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CEO Blades bittet Anleger um Geduld · 15. Mai 2017

Bilfinger mit schleppendem Jahresstart

Logo von Bilfinger auf einer Fahne
Quelle 360b/Shutterstock
Bilfinger hat das erste Quartal, wie erwartet, mit einem Verlust abgeschlossen. Allerdings fielen diese etwas geringer aus, als im Vorfeld von Analysten erwartet.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Der Industriedienstleister Bilfinger verbuchte in den ersten drei Monaten des Jahres ein negatives bereinigtes Ergebnis (Ebitda) von 14 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte ebenfalls um acht Prozent auf nun 958 Millionen Euro. Allerdings hatten Analysten im Vorfeld noch mit einem etwas größeren Umsatzsschwund in Höhe von elf Prozent gerechnet. Insgesamt hatte Bilfinger somit im ersten Quartal unter dem Strich einen Fehlbetrag von 55 Millionen Euro zu verschmerzen. Dieser konnte gegenüber dem Vorjahr jedoch immerhin um rund 30 Prozent eingedämmt werden. Angesichts der eher durchwachsenen Zahlen bittet Vorstandschef Tom Blades die Anleger um etwas Geduld: „Der Jahresbeginn steht im Zeichen unserer strategischen Neuausrichtung. Mit der Stabilisierung kommen wir gut voran: Wir bündeln zum Beispiel unsere Stärken bereits effektiver. Wir gehen den Weg zu nachhaltig profitablem Wachstum Schritt für Schritt.“ Wie viel Geduld Anleger mit Bilfinger aufbringen müssen scheint jedoch bis dato nicht wirklich klar, denn auch die Auftragseingänge waren zuletzt mehr als verhalten: Mit 928 Millionen Euro lagen diese ebenfalls gut acht Prozent unter dem Vorjahreswert.

Schafft CEO Blade die Trendwende?

CEO Blades hat sich zum Ziel gesetzt die seit Jahren andauernde Talfahrt bei Bilfinger endlich zu stoppen. So sollen unprofitable Geschäftsbereiche verkauft, verbleibende Geschäftsfelder umstrukturiert werden. Dem Konzern selbst hat er ein aktives und nachhaltiges Kostenmanagement auferlegt. Optimisten werden den gesunkenen Nettoverlust auf 55 Millionen Euro zumindest als Indiz dafür, dass Blade mit seinen Plänen tatsächlich vorankommt. Bei Bilfinger selbst gibt man sich derzeit eher moderat optimistisch, was das laufende Geschäftsjahr angeht. So wurde immerhin die Prognose für die kommenden Monate bestätigt. Der Konzern aus dem MDAX erwartet einen leichten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Die Marge auf das bereinigte EBITA soll allerdings um rund 100 Basispunkte höher ausfallen als 2016.

Aktie hinkt hinterher

Die Aktie von Bilfinger hinkt in den vergangenen Wochen der allgemeinen Marktentwicklung etwas hinterher. Während der MDAX auf Sicht der vergangenen drei Monate um mehr als acht Prozent zulegen konnte, kommt die Bilfinger auf ein Kursplus von nur gut vier Prozent. Von Analysten-Seite ging das Interesse an der Bilfinger-Aktie zuletzt ebenfalls etwas zurück. Die jüngsten Kommentare datieren alle noch aus dem April, mit teilweise doch sehr unterschiedlichen Einschätzungen. Während die HSBC sowie die Commerzbank die Aktie jeweils zum „Kauf“ empfahlen, sprach die Schweizer Großbank UBS zuletzt eine Verkaufsempfehlung für Bilfinger aus. Zwar hob UBS-Analyst Gregor Kuglitsch sein Kursziel von 32 auf 34 an, seine Einschätzung hat er jedoch unverändert auf „Sell“ belassen. Laut Sicht von Kuglitsch habe sich der Konzern zwar ambitionierte Ziele für 2020 gesetzt, allerdings seien diese weitestgehend bereits in den Kurs berücksichtigt, weshalb er der Aktie keine allzu großen Kurssprünge mehr zutraut.