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Versorger mit durchwachsenem Quartal · 09. Mai 2017

e.on: Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

Kernkraftwerk bei Nacht
Quelle: levelupart/Shutterstock
Alles in allem kann man sagen, dass die Zahlen von e.on recht unspektakulär sind. Im Fall des zuletzt schwer gebeutelten Versorgers könnte man das durchaus als Kompliment verstehen, wenn da nicht die Erwartungen der Analysten wären.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Das Positive vorweg: Unter dem Strich hat e.on im ersten Quartal wieder einen Gewinn verbucht. Allerdings lag dieser leicht unterhalb der Erwartungen von Analysten. So sank der bereinigte Überschuss gegenüber dem Vorjahr von 658 Millionen Euro auf 525 Millionen Euro. Analysten hatten im Vorfeld einen Überschuss von 531 Millionen Euro erwartet. Auch das operative Ergebnis vor Zinsen uns Steuern ging deutlich, um 34 Prozent, auf 1,038 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz fiel immerhin noch um sieben Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Den durchwachsenen Jahresbeginn erklärt der Konzern mit schwierigen Wetterverhältnissen, welche vor allem die Windräder des Konzerns in Mitleidenschaft gezogen hätten. Zudem sei auch das Kernkraftwerk Brokdorf deutlich länger vom Netz gewesen, als im Vorfeld geplant. Als weitere Belastung hätten sich zudem negative Wechselkurseffekte aus Geschäften in Großbritannien überwiesen.

e.on zeigt sich optimistisch

Doch trotz aller Negativmeldungen gibt man sich bei e.on halbwegs zufrieden mit den heute vorgelegten Zahlen. Finanzvorstand Marc Spieker: „Nach dem Abschluss des ersten Quartals sind wir im Zielkorridor unserer Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2017. Unser operatives Ergebnis hat sich im ersten Quartal in einem schwierigen Umfeld wie erwartet entwickelt. Wir haben unsere Kapitalstruktur deutlich verbessert. Die Nettoverschuldung haben wir durch unseren starken Cashflow und die im März erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung um 1,6 Milliarden Euro reduziert.“ Zumindest in Sachen Verschuldung hat Spieker Recht und e.on kann in diesem Bereich erste Erfolge verzeichnen. So sanken die Verbindlichkeiten im vergangenen Quartal von 26,3 Milliarden Euro auf 24,7 Milliarden Euro. Hierzu trug neben dem Ergebnisbeitrag des ersten Quartals vor allem die im März durchgeführte Kapitalerhöhung bei.

Aktie mit Aufholpotenzial?

Von einem aufkommenden Rückenwind, könnten derzeit nicht nur die Windräder von e.on profitieren. Auch die Aktie dümpelt seit Monaten mehr oder weniger vor sich hin. So steht auf Sicht von drei Monaten für die e.on-Aktie gerade einmal ein Plus von rund 1,8 Prozent zu Buche. Berücksichtigt man die jüngste DAX-Entwicklung so ist ein solch marginales Plus nicht unbedingt zufriedenstellend, wenngleich nicht vergessen werden sollte, das e.on immerhin eine Kapitalerhöhung zu verdauen hatte. Doch auch von Analysten-Seite gibt man sich in diesen Tagen nicht gerade euphorisch. Erst gestern empfahlen Moragn Stanley und Robert W. Baird & Co. die Aktie lediglich zu „halten“. Vor allem bei Morgan Stanley sieht man die Trendwende bei e.on noch lange nicht erreicht. Deutlich positiver bewertet hingegen die Deutsche Bank die e.on-Aktie. Am vergangenen Freitag sprach Analyst Martin Borough eine Kaufempfehlung für die Anteilsscheine des Versorgers aus. Aus seiner Sicht sei die Aktie auf dem aktuellen Niveau durchaus attraktiv bewertet.