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Preiskampf in Indien verhagelt Bilanz · 16. Mai 2017

Vodafone enttäuscht Analysten

Logo von Vodafone vor einem Shop
Quelle: StockStudio/Shutterstock
Der britische Telekomkonzern Vodafone muss erneut einen Milliardenverlust hinnehmen. Wie das Unternehmen heute mitteilte steht für den Konzern unter dem Strich ein Minus von 6,1 Milliarden Euro zu Buche.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Verluste bei Vodafone weiten sich aus. Bereits im Vorjahr hatte der Telekomkonkurrent einen Verlust von 5,1 Milliarden Euro eingefahren. Im Geschäftsjahr bis Ende März, weitete sich dieser Verlust um eine Milliarde Euro aus. Vor allem das Indien-Geschäft erwies sich für Vodafone als wahres Fiasko. Im Geschäftsjahr 2016/17 musste der britische Konzern mehrere Milliarden auf den Wert einer indischen Tochter abschreiben. Zur Begründung heißt es bei Vodafone, dass man sich auf dem indischen Markt in einem „Preiskrieg“ mit dem heimischen Konkurrenten Jio befinde. Indien ist für Vodafone nach Großbritannien und Deutschland immerhin der drittwichtigste Markt. Um künftig besser gegen die Konkurrenz um das Unternehmen von Milliardär Mukesh Ambani bestehen zu können, kündigte Vodafone an, sein indisches Geschäft mit dem Rivalen Idea Cellular zusammenzulegen. Durch diese Allianz hofft man besser auf dem stark umkämpften Markt bestehen zu können.

Höhe der Verluste überrascht

Zwar wurden im Vorfeld Verluste erwartet, allerdings hat die Höhe dann doch etwas überrascht. Doch auch beim Umsatz wurden die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Ging man im Vorfeld der Zahlen von einem durchschnittlichen Umsatz von 49,8 Milliarden Euro aus, so lag dieser tatsächlich bei „nur“ rund 47,6 Milliarden Euro. Allerdings spielt in diesem Zusammenhang die aktuelle Pfund-Schwäche eine entscheidende Rolle. Da Vodafone mittlerweile einen Großteil seiner Geschäfte auf dem europäischen Festland abwickelt, ging der Konzern vor einigen Monaten dazu über, seine Bilanz in Euro auszuweisen. Nachdem das Pfund im Zuge des Brexit-Votums zuletzt stark unter Druck geraten ist, kommt von den Erlösen auf dem Heimatmarkt immer weniger in der Bilanz an.

Vodafone-Aktie in schwierigem Terrain

Hinter der Aktie von Vodafone liegen schwere Zeiten. Wenngleich die Aktie in den vergangenen Monaten etwas zulegen konnte, kommen die Anteilsscheine des britischen Telekomkonzerns auf Sicht von einem Jahr auf ein Minus von rund zwölf Prozent. Die Schwäche erstaunt insofern, als dass es beispielsweise bei der Konkurrenz zuletzt deutlich besser gelaufen ist. So profitierte beispielsweise die Aktie der Deutschen Telekom von Gerüchten, wonach der Konzern sein US-Geschäft verkaufen könnte. Zudem bekam der Bonner Konzern Rückenwind durch die geplante Fusion zwischen Drillisch und United Internet. Laut Beobachtern weckt diese geplante Übernahme Hoffnungen auf eine Branchenkonsolidierung und einen gleichzeitig weniger intensiven Wettbewerb auf diesem Sektor. Im Zuge dieser Hoffnung stieg die Aktie der Deutschen Telekom auf ein Mehrjahreshoch.