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Fans pilgern in Scharen zu Warren Buffet · 08. Mai 2017

Starinvestor vermeldet Gewinnrückgang

Warren Buffet vermeldet Gewinnrückgang
Quelle: Krista Kennell / Shutterstock
Rund 30.000 Fans pilgerten am Wochenende nach Omaha, um Warren Buffet „live“ zu sehen und seinen Ausführungen zu lauschen. Auch wenn seine Investments wie Wells Fargo und United Airlines aktuell in der Kritik stehen.

-Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Nach mehr als fünf Jahrzehnten ist das Aktionärstreffen in Omaha im amerikanischen Bundesstaat Nebraska noch immer ein ziemlich einzigartiges Ereignis: aus aller Welt reisen Anhänger Buffetts an. In erster Linie um den Börsenguru persönlich zu sehen. Dabei geraten die nackten Zahlen fast schon in den Hintergrund. Denn die auch als „Woodstock des Kapitalismus“ bezeichnete Zusammenkunft ist ein buntes Treiben, währenddessen zahlreichen Firmen der Berkshire-Holding Produkte anbieten. Von Boxershorts mit Buffetts Konterfei bis zu Goldschmuck ist hier alles zu haben. Trotz aller Verehrung kamen aber auch unbequeme Fragen.
Mit glänzenden Quartalszahlen konnte der 86jährige Börsenguru diese Mal nicht aufwarten. Der Überschuss der Gesellschaft mit Sitz in Omaha in Nebraska ging um 27 Prozent auf rund vier Milliarden Dollar zurück. Allerdings war in der Vergleichszahl ein einmaliger Kapitalgewinn von 1,9 Milliarden Dollar enthalten. Das operative Ergebnis sank dennoch um fünf Prozent auf 3,56 Milliarden Dollar. Grund war unter anderem ein defizitäres Versicherungsgeschäft aufgrund diverser Naturkatastrophen.
Die Stimmung der anwesenden Aktionäre war dennoch gut und mit Blick auf die Wertentwicklung der Aktie ist dies durchaus nachvollziehbar. Buffett liefert zuverlässig Milliardengewinne, wer früh genug auf ihn setzte, hat mit seinen Berkshire-Aktien über die Jahre selbst ein Vermögen gemacht. Innerhalb eines Jahres kletterte die Aktie um rund 20 Prozent, auf Sicht von 5 Jahr beträgt das Plus 145 Prozent. In den vergangenen 30 Jahren verteuerte sich die A-Aktie gar um rund 8500 Prozent und überflügelte damit den Dow Jones um ein Vielfaches.

Kritik an Wells Fargo und United Airlines

Unangenehme Fragen gab es zu umstrittenen Investments wie etwa an Wells Fargo und United Airlines in der fünfstündigen Frage-und-Antwort-Runde mit Analysten, Journalisten und Aktionären. Wegen des Umgangs mit der Scheinkonten-Affäre übte Buffet scharfe Kritik an Wells Fargo. Das Geldhaus habe sich "total falsch" verhalten. "Das Hauptproblem war, dass sie nicht reagiert haben, nachdem sie davon erfuhren."
Wells Fargo hatte im September die unautorisierte Eröffnung von rund zwei Millionen Spar- und Kreditkarten-Konten zugegeben. Später kam heraus, dass das Management seit Jahren Hinweise hatte, aber nicht entschlossen handelte. Trotz seiner Kritik steht Buffett aber zu der Beteiligung an Wells Fargo. Berkshire hielt zuletzt Aktien im Wert von rund 25 Milliarden Dollar und ist damit der größte Anteilseigner.
Buffet verteidigte auch andere umstrittene Investments - bei United Airlines, aber auch American Express und Coca-Cola. Die Unternehmen hätten zwar derzeit Schwierigkeiten, "aber wir mögen sie sehr gerne", betonte er. "Wir haben die Aktien nicht in der Annahme gekauft, dass sie nie Probleme haben werden." Zu Buffetts Konglomerat gehören über 80 Firmen - von Versicherern, Einzelhandelsgrößen und Autohäusern bis hin zu Zeitungen und einer Frachteisenbahn. Zudem hält Berkshire Hathaway große Aktienanteile an diversen börsennotierten Konzernen wie Apple, Goldman Sachs oder Kraft Heinz.

Kritik an Trumpcare

Die vor wenigen Tagen vom Repräsentantenhaus beschlossene Gesundheitsreform ist laut Buffet eine Steuererleichterung für Reiche. Er rechnete vor, dass der aktuelle Gesetzentwurf, der noch durch den Senat muss, seine Steuerlast gegenüber dem Bund im vergangenen Jahr um 17 Prozent gemindert hätte.
Mit dem aktuellen Gesetzentwurf will Trump die Gesundheitsreform seinen Vorgängers, Obamacare, zurückdrehen. Konkret will er rückgängig machen, dass Steuern auf Einkommen und Kapitaleinkünfte zur Finanzierung des Gesundheitssystems dienen.