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Aktie mit Aufholpotenzial? · 11. Mai 2017

Deutsche Post verfehlt Erwartungen

Schieb-Karre der Deutschen Post auf einem Gehweg
Quelle: Christian Mueller/Shutterstock
Die Latte lag hoch für die Deutsche Post – und sie wurde gerissen. Zwar konnte der Logistiker im ersten Quartal erneut Umsatz und Gewinn steigern. Allerdings nicht in dem Ausmaß, wie im Vorfeld von Analysten erwartet.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Deutsche Post hat im ersten Quartal den Umsatz und das operative Ergebnis gesteigert. Vor allem die Umsätze konnten zuletzt deutlicher zulegen als von Analysten erwartet. EBIT und Nettogewinn verfehlten allerdings die allgemeinen Markterwartungen – teilweise deutlich. Die Zahlen im Einzelnen.
In den ersten drei Monaten des Jahres erzielte die Deutsche Post einen Umsatz von 14,9 Milliarden Euro. Dieser konnte somit um gut eine Milliarde gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden und lag gut eine halbe Milliarden über der allgemeinen Markterwartung. Sogar richtig sportlich lief es in Sachen operatives Ergebnis. Mit 885 Millionen Euro erzielte die Deutsche Post einen neuen Quartalsrekord. Allerdings reicht dieser heute nicht aus die Analysten zufrieden zu stellen. Diese hatten im Konsens mit 912 Millionen gerechnet, womit die Erwartungen deutlich verfehlt wurden. Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter lag zuletzt bei 633 Millionen Euro und somit ganz leicht unter dem Vorjahresniveau, womit erneut die Erwartungen deutlich verfehlt wurden. Im Gegensatz zu den Analysten zeigt man sich bei der Deutschen Post mit den vorgelegten Zahlen durchaus zufrieden: „Nach dem Rekordjahr 2016 setzt sich die positive Entwicklung von Deutsche Post DHL Group auch im laufenden Jahr fort. Wir haben im ersten Quartal in allen vier Divisionen Wachstum  verzeichnet. Unsere Strategie greift und wir sind zuversichtlich, die Ziele für 2017 zu erreichen“, so Frank Appel, CEO der Deutschen Post.

Paket-Geschäft boomt

Der DAX-Konzern profitierte zuletzt einmal mehr vom boomenden Paket-Geschäft. Bestellungen bei Onlinehändlern wie Amazon oder Zalando liefert die Deutsche Post aus und profitiert somit ebenfalls vom florierenden Onlinehandel. Allein dieser Sektor trug 425 Millionen Euro zum operativen Ertrag bei. Deutliche Zuwächse erzielte der Logistiker im Express-Geschäft. In diesem Sektor stiegen die Gewinne zuletzt um 11,5 Prozent auf 396 Millionen Euro. Nicht mehr ganz so rosig entwickelte sich zuletzt die Frachtsparte des Unternehmens. In diesem Bereich schrumpfte das operative Ergebnis zuletzt auf 40 Millionen Euro, nach 51 Millionen Euro im Vorjahr.

Ausblick wird bestätigt

Für das Gesamtjahr gibt sich der Logistiker dennoch optimistisch und bestätigte entsprechend seine Ziele. So soll der operative Gewinn, leicht, auf 3,75 Milliarden Euro gesteigert werden. Darüber hinaus geht Deutsche Post DHL Group weiterhin davon aus, den operativen Gewinn im Zeitraum 2013 bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent jährlich zu steigern. Ohnehin sieht sich der Konzern derzeit auf einem guten Weg die für 2020 gesteckten Ziele zu erreichen und zieht demnach eine positive „Halbzeitbilanz“: "Unsere Mannschaft hat die erste Halbzeit der Strategie 2020 sehr erfolgreich gemeistert. Die strategischen Maßnahmen zahlen sich bereits erkennbar aus. Unser Unternehmen ist bestens aufgestellt, die strategischen und finanziellen Ziele für 2020 zu erreichen“, so Frank Appel im Rahmen der heute veröffentlichten Quartalsbilanz.

Aktie mit Kurspotenzial von 20 Prozent?

Für die Aktie der Deutschen Post hätte es zuletzt durchaus besser laufen können. Auf Sicht der vergangenen drei Monate steht zwar ein Plus von etwas mehr als vier Prozent zu Buche, allerdings wurde somit der DAX doch recht deutlich underperformed. Im Zuge der Zahlen muss die Aktie heute zudem einen weiteren Rückschlag und wird von den Anlegern doch recht kräftig abgestraft. Die Mehrheit der Analysten traut der Aktie dennoch einiges zu und so gab es heute, nach Zahlen, bereits eine ganze Reihe frischer Kaufempfehlungen für die Aktie. Das größte Kurspotenzial sieht Morgan Stanley Analystin Penelope Butcher. Zwar ist auch sie vom operativen Ergebnis „etwas enttäuscht“, allerdings werte sie den starken Barmittelzufluss sowie die Bestätigung der Ziele für 2017 und 2020 als positives Signal. Ihr Kursziel bleibt entsprechend unverändert bei 38,00 Euro. Nach heutigem Stand entspricht dies immerhin einem Kurspotenzial von rund 20 Prozent.