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Kostenmanagement trägt erste Früchte · 03. Mai 2017

Hugo Boss: Nach Zahlen unter Druck

Hugo Boss Filiale
Quelle: Maly Designer/Shutterstock
Hugo Boss macht wieder etwas Boden gut. Nachdem der Modekonzern zuletzt etwas Schwierigkeiten hatte, konnten heute eigentlich wieder ordentliche Zahlen vorgelegt werden. Die Aktie wird dennoch abgestraft.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Wie Hugo Boss heute Morgen mitteilte, konnte das Netto-Konzernergebnis im ersten Quartal 2017 um rund 20 Prozent auf nun 48 Millionen Euro gesteigert werden. Operativ verdiente der Metzinger Modekonzern mit etwas mehr als 97 Millionen Euro ebenfalls rund vier Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Ergebnisanstieg trugen laut Konzernangaben Kosteneinsparungen sowie geringere Rabatte bei. Der im vergangenen Jahr eingeleitete Sanierungskurs scheint also erste Früchte zu tragen, was sich auch am leicht gestiegenen Umsatz bemerkbar macht. Dieser stieg um ein Prozent auf 651 Millionen Euro. Angesichts der heute vorgelegten Zahlen bestätigte Hugo Boss die Prognose für das laufende Jahr. Konzernchef Mark Langer: „Wir sind solide in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Vor allem in Europa und Asien entwickeln wir uns positiv. Unsere strategische Neuausrichtung schreitet voran, in einigen Bereichen sehen wir bereits gute Erfolge.“

Umsätze in Europa und Asien steigen

Hugo Boss profitierte zuletzt vor allem von wieder steigenden Umsätzen in Europa und Asien. Umsatzrückgänge in den USA konnten somit ausgeglichen werden. Laut Hugo Boss sei das Geschäft in den USA derzeit von systemischen Problemen belastet, wonach geringere Kundenfrequenzen im stationären Einzelhandel und hohe Rabatte das Marktumfeld prägen würden. In den USA hatte Hugo Boss Umsatzrückgänge von sieben Prozent zu verbuchen. Dem allgemein eher schwierigen Marktumfeld begegnet Hugo Boss derzeit mit einem konsequenten Kostenmanagement. Somit konnten die operativen Aufwendungen zuletzt wieder in Grenzen gehalten werden.

Aktie technisch angeschlagen?

Die Hugo Boss Aktie gibt im frühen Handel rund sechs Prozent nach. Aus technischer Sicht scheint vor allem der Fall unter die Marke von 70,00 Euro beziehungsweise unter die Marke von 66,00 Euro als maßgeblich. Laut eines Analysten von GodmodeTrader stellte die Marke von 66,00 Euro eine wichtige Unterstützung dar, die allerdings nun bereits nach unten durchbrochen wurde. Doch trotz der heutigen Turbulenzen hatte die Aktie eigentlich einen guten Start ins laufende Börsenjahr erwischt und konnte in den vergangenen drei Monaten um mehr als 15 Prozent zulegen. Analysten sind dennoch nicht allzu optimistisch was die weitere Entwicklung der Aktie angeht. Bereits gestern bestätigte Goldman Sachs Analyst Alberto D’Agnano seine Verkaufsempfehlung für die Hugo boss Aktie. D’Agnano traut den Metzinger in den kommenden Monaten nicht besonders viel zu, unter anderem da Hugo Boss bereits einige verlustträchtige Filialen hätte schließen müssen. Somit bleibt auch sein Kursziel unverändert bei 60 Euro pro Anteilsschein. Nach den Zahlen von heute Morgen bestätigte auch Morgan Stanley seine Empfehlung für die Aktie. Analystin Louise Singlehurst bestätigte ihr Kursziel von 62 Euro sowie ihre Empfehlung die Aktie zu „Halten“.