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Aktie geht auf Talfahrt · 18. Mai 2017

Cisco verschreckt Anleger

Logo von cisco auf einem Bürogebäude
Quelle: Denis Linine/Shutterstock
Der Netzwerk-Ausrüster Cisco hat heute seine Aktionäre erschreckt. Bereits in den ersten Monaten des Jahres gingen die Umsätze zurück und dieser Trend könnte sich sogar noch verstärken. Die Aktie geht auf Talfahrt.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Das hören Aktionäre in der Regel gar nicht gern. Die Umsätze bei Cisco sind im ersten Quartal deutlich zurückgegangen. Grundsätzlich wäre dies vielleicht noch kein Grund zu größerer Sorge. Doch der Netzwerkausrüster rechnet damit, dass sich dieser Trend sogar noch verstärken könnte. Bereits im zurückliegenden Quartal hatte Cisco einen Umsatzrückgang von gut einem halben Prozent auf 11,9 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen. Doch für das laufende Quartal rechnet der Tech-Konzern nun mit einem Umsatzrückgang in Höhe von vier bis sechs Prozent. In nackten Zahlen würde das bedeuten, dass Cisco auf einen Umsatz zwischen 11,88 und 12,13 Milliarden US-Dollar kommt, was dann doch deutlich unterhalb der Erwartungen von Analysten liegen würde. Diese rechneten im Vorfeld mit einem Gesamtumsatz von rund 12,5 Milliarden US-Dollar.

Weitere Stellen sollen gestrichen werden

In einem ersten Schritt will Cisco nun massiv Stellen streichen. Bereits im vergangenen Sommer gab der US-Konzern die Entlassung von 5.500 Mitarbeitern bekannt. Nun sollen weitere 1.100 Arbeitsplätze wegfallen. Nach Angaben von Cisco würde dies zu weiteren, kurzfristigen Sonderbelastungen in Höhe von 150 Millionen US-Dollar führen. Bei allen Hiobsbotschaften gab es jedoch auch eine gute Nachricht. So stieg der Gewinn im vergangenen Quartal um sieben Prozent auf nun 2,52 Milliarden US-Dollar. Allerdings kommt auch diese Nachricht am Markt nicht bedingungslos gut an. Der Gewinn konnte vor allem deshalb gesteigert werden, da weniger Geld für Forschung, Entwicklung und Vertrieb ausgegeben wurde.

Die Konkurrenz schläft nicht

Vor allem die Sparmaßnahmen im Bereich Forschung und Entwicklung, stoßen bei Beobachtern nicht gerade auf Gegenliebe. Cisco bewegt sich in einem äußerst wettbewerbsintensiven Marktsegment und liefert sich seit Jahren einen teilweise harten Konkurrenzkampf mit Unternehmen wie Hauwei oder Juniper Networks. Insofern sollte Cisco den Anschluss definitiv nicht verpassen. Laut Konzernchef Chuck Robbins erziele der Konzernumbau allerdings bereits erste Fortschritte. Ziel von Robbins ist es vor allem im äußerst lukrativen Cloud-Geschäft mitzumischen, wenngleich die Konkurrenz in diesem Feld nicht gerade geringer ist. Trotzdem bemüht sich Cisco den Wandel vom reinen Hardwareunternehmen zum Software- und Cloud-Konzern hinzubekommen. Ein vielleicht langer, aber sicherlich notwendiger Weg.