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RWE verzeichnet Umsatzrückgang · 15. Mai 2017

RWE: Ein Mix aus Licht und Schatten

Luftaufnahme eines Kraftwerks von RWE
Quelle: Aerovista Luchtfotografie/Shutterstock
Der Start in das laufende Geschäftsjahr hätte für RWE durchaus besser laufen können. Der Versorger scheint zwar auf einem guten Weg und kann seine Ziele für 2017 bestätigen. Dennoch gibt es noch viel zu tun.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
RWE hat einen eher durchwachsenen Start in das laufende Geschäftsjahr hinter sich. Der Energieversorger musste auch in den ersten drei Monaten des Jahres Einbußen in Bezug auf Gewinn und Umsatz hinnehmen. Zwar deutlich weniger als noch im Vorjahresvergleichszeitraum, als man einen Milliardenverlust ausgewiesen hat, doch auch 2017 scheint die Trendwende noch ein wenig entfernt. Oder vielleicht doch nicht? Immerhin fiel das bereinigte Nettoergebnis mit 689 Millionen Euro etwas weniger stark als im Vorfeld von Analysten erwartet. Doch der Umsatz ging ebenfalls weiter zurück und liegt mit 13,3 Milliarden knapp drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Operativ verdiente RWE vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 1,623 Milliarden Euro ebenfalls mehr als fünf Prozent weniger als im ersten Quartal 2016. Die heute vorgestellten Zahlen bleiben irgendwie ein undefinierbarer Mix aus Licht und Schatten.

Innogy stützt das Eregbnis

„Wenn man im Tal steht, so geht es auf jeder Seite bergauf“. Diesen Satz prägte bereits vor einigen Jahren Ex-RWE-Chef Peter Terium. Will man also das Positive suchen, so wird man beim Nettoergebnis fündig. Dieses konnte zuletzt um rund zehn Prozent auf 946 Millionen Euro verbessert werden. RWE profitiert insbesondere von starken Zahlen der Ökostromtochter Innogy. Innogy hatte bereits am Freitag ein bereinigtes Ebitda von 1,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Insgesamt zeigt man sich bei RWE auch halbwegs zufrieden mit den heute vorgelegten Zahlen: „Wir sind gut ins Jahr gestartet und können unseren optimistischen Ausblick und die angestrebte Dividende von 50 Cent für 2017 bekräftigen. Der Energiehandel hat einen hohen Ergebnisbeitrag geliefert. Unsere Maßnahmen zur Optimierung der Kraftwerksflotte greifen und unser Effizienzprogramm hilft uns, die gesunkenen Strompreise teilweise zu kompensieren“, so Dr. Markus Krebber, Finanzvorstand bei RWE. Vor allem die von Krebber angesprochenen gesunkenen Strompreise machen der Branche insgesamt mehr und mehr zu schaffen. Doch RWE ist es auch in diesem Segment zuletzt gelungen, den Energiehandel wieder auf Spur zu bringen. Nach einem Verlust im alten Jahr, drehte das Segment wieder ins Plus.

Aktie zuletzt im Aufwind

Beim Blick auf die Aktie ist scheinbar die Talsohle ebenfalls durchschritten. Zumindest zum Jahresauftakt ging es für RWE wieder steil bergauf. Allein in den vergangenen drei Monaten konnten die RWE-Anteilsscheine um mehr als 20 Prozent zulegen und haben somit gleichzeitig den DAX deutlich outperformed. Im Mai gab es bislang insgesamt sechs Analysten-Kommentare zur RWE-Aktie. Während vier Analysten die Aktie zum „Halten“ empfehlen, sprachen die Oddo Seydler Bank und das Analysehaus Robert W. Baird & Co. (RBS Capital) eine Kaufempfehlung aus. RBS Capital Analyst John Musk geht davon aus, dass sich die Strommärkte in Deutschland weiter verknappen, weshalb die Barmittelzuflüsse bei RWE mittelfristig wieder steigen dürften. Entsprechend hat er seine Einstufung auf „Outperform“ belassen und auch sein ambitioniertes Kursziel von 20 Euro unverändert belassen.