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Treffen der Autobosse · 19. Mai 2017

"Autogipfel" in Stuttgart im Blick der Mäkte

Vier Autoräder auf einer Straße
Quelle: ssuaphotos / Shutterstock.com
Am heutigen Freitag kommt es in Stuttgart zum großen Treff der Autobosse mit der Politik. Es geht um die Zukunft der Autobauer im sogenannten Musterländle. Eingeladen hat Ministerpräsident Kretschmann.

- Von Andreas Scholz / Börse Stuttgart TV News Redaktion -
Es soll um nicht weniger als um die Zukunft der heimischen Autobauer gehen. Beim Treffpunkt von Politik und CEOs der deutschen Autoindustrie heute im Neuen Schloss in Stuttgart wollen die Beteiligten über die wichtigsten Herausforderungen für die Branche sprechen. Die Rede ist von einem "Strategiedialog".  Themen sind die voranschreitende Digitalisierung und ihre Folgen für die Autobranche, die Förderung und generelle Perspektive von Elektroautos und - nicht zuletzt - auch die Frage der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Im "Kessel" Stuttgart herrscht dicke Luft

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann ist in Sorge. Die Produkte des wichtigsten Wirtschaftsfaktors und Arbeitgebers in der Region stehen vermehrt in der verschmutzten öffentlichen Debatte rund um Feinstaub und Diesel-Problematik. Gerade der Großraum Stuttgart ist hiervon stark belastet. Zwar herrscht Konsens, dass bis 2030 im Ländle vorrangig elektrisch gefahren werden soll, doch über den Weg dahin herrscht alles andere als Einigkeit. Zunächst einmal herrscht dicke Luft.

Konflikt zwischen Politik und Autowirtschaft

Kurzfristig hat die Politik mit der Ankündigung bzw. Androhung von Fahrverboten reagiert, was die Autobosse heute konzertiert in Stellung bringt. Egal ob Daimler-Chef Zetsche oder VW-Chef Müller, die CEOs der deutschen Autobauer und deren Zulieferer, wie z. B. Bosch, setzen lieber auf eine schrittweise Nachrüstung beim Diesel. Ob die Luft durch Nachrüstungen und die Erfüllung neuer Diesel-Normen aber wirklich sauberer wird ist fraglich. Die Hoffnung liegt auch weiterhin beim "sauberen Diesel" - auch im Praxistest.

Umrüstungen kosten Millionen

Dafür muss die deutsche Autowirtschaft aber weitere Millionen in die Umrüstung investieren. Die Rede ist von einem dreistelligen Millionenbetrag - für jeden der drei großen Autobauer. Immerhin müssen wohl rund sechs Millionen Diesel nachgerüstet werden. Unabhängig von der Lage bei VW sieht es daher wohl nach einer Branchenlösung aus. Umso entscheidender und bedeutender sind mögliche Ergebnisse des heutigen "Strategiedialogs" in Stuttgart - und zwar nicht nur für die Kessel-Lage rund um die Neckar-Metropole.