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Deutsche Bank macht 575 Millionen Gewinn · 27. April 2017

Deutsche Bank strebt nach Größerem

Logo der Deutschen Bank auf einer Wand
Quelle: Martin Good/Shutterstock
Die Deutsche Bank kann wieder ordentlich Geld verdienen. Im ersten Quartal stiegen die Gewinne um fast 150 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nun strebt man wieder nach Größerem – allerdings mit einer gewissen Demut.

-Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Deutsche Bank Chef Cryan war in den vergangenen Monaten nicht gerade um seinen Job zu beneiden. Vor gerade einmal gut sieben Monaten fiel die Aktie der Deutschen Bank unter 10 Euro. Leichtes Zittern machte sich breit. Es gab so manchen, der sich ernsthafte Sorgen um das ehemals so stolze Finanzinstitut machte. Doch sieben Monate sind an der Börse eine lange Zeit. Die damaligen Turbulenzen sind vielleicht noch nicht ganz vergessen, aber immerhin weitestgehend verdaut. So hat sich auch der Kurs der Aktie auf über 17 Euro erholt. Und es sieht so aus, als könnte diese Erholung noch ein wenig andauern.

Analystenerwartungen werden übertroffen

Die Deutsche Bank konnte ihren Überschuss im abgelaufenen Quartal mehr als verdoppeln. Mit 575 Millionen Euro verdiente Deutschlands größtes Finanzinstitut fast anderthalb mal so viel wie im Vorjahresvergleichszeitraum. Das Vorsteuerergebnis konnte um satte 52 Prozent auf 878 Millionen Euro gesteigert werden und liegt somit ebenfalls oberhalb der Erwartungen von Analysten. Vor allem im Anleihehandel konnte die Deutsche Bank zuletzt wieder spürbar zulegen. Ähnliches konnte man bereits bei Konkurrenten, insbesondere aus den USA, beobachten. „Ich bin zufrieden mit unserem Start ins Jahr 2017. Das Kundengeschäft läuft sehr erfreulich, wir verzeichnen in allen Bereichen der Bank Zuflüsse, und die Aktivität an den Märkten erholt sich“, so John Cryan.

"Wir haben noch viel zu tun"

Doch Zeit zum Ausruhen bleibt der Deutschen Bank kaum. Schon gar nicht, wenn man sich die Zahlen von der Konkurrenz aus den USA ansieht. Zum Vergleich: JP Morgan verdiente im ersten Quartal 2017 6,4 Milliarden US-Dollar, die zweitgrößte US-Bank, die Bank of America, immerhin noch 4,9 Milliarden US-Dollar. Es liegt also noch viel Arbeit vor der Deutschen Bank, sofern man sich irgendwann wieder einmal mit den Branchengrößen aus den USA messen möchte. Das weiß auch John Cryan. In einer „Nachricht an die Mitarbeiter“ heißt es: „Dass wir hier noch viel zu tun haben, zeigt das Ergebnis in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Wir haben einen Vorsteuergewinn von 878 Millionen Euro verbucht. Das ist zwar mehr als eineinhalb Mal so viel wie im schwierigen Auftaktquartal 2016. Doch das kann auf Dauer nicht unser Anspruch sein.“ Man strebt offenbar wieder nach Größerem. Allerdings mittlerweile mit einer gewissen Demut wie es scheint: Zum Abschluss seiner „Nachricht an die Mitarbeiter“ schreibt Cryan: „Lassen Sie uns alles dafür tun, damit wir die Tiefpunkte des Jahres 2016 nicht noch einmal erleben. Eine solche Erfahrung ist mehr als genug.“

Die Deutsche Bank Aktie und das Momentum

Diese Tiefpunkte hinter sich gelassen hat mittlerweile die Aktie der Deutschen Bank. Wie bereits erwähnt, konnten die Anteilsscheine von ihrem Tiefpunkt des Herbstes 2016 fast 90 Prozent zulegen. Das Momentum ist ebenfalls derzeit auf der Seite der Deutschen Bank Aktie. So war diese zuletzt einer der großen Gewinner des Wahlausgangs in Frankreich. Auf Wochensicht konnte die Aktie um mehr als 15 Prozent zulegen. Das freut nun auch einige technische Analysten, da die Aktie die 200-Tage-Linie nach oben durchbrechen konnte. Für Charttechniker stellt dieser Umstand ein solides Kaufsignal dar.