Nachrichten

Tesla weitet Verluste aus · 04. Mai 2017

Tesla: Teures Wachstum

Tesla-Werk in Tilburg
Quelle: Nadezda Murmakova/Shutterstock
Tesla hat im ersten Quartal neue Rekorde in Sachen Produktion, Auslieferung und vor allem auch beim Umsatz erzielt. Doch dieses Wachstum ist teuer erkauft. Tesla rutscht wieder stärker in die roten Zahlen.

Was das Wachstum angeht, so befindet sich man bei Tesla durchaus auf Kurs. Wie bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben wurde, setzte der Elektroautobauer im ersten Quartal erstmals mehr als 25.000 Fahrzeuge ab. Hinsichtlich des Unternehmensziels, im ersten Halbjahr 50.000 Fahrzeuge abzusetzen, befindet sich Tesla demnach voll auf Kurs. Auch die Umsätze konnten im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt werden. Diese liegen mittlerweile bei 2,7 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zu den Branchengrößen aus den USA und Deutschland sind derartige Ab- und Umsätze zwar verschwindend gering, doch im Falle von Tesla scheint dies für Anleger durchaus verkraftbar.

Tesla will in den Massenmarkt

Allerdings war das Wachstum im ersten Halbjahr mal wieder teuer erkauft. Mit 330 Millionen Euro lag das Minus in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich höher, als von Analysten im Vorfeld erwartet. Den steigenden Verlust führen Beobachter vor allem auf den für Juli geplanten Fertigungsstart für das „Model 3“ zurück. Mit seinem ersten Mittelklassewagen will Tesla in den Massenmarkt vordringen. Mit einem geplanten Preis von rund 35.000 US-Dollar wäre das „Model 3“ nur gut halb so teuer wie die bisher erhältlichen Tesla-Modelle. Das „Model 3“ ist jedoch vor allem Teil eines ehrgeizigen Plans: Bis 2018 will Tesla-Chef Elon Musk 500.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen, bis 2020 sollen es sogar eine Millionen Fahrzeuge sein. Doch der Einstieg in den Massenmarkt scheint doch etwas teurer als gedacht. Der überraschend große Verlust hat Anleger heute zumindest ein klein wenig verschreckt und die Aktie gab nachbörslich um gut ein Prozent nach.

Vertrauen in Elon Musk scheint unerschöpflich

Trotzdem scheint das Vertrauen der Aktionäre in Tesla – und vielleicht auch ein gutes Stück in Elon Musk – noch lange nicht aufgebraucht. Im Gegenteil: Auf Jahressicht konnte die Tesla-Aktie um mehr als 40 Prozent zulegen. In Bezug auf die Marktkapitalisierung überholte Tesla bereits vor einigen Wochen Branchengrößen wie Ford oder General Motors und avancierte zum wertvollsten Autobauer der USA und das, obwohl man aktuell noch immer tiefrote Zahlen schreibt und gerade einmal 25.000 Fahrzeuge pro Quartal abgesetzt hat. Zum Vergleich: Daimler setzte mit seiner Kernmarke Mercedes im ersten Quartal dieses Jahres mehr als 560.000 Fahrzeuge ab.