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Alle drei Unternehmensbereiche wachsen · 18. Mai 2017

Merck übertrifft die Erwartungen

Logo von Merck vor dem Innovation Center
Quelle: Merck/Presse
Der Darmstädter Pharmakonzern Merck ist im ersten Quartal dieses Jahres profitabel gewachsen. Nach Vorlage der Zahlen konnten nun auch der Jahresausblick konkretisiert werden.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Es läuft derzeit ziemlich gut bei Merck. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres konnten die Darmstädter in allen drei wichtigen Unternehmensbereichen ihr Wachstum steigern. Insgesamt stieg der Umsatz um 5,3 Prozent auf 3,86 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg sogar um 14,5 Prozent auf nun 1,24 Milliarden Euro. Etwas schlechter lief es allerdings in Sachen Konzerngewinn. Dieser sank von zuletzt 591 Millionen Euro auf 521 Millionen Euro. Allerdings scheint dieser Rückgang nicht weiter tragisch, da Merck im Vorjahr seine Rechte an dem Medikament „Kuvan“ veräußerte, was damals gut 324 Millionen Euro in die Kassen spülte. Vor diesem Hintergrund kann der leicht gesunkene Konzerngewinn eigentlich als Riesenerfolg gefeiert werden. Insgesamt wurden sogar die Analystenerwartungen leicht geschlagen. Im Vorfeld rechnete diese im Schnitt mit einem Ebitda von 1,19 Milliarden Euro und einem Umsatz von 3,84 Milliarden Euro.

Merck will Konzernumbau forcieren

Bereits vor Verkündung der Zahlen gab Merck bekannt, dass man einen Konzernumbau forcieren möchte. So will der DAX-Konzern seinen drei operativen Sparten künftig auf organisatorisch eigene Beine stellen und sich somit einen größeren strategischen Spielraum verschaffen. Wie der Konzern bereits am Dienstag mitteilte, sollen die Bereiche „Healthcare“, „Life Science“ und „Performance Materials“ bereits im kommenden Jahr in eine eigene Tochtergesellschaft unter dem Dach der KGaA ausgegliedert werden. „Beabsichtigt ist, auf diese Weise von den globalen Wachstumschancen der drei Geschäfte langfristig bestmöglich profitieren zu können“, so die Merck KGaA in einer Pressemitteilung. Wie Merck mitteilte will man dabei keine eigene Holdingstruktur etablieren oder ganze Konzernbereich ausgliedern und mit eigenen Bereichsvorständen besetzen. Das Herz von Merck soll auf jeden Fall erhalten bleiben, wie der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Stefan Oschmann, bestätigt: „Wir werden uns aber weiterhin als ein Merck verstehen und auch so handeln“. Über die Ausgliederung müssen allerdings die Aktionäre erst noch abstimmen.

Ausblick wird konkret

Bereits mit der Veröffentlichung der Jahresergebnisse für 2016 veröffentlichte Merck eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Damals blieb man jedoch noch eher unkonkret und etwas vage. Nach Vorlage der Zahlen für das erste Quartal sieht das nun schon etwas andeers aus. So erwartet Merck für das gesamte Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 15,5 bis 16 Milliarden Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Konzerns soll im laufenden Jahr voraussichtlich in einem Korridor zwischen 4,4 und 4,6 Milliarden Euro liegen.

Analysten sind uneinig

Für die Aktie lief der Jahresauftakt gar nicht so schlecht. Mit einem Plus von etwas mehr als neun Prozent auf Sicht der vergangenen drei Monate, liegt die Performance der Merck-Aktie sogar leicht über der des Gesamtmarktes. Auf Jahressicht konnten die Merck-Anteilsscheine sogar um mehr als 27 Prozent zulegen, weshalb einige Analysten mittlerweile davon ausgehen, dass das Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte. Im Mai gab es bislang insgesamt acht Analystenkommentare zur Merck-Aktie, wobei es zuletzt drei Kaufempfehlungen gab, allerdings auch gleich fünf Empfehlungen die Aktie lediglich zu „Halten“. Ein wenig erstaunlich ist vor allem der Umstand, dass die Analysten zu Beginn des Monats mehrheitlich positiv gestimmt waren. Die BNP Paribas, die Deutsche Bank und auch die Credit Suisse sprachen Anfang Mai noch jeweils eine Kaufempfehlung für Merck aus. Ab Mitte Mai drehte der Wind so ein wenig und die fünften jüngsten Empfehlungen – unter anderem von der Commerzbank oder Morgan Stanley – lauten allesamt die Aktie lediglich zu „Halten“.