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MDAX-Konzern mit Gewinnrückgang · 10. Mai 2017

HeidelbergCement enttäuscht Analysten

Abbau von Zement in einem Werk
Quelle: Banana Republic Images/Shutterstock
Es gibt sie also doch noch. Die Enttäuschungen im Rahmen der Berichtssaison. HeidelbergCement konnte im abgelaufenen Jahr zwar seinen Umsatz leicht steigern, das operative Ergebnis bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Bereits im frühen Handel avancierte die Aktie von HeidelbergCement zum größten Verlierer im DAX. Dabei waren die Zahlen auf den ersten Blick eigentlich gar nicht so schlecht. So konnte HeidelbergCement zwar den Umsatz auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr leicht steigern. Das operative Ergebnis lag allerdings unterhalb der Erwartungen von Analysten. Der Umsatz lag im ersten Quartal bei rund 3,8 Milliarden Euro und somit gut ein Prozent über dem Vorjahresniveau. Während man mit einem stagnierenden Geschäft vielleicht noch hätte Leben können, können das die Marktteilnehmer mit sinkenden Gewinnen offenbar nicht und schicken die Aktie heute entsprechend auf Talfahrt. Das operative Ergebnis von HeidelbergCement ging zuletzt um gut zwei Prozent auf knapp 383 Millionen Euro zurück und lag somit unterhalb der Markterwartungen.

Latte aus dem Vorjahr lag hoch

Trotz aller Bedenken in Bezug auf die heute vorgelegten Zahlen sollte jedoch nicht vergessen werden, dass das Baugeschäft einer gewissen Saisonalität unterliegt. Der Auftakt in ein Geschäftsjahr ist traditionell eher schwierig. Zudem lag die Latte aus dem Vorjahr vergleichsweise hoch. Der Start in das vergangene Geschäftsjahr war aufgrund einer anziehenden Nachfrage und gesunkener Energiekosten ungewöhnlich stark ausgefallen. Vor diesem Hintergrund werden die heute vorgestellten Zahlen wieder etwas relativiert. Wer die Quartalszahlen also positiv bewertet wissen möchte, der könnte auch sagen, dass sich HeidelbergCement auf einem ordentlichen Niveau stabilisiert habe. Das würde zumindest deutlich besser klingen, als Aussagen, wonach das Wachstum nur stagniert.

Schwellenländer bremsen das Ergebnis

Betrachtet man jedoch einmal mehr die harten Fakten, so bleibt festzuhalten, dass sich zuletzt vor allem das Geschäft in den Schwellenländern schleppend entwickelt hat. Preisrückgänge in den entsprechenden Regionen drückten in den ersten drei Monaten auf das operative Ergebnis. Positiv war hingegen die Entwicklung in Europa und Nordamerika. Die Steigerungsraten in diesen beiden Kernregionen konnten die Probleme in den Schwellenländern zuletzt kaschieren.

Analysten sind uneinig

Für die Aktie gestaltete sich das bisherige Jahr vergleichsweise unspannend. Auf Sicht der vergangenen drei Monate steht gerade einmal ein Kursplus von rund 1,8 Prozent zu Buche. Ein Trend sieht definitiv anders aus. Entsprechend uneinig zeigten sich zuletzt auch die Analysten in Bezug auf die Aktie von HeidelbergCement. Vergangenen Freitag empfahlen JP Morgan und die Deutsche Bank die Aktie lediglich zu „Halten“. Heute Morgen, nach Zahlen, äußersten sich Bernstein Research und Barclays Capital zu dem DAX-Konzern. Barclays-Analyst Nabil Ahmed zeigte sich von den heute vorgestellten Zahlen enttäuscht und bestätigte entsprechend seine Verkaufsempfehlung für die HeidelbergCement-Aktie bei einem Kursziel von 80 Euro. Bernstein-Analyst Phil Roseberg gibt zwar ebenfalls zu, dass der Auftakt in das laufende Jahr eher schwach verlaufen sei. Allerdings bewertet er die Geschäftsentwicklung in Europa und Nordamerika als positiv, weshalb er die Aktie weiterhin zum „Kauf“ bei einem Kursziel von 100 Euro empfiehlt.