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Gastbeitrag Commerzbank Research · 28. April 2017

Erste Bestandsaufnahme der Präsidentschaft Trumps nach 100 oder 173 Tagen?

US-Flagge und Banknoten
Quelle: STILLFX/Shutterstock
Zugegeben, 100 Tage sind nicht viel – und schon gar nicht in der Politik. Dennoch ist es üblich nach eben diesen 100 Tagen für eine erste Bestandsaufnahme. Was aber sagt der Devisenmarkt zu den ersten 100 Tagen Trump?

Zertifikate der Commerzbank auf das Devisenpaar EUR/USD
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Ein Blick auf Grafik 1 zeigt, dass der USD von der Amtszeit US Präsident Donald Trumps bislang nicht profitieren konnte: Gewinnen gegenüber Aussie, Kiwi, CAD und der NOK stehen Verluste zum GBP, JPY, EUR und CHF gegenüber. Gegenüber den Schwergewichten am Devisenmarkt hat der USD seit der Amtsübernahme am 20. Januar also eher verloren statt zugelegt.

Quelle: Bloomberg

US-Dollar: Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

Nun ist das aber mit der Betrachtungsperiode so eine Sache. Denn natürlich hat der Devisenmarkt bereits unmittelbar nach der Wahl am 8. November auf das überraschende Ergebnis reagiert. Verglichen mit dem 8.11.2016, also 173 Tage, hat der USD gegenüber allen G10-Währungen (außer GBP und SEK) zugelegt (Grafik 2). Ebenso wie bei der politischen Bewertung kann sich der Beobachter also entscheiden, ob das Glas halbvoll (die USD-Stärke seit der Wahl bis zur Amtseinführung hat sich bisher nicht korrigiert) oder halbleer (Trumps Entscheidungen haben dem USD keine zusätzlichem Impulse gegeben) ist.

Quelle: Bloomberg

Weitere Entwicklung hängt von Wirtschaftsdaten ab

Für den Devisenmarkt jedenfalls sind 100 Tage bisher zu wenig für ein abschließendes Urteil. Das spiegelt sich auch darin wieder, dass Äußerungen von Trump den Markt immer weniger bewegen, da er einige seiner Pläne letztlich nicht durchsetzen konnte. Wie die Entscheidung des Devisenmarktes letztlich ausfallen dürfte, hängt auch von den US-Daten ab. Auch von dieser Front gibt es heute aber eher widersprüchliche Signale. So werden die BIP-Daten für Q1 wohl eher katastrophal ausfallen. Analysten erwarten ein Plus von nur 1% zum Vorquartal (annualisiert). Bereits die 2,1% im Q4 2016 galten als schwach. Auf der anderen Seite dürfte das von der Fed viel beachtete Inflationsmaß, der Deflator der privaten Konsumausgaben, heute kräftig steigen und das Inflationsziel der Fed erreichen.