung des realen privaten Verbrauchs stehen.

Bedeutung

Der Konsumklimaindex dient auch als Grundlage für die deutsche Komponente des EU-Verbrauchervertrauens. Somit kommt ihm eine besondere Bedeutung bei der Konjunkturprognose zu. Die Finanzmärkte reagieren häufig sehr sensibel auf diese Kennzahlen.
Der Vorteil des GfK-Konsumklimaindex liegt in der großen Anzahl der Befragten sowie in der allmonatlichen Datenerhebung. Die resultierenden Werte sind damit schneller und kurzfristiger verfügbar als die häufig eher quartalsweise veröffentlichten Statistiken.
Jedoch ist der Index recht revisionsanfällig. In den vergangenen Jahren war die Korrelation zwischen den tatsächlichen Konsumausgaben und der Prognose nur schwach. Rolf Bürkl von der GfK erklärt dazu, dass es vielmehr wichtig ist, etwaige Wendepunkte in der Entwicklung korrekt zu erfassen.