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Gastbeitrag Commerzbank Research · 02. Mai 2017

Skepsis trotz Produktionskürzungen

Öl-Pumpe auf einem Feld
Quelle: pan demin/Shutterstock
Die Ölpreise geben schon wieder nach. Schon im frühen Handel standen die Preise für beide Öl-Sorten unter Druck, womit sich gleichzeitig der gestrige Trend bestätigt.

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-zum Autor, Eugen Weinberg ist Head of Commodity Research bei der Commerzbank AG-
Brent fällt nach dem Kontraktwechsel heute früh auf 51,3 USD je Barrel, WTI auf 48,5 USD je Barrel. Preisbelastend sind Nachrichten, wonach die Ölproduktion in Libyen nach der Wiederinbetriebnahme des landesweit größten Ölfeldes auf 760 Tsd. Barrel pro Tag gestiegen sein soll, was dem höchsten Niveau seit Dezember 2014 entsprechen würde. Zudem hat Saudi-Arabien die offiziellen Verkaufspreise für Asien im Juni weiter gesenkt, was trotz der Produktionskürzungen auf einen fortgesetzten Kampf um Marktanteile auf dem asiatischen Markt hindeutet.

Anleger trennen sich von Long-Positionen

Voraussichtlich heute werden von Reuters und Bloomberg die OPEC-Produktionsumfragen für April veröffentlicht. Diese dürften eine weiterhin hohe Umsetzung der Produktionskürzungen zeigen. Die spekulativen Finanzanleger haben sich in der letzten Berichtswoche massiv von ihren Netto-Long-Positionen getrennt (Brent -69 Tsd. Kontrakte, WTI -72 Tsd. Kontrakte), was auf eine zunehmende Skepsis hinsichtlich der Preisaussichten schließen lässt und den starken Preisrückgang Ende April erklärt.

Benzinnachfrage geht zurück

Die Benzinnachfrage im größten Verbrauchsland, den USA, hat im 1. Quartal laut EIA mit einem Rückgang um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr enttäuscht. Eine weitere Hiobsbotschaft dürfte nun von einer unerwarteten Stelle kommen, nämlich aus dem Weißen Haus. US-Präsident Trump erwägt eine Erhöhung der Benzinsteuer, um damit die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren. Bislang geht man in diesem Jahr von einer rekordhohen Benzinnachfrage während der Sommerfahrsaison aus. Sollte sich der Nachfrageausblick in den USA verschlechtern, dürfte dies u.E. längerfristig deutlich stärker die Ölpreise belasten als etwa eine Nicht-Einigung der OPEC über Produktionskürzungen.