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Anleger feiern Gewinnsprung · 28. April 2017

Amazon pulverisiert Analysten-Erwartungen

Paket von Amazon
Quelle: Hadrian/Shutterstock
Amazon pulverisiert die Erwartungen von Analysten. Mit einem Gewinn pro Aktie von 1,48 US-Dollar, konnte man die Erwartungen von 1,10 US-Dollar pro Anteilsschein deutlich schlagen. Die 1.000 US-Dollar-Marke rückt in Reichweite.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Bereits Mitte der Woche sprach Goldman Sachs eine Kaufempfehlung für die Aktie von Amazon aus und legte gelichzeitig ein Kursziel von 1.100 US-Dollar fest. Zur Begründung hieß es, dass hohe Investitionen in der Vergangenheit meist zu steigenden Umsätzen geführt hätten. Besonders spannend sei die Frage, wie sich die „jüngsten Investitionen in Logistik, Inhalte und das Indien-Geschäft auf den operativen Gewinn ausgewirkt haben“, so Goldman Analyst Heth Terry (Amazon bleibt auf der „Conviction Buy List“). Und was soll man sagen? Amazon übertraf gestern Abend die Analystenerwartungen deutlich!

Cloud-Geschäft wird zur "Cash-Cow"

Angetrieben vom starken Cloud-Geschäft, schafft es Amazon mittlerweile dauerhaft schwarze Zahlen zu schreiben. Für ein Unternehmen von Amazons-Größe ist zwar ein erzielter Überschuss von 724 Millionen US-Dollar kaum der Rede wert, doch bei dem Online-Händler zählen bekanntlich andere Maßstäbe. Insofern kommt es an der Börse gut an, dass Amazon bereits zum vierten Mal in Folge schwarze Zahlen vorlegen kann. Für manchen Beobachter viel wichtiger ist da schon der Umstand, dass Amazon die Konzernumsätze um 23 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro steigern und somit die Markterwartungen deutlich übertreffen konnte.

Amazon will weiter wachsen

Zur eigentlichen Kassenschlager entwickelt sich bei Amazon mehr und mehr das Cloud-Geschäft. Allein durch die Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS) erzielte Amazon im ersten Quartal ein Erlösplus von 3,7 Milliarden US-Dollar und somit 43 Prozent mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum. Das profitable Cloud-Geschäft sorgte bereits in den vorgehenden Quartalen dafür, dass Amazon in die schwarzen Zahlen rutschen konnte. Das ist auch dringend nötig, denn es gibt auch noch das „alte Amazon“ – also Segmente in denen das Wachstum im Vordergrund steht, wenngleich die Erlöse – gelinde gesagt – nicht Schritt halten können. So verzeichneten Amazons Prime Services ein rasantes Wachstum. Allerdings ist dieses Wachstum auch diesmal teuer erkauft. In diesem Segment erzielte der Onlinehändler einen Quartalsverlust von 481 Millionen US-Dollar. Doch Investitionen in Wachstum hat Jeff Bezos noch nie gescheut. Im Gegenteil: Amazon investiert weiterhin kräftig in Filmproduktionen, um gegen Konkurrenten wie Netflix und Hulu zu punkten. Zudem plant Amazon massive Investitionen in die gesamte Lieferkette. Wie Jeff Bezos bereits ankündigte sollen bis Sommer 2018 rund 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt und die USA mit neuen Logistikzentren überzogen werden.

Ausblick bleibt unterhalb der Erwartungen

Beim Ausblick gibt man sich bei Amazon allerdings eher verhalten. Für das zweite Quartal erwartet der Onlinehändler einen Gewinn zwischen 425 und 1.075 Millionen US-Dollar. Analysten hatten mit einem Gewinn von rund 1,5 Milliarden US-Dollar gerechnet. Doch der eher verhaltene Ausblick kann zumindest am frühen Morgen niemanden stören. Nach Zahlen kann die Aktie von Amazon nachbörslich deutlich zulegen und notiert auch am frühen Morgen (auf Eurobasis) mit knapp fünf Prozent im Plus.