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iPhone-Verkäufe gehen leicht zurück · 03. Mai 2017

Trotz Gewinnsteigerung: Apple unter Erwartungen

iPhone auf einem Tisch
Quelle: Leszek Kobusinski / Shutterstock
Die Apple-Aktie ist heute im frühen Handel, trotz einer Gewinnsteigerung, unter Druck. Für schlechte Stimmung sorgen insbesondere schwächelnde iPhone-Absätze.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Zuerst die gute Nachricht: Apple hat auch im abgelaufenen Quartal wieder mehr Geld verdient. Im Ende März abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal verdiente Apple 11,03 Milliarden Euro und somit gut 4,8 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Umsätze konnten ebenfalls leicht, auf 33,25 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 32,86 Milliarden US-Dollar), zulegen. Bei jedem anderen Unternehmen würde man derartige Zahlen sehr wahrscheinlich ausgiebig feiern. Nicht so bei Apple.

iPhone 8 zu früh beworben?

Vor allem die nachlassenden iPhone-Absätze sind Anlegern und Analysten ein Dorn im Auge. So verkaufte Apple im vergangenen Quartal „nur“ rund 50,8 Millionen iPhones, während man im Vorjahr noch 51,2 Millionen Geräte an den Mann beziehungsweise an die Frau brachte. Analysten rechneten damit, dass Apple mindestens 52 Millionen Geräte würde verkaufen können. Doch wenngleich die Absätze leicht zurückgingen, hat es Apple dennoch geschafft die Umsätze zu steigern. Die Konzernumsätze kletterten im vergangenen Quartal um 4,6 Prozent auf rund 52,9 Milliarden US-Dollar. Aber wie geht das? Nun, Apple hat einfach etwas mehr Geräte von dem teureren iPhone 7 Plus abgesetzt und somit die Umsätze leicht in die Höhe getrieben. Zudem ist der durchschnittliche Preis für ein iPhone von 642 auf 655 US-Dollar angestiegen. Doch auch Apple-Chef Tim Cook gibt sich angesichts der vorgelegten Zahlen selbstkritisch: „Eine der Sachen, bei denen wir falsch lagen, war das Verhältnis zwischen dem iPhone 7 und iPhone 7 Plus.“ Zudem dürfte eine Rolle gespielt haben, dass Apple schon recht früh Werbung für das voraussichtlich in diesem Jahr erscheinende iPhone 8 gemacht hat. Nicht wenige Kunden dürften aktuell die Markteinführung des neuen Endgerätes abwarten.

Mac-Verkäufe werden zur Stütze

Neben den iPhone-Verkäufen erweisen sich im abgelaufenen Quartal auch die Mac-Verkäufe endlich wieder als Stütze. Insgesamt verkaufte Apple rund 4,2 Millionen Macs und somit gut vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gewinne legten sogar um 14 Prozent, auf nun 5,85 Milliarden US-Dollar zu. Weniger gut läuft es hingegen in der Tablet-Sparte. Mit gut 8,9 Millionen abgesetzten Geräten verkaufte Apple gut 13 Prozent weniger iPads als zuletzt. Die Umsätze brachen im Zuge dessen um ganze zwölf Prozent ein. In Bezug auf die Apple-Watch macht der Konzern weiterhin keine konkreten Angaben. Zwar konstatierte Tim Cook, dass sich die Absätze gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hätten, doch was dies konkret bedeutet, erläuterte der Apple-Chef nicht.

Warmer Geldregen für Aktionäre?

Seit gestern Abend sitzt Apple nun auch offiziell auf Barreserven von fast 257 Milliarden US-Dollar. Wie Finanzchef Luca Maestri zugab, liegen jedoch 93 Prozent der Mittel im Ausland. Maestri bekräftigte gestern, dass man im Zuge einer Steuerreform neu über die Zukunft des Geldes nachdenken würde. Nach aktuellem Recht müssten Unternehmen, die Auslandsgewinne in die USA bringen, diese mit 35 Prozent besteuern. Deshalb ist es für viele Unternehmen aus den USA nicht wirklich unüblich derartige Gewinne im Ausland zu parken. Zumindest über einen Teil des Geldes dürften sich auch die Aktionäre freuen. Wie der Konzern mitteilte, sollen bis 2019 weitere rund 50 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet werden.