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DAX-Konzern mit Rekordumsatz · 11. Mai 2017

Henkel: Blitzsaubere Zahlen

verschiedene Waschmittel in einem Supermarkt
Quelle: Radu Bercan/Shutterstock
Der Konsumgüter-Hersteller Henkel kann auf einen guten Start in das laufende Geschäftsjahr zurückblicken. Vor allem der Gewinn konnte von Januar bis März deutlich gesteigert werden.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Geschäfte laufen gut. Erstmals in der langen Firmengeschichte konnte Henkel seinen Umsatz in einem Quartal auf über fünf Milliarden Euro steigern. Das aktive Kostenmanagement trug zuletzt ebenfalls zu einer signifikanten Steigerung des operativen Ergebnisses bei. Das Ebit kletterte um 13,8 Prozent auf 854 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern somit 597 Millionen Euro, was einem Plus von 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „In einem sehr herausfordernden Marktumfeld hat Henkel im ersten Quartal eine starke Entwicklung gezeigt. Die Konsumgütermärkte waren durch einen verstärkten Preis- und Promotionsdruck gekennzeichnet. Wir konnten Umsatz und Ergebnis deutlich verbessern und die bereinigte Umsatzrendite weiter steigern“, so Hans Van Bylen, Vorsitzender des Vorstands von Henkel. Zwar profitierte Henkel zuletzt vom Zukauf des US-Waschmittelherstellers Sun Products, doch auch das organische Wachstum lag mit einem Plus von vier Prozent, über den Erwartungen von Analysten.

Geschäft in Schwellenländern boomt

Dröselt man die Zahlen weiter auf, so zeigt sich, dass Henkel in allen relevanten Regionen und Sektoren Zuwächse erzielen konnte. Besonders gut lief es insbesondere in den Schwellenländern. In diesen Wachstumsregionen erzielte Henkel zuletzt eine organische Umsatzsteigerung von 6,7 Prozent und lag somit deutlich oberhalb des Durchschnitts. In den reifen Märkten konnte Henkel immerhin noch um 2,1 Prozent zulegen.
Das stärkste Umsatzwachstum verzeichnete der Konzern bei den Klebstoffen. Laut Konzernangaben erzielte der Bereich „Adhesive Technologies“ ein sehr starkes organisches Umsatzwachstum von 5,5 Prozent. Der Sektor „Laundry & Home Care“, also Putz- und Waschmittel, kommt auf ein organisches Umsatzwachstum von 3,0 Prozent, während der Bereich „Beauty Care“ immerhin noch um 2,3 Prozent zulegen konnte.

Henkel bestätigt Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr hat Henkel zwar den Ausblick bestätigt, allerdings gibt man sich noch etwas zurückhaltend: „Wir stellen uns weiterhin auf ein volatiles und unsicheres Marktumfeld ein. Die Währungsschwankungen werden anhalten und die Preise für Rohstoffe tendenziell steigen. Zudem erwarten wir einen sich weiter verstärkenden Preis- und Promotionsdruck in den Konsumgütermärkten. Dennoch wollen wir unsere erfolgreiche Entwicklung fortsetzen“, so CEO Hany Van Bylen. In nackten Zahlen heißt das: Der DAX-Konzern erwartet für das laufende Jahr ein organisches Umsatzwachstum im Bereich von zwei bis vier Prozent. Deutlich optimistischer gibt man sich in Bezug auf die Umsatzrendite. Henkel erwartet demnach eine Steigerung des EBITs auf mehr als 17,0 Prozent.

Analysten werden zunehmend skeptisch

Alles in allem klingt das nach halbwegs ambitionierten Zielen. Vielleicht etwas zu ambitioniert? Mit einem Plus von knapp zehn Prozent in den vergangenen drei Monaten, folgt die Henkel-Aktie derzeit mehr oder weniger der DAX-Performance. Kein außerordentliches, aber durchaus solides Ergebnis. Auf Analystenseite ist die Stimmung in Bezug auf die Henkel-Aktie zuletzt etwas gekippt. Empfahlen diese im April die Henkel-Aktie noch mehrheitlich zum „Kauf“, so sind die jüngsten Kommentare aus dem Mai nicht mehr ganz so optimistisch. Während Barclays Capital und Independent Research die Aktie immer noch auf „Halten“ sehen, empfahl Goldman Sachs Analyst Fulvio Cazzol die Aktie zu „verkaufen“. Ihm bereiten vor allem die steigenden Herstellungskosten zunehmend Sorge, weshalb er an seinem Kursziel von 106 Euro festhält.