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Druck auf Gold nimmt zu · 08. Mai 2017

Goldpreis kämpft um Halt

Goldbaren, Münzen und Banknoten
Quelle: monticello/Shutterstock
Gold bleibt weiter unter Druck. Auch zu Wochenbeginn gibt das Edelmetall weiter nach. Vor allem die Wahl in Frankreich setzte dem Goldpreis zuletzt immer wieder zu und nun trübt sich offenbar auch noch das technische Bild weiter ein.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Bereits seit Mitte April fallen die Edelmetallpreise mehr oder weniger ununterbrochen. So verlor Gold zuletzt etwas mehr als fünf Prozent, Platin rund acht Prozent und Silber sogar knapp elf Prozent an Wert. Aus fundamentaler Sicht scheint insbesondere die Präsidentschaftswahl in Frankreich – zumindest für den Goldpreis – eine halbwegs entscheidende Rolle zu spielen. So setzte der Druck auf den Goldpreis nur knapp eine Woche vor der ersten Wahlrunde ein und könnte heute vielleicht seinen vorläufigen Höhepunkt finden. Der Goldpreis gibt zwar heute im frühen Handel noch einmal etwas nach, allerdings sind die Verluste derzeit noch in einem überschaubaren Rahmen. Das dürfte insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass in den vergangenen Tagen ein Sieg Emmanuel Macrons mehr oder weniger eingepreist wurde.

Anleger im "Risk-On-Modus"

Ein solcher wurde an den Aktienmärkten definitiv eingepreist. Bereits nach dem ersten Wahlgang in Frankreich setzte an den europäischen Aktienmärkten eine regelrechte „Party-Rally“ ein, welche beispielsweise dem DAX ein Allzeithoch nach dem anderen bescherte. Diese Rückkehr vieler Anleger in den „Risk-On-Modus“ scheint nun ebenfalls auf dem Goldpreis zu lasten. Doch das könnte beim Blick auf die Finanzmärkte nur ein vergleichsweise kleines Problem darstellen.
An den Terminmärkten beispielsweise hat sich bis dato noch kein größeres Verkaufsdruck aufgebaut. Woche für Woche informiert die US-Aufsichtsbehörde „Commodity Futures Trading Commission“, über die aktuelle Entwicklung der Gold-Futures an den Terminmärkten. Zwar stellt dieser Bericht vor allem ein allgemeines Stimmungsbild dar, doch er zeigt auch auf, wie sich das allgemeine Interesse an Gold-Futures zuletzt entwickelt hat. Wie aus dem Bericht hervorgeht, stiegen die Netto-Long-Positionen zuletzt das sechste Mal in Folge. Vor allem größere Terminspekulanten haben ihre Netto-Long-Positionen um ganze 2,5 Prozent erhöht. Sollten diese nun langsam dazu übergehen Positionen wieder abzubauen, so droht die Gefahr eines „Long-Squeeze“, was den Druck auf den Goldpreis zusätzlich katalysieren könnte.

Die charttechnische Situation

Aus technischer Sicht kämpft der Goldpreis seit einigen Tagen mit der 200-Tage-Linie. Diese wichtige technische Wegmarke wurde in den vergangenen Tagen immer wieder getestet und droht mit dem heutigen Rücksetzer endgültig zu kippen. Bereits vergangene Woche konstatierte Marko Strehk, technischer Analyst bei GodmodeTrader, dass der Goldpreis einen Trendbruch erlitten habe, weshalb die charttechnische Situation aktuell als „bearish“ zu bewerten sei.

Quelle: Trading-Desk Börse Stuttgart