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Analystenkommentare des Tages · 28. April 2017

Osram: Kurspotenzial von 25 Prozent?

Beleuchtetes Logo von Osram
Quelle: 360b/Shutterstock
Ist die Osram-Aktie drastisch unterbewertet? Befindet sich Boeing womöglich in größeren Turbulenzen? Auch heute gab es wieder eine ganze Reihe von Analystenkommentaren. Ein Auszug.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Geradezu euphorisch gab sich heute Société Générale Analyst Alok Katre in Bezug auf die Osram-Aktie. Wie Katre in einer heute veröffentlichten Studie schreibt, dürfte sich insbesondere das Infrarot-Geschäft von Osram weiter entwickelnd und den von Osram eingeschlagenen Weg in Richtung eines Hightech-Unternehmens maßgeblich beeinflussen. Zudem sei der Lichtkonzern auch Abseits dieses Wachstumssektors sehr gut aufgestellt. So könnte Osram in besonderem Maße vom einsetzenden Wandel in der Automobilbranche profitieren, sehr viel stärker auf LED-Lampen zu setzen. Zudem könnte Osram die zunehmende Digitalisierung in die Karten spielen. So sieht Katre für Osram das Potenzial, durch neue Anwendungen wie Iris-Scanner und im Bereich der virtuellen Realität, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Zu guter Letzt könnte der Osram-Kurs immer wieder durch Übernahmefantasien angetrieben werden. So rechnet der Analyst damit, dass sich Großaktionäre Siemens im Laufe des Jahres von seinen Anteilen trennen könnte.
Vor diesem Hintergrund prognostiziert er dem Unternehmen ein jährliches Gewinnwachstum pro Aktie um bis zu 15 Prozent. Ausgehend von einem solchen Ausblick stuft Katre sein Kursziel für die Osram-Aktie von 53 auf 75 Euro hoch. Nach heutigem Stand entspräche dies einem Kursplus von 25 Prozent.

HSBC hebt Kursziel für Bayer an

Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Bayer nach Zahlen von 92 Euro auf 107 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt jedoch unverändert auf „Halten“. Wie Analyst Stephen McGarry konstatiert, hätten die Leverkusener ein unerwartet starkes Zahlenwerk präsentiert (Dank Covestro: Bayer erhöht Prognose). McGarry erhöhte gleichzeitig seine langfristige Prognose für die Kunststofftochter Covestro.

BNP Paribas stuft Südzucker herab

Ein mögliches Überangebot könnte die Zuckerpreise mittelfristig belasten. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest BNP-Analyst Mikheil Omanadze. So hätten sich die mittelfristigen Aussichten für die Branche zuletzt spürbar eingetrübt, weshalb er den Ausblick für die Südzucker-Aktie von „Outperform“ auf „Neutral“ herabgestuft habe. Das Kursziel senkte Omanadze von 30 auf 20 Euro.
Bereits im laufenden Jahr haben die Zuckerpreise um rund 20 Prozent nachgegeben und der Druck bleibt offenbar aufrecht. Als zusätzliche Belastung könnte sich der Wegfall der „Europäischen Zuckermarktordnung“ erweisen. Diese hatte bislang die europäischen Produzenten geschützt und das Angebot reguliert. Künftig wird sich die Zuckerpreisentwicklung jedoch am Weltmarkt orientieren müssen. Die Südzuecker-Aktie verlor heute bereits zwischenzeitlich rund fünf Prozent.

Boeing in Turbulenzen?

Bereits gestern Abend äußerste sich Goldman Sachs zu den weiteren Aussichten des US-Flugzeugbauers Boeing und warnte vor „zyklischen Risiken“. Als größtes Risiko betrachtet Analyst Noah Poponak die zunehmende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage innerhalb des Sektors: Während die Nachfrage nach neuen Maschinen zuletzt spürbar nachgelassen habe, befände sich das Angebot bei Boeing auf einem Rekordniveau. Zudem sei die in dieser Woche vorgelegte Bilanz nicht gerade überragend ausgefallen und zusätzlich könnten sich die Probleme mit dem Tankflugzeug für das US-Militär als nachhaltiges Problem erweisen. Wenngleich der Gewinn je Aktie in den ersten drei Monaten dieses Jahres oberhalb der Markterwartungen gelegen habe, so sei dies jedoch vor allem positiven Steuereffekten zu verdanken. Poponak hob das Kursziel für die Boeing-Aktie zwar leicht, von 132 auf 134 US-Dollar, an. Die Einstufung bleibt jedoch unverändert auf „Sell“.