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Clariant und Huntsman · 22. Mai 2017

Neuer Chemieriese entsteht

Neuer Chemieriese entsteht
Quelle: Pressmaster / Shutterstock
Milliardenzusammenschluss in der Chemiebranche: Der Schweizer Chemiekonzern Clariant geht mit dem texanischen Konkurrenten Huntsman zusammen. Die Fusion soll über einen Aktientausch abgewickelt werden.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Angestrebt werde ein "Merger of Equals", wobei Clariant am neuen Unternehmen 52 Prozent halten wird und Huntsman 48 Prozent. Eine entsprechende Vereinbarung sei von den Verwaltungsräten der beiden Firmen unterzeichnet worden.
Der Wert der auf HuntsmanClariant getauften Firma kommt auf rund 20 Milliarden US-Dollar, der gemeinsame Umsatz wird auf etwa 13,2 Milliarden Dollar beziffert. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) liegt bei rund 2,3 Milliarden Dollar. An der neuen Gesellschaft sollen die Clariant-Aktionäre 52 Prozent halten, die Huntsman-Eigner den Rest. Die Familienaktionäre von Clariant und Huntsman unterstützten die Fusion.
"Dies ist der perfekte Deal zur richtigen Zeit", warb Clariant-Chef Hariol Kottmann für den Zusammenschluss. Er soll Verwaltungsratspräsident des neuen Unternehmens werden. Als Konzernchef sei Peter Huntsman vorgesehen, der gegenwärtig die Firma aus Texas leitet. Der Verwaltungsrat soll paritätisch besetzt werden.

Börsennotiz in New York und Zürich

Die Huntsman-Aktionäre erhalten je Aktie 1,2196 HuntsmanClariant-Aktien, während jede ausstehende Clariant-Aktie zu einer HuntsmanClariant-Aktie wird. Das neue Unternehmen soll sowohl an der Schweizer Börse als auch an der New York Stock Exchange gelistet werden.
Um Kosten zu senken und das Wachstum anzukurbeln, stand Clariant unter dem Druck von Investoren, einen Partner zu finden. Die Kostensynergien von HuntsmanClariant sollen nun bei jährlich 400 Millionen US-Dollar liegen. Firmenlenker Kottmann baut seinen Konzern seit Jahren um. So trennte er sich 2012 von den Sparten für Textil- und Papierchemie. Clariant stellt etwa Flugzeugenteisungsmittel oder Farbpigmente her. Chemikalien von Huntsman werden in Farben, Bekleidung oder am Bau verwendet.

BASF-Aktie leicht im Plus

Weil sich das Wachstum in der Chemiebranche insgesamt abschwächt, setzen viele europäische Unternehmen auf Übernahmen. BASF verstärkte 2016 mit einem Zukauf seine Sparte für Lacke (Coatings). Das Unternehmen aus Ludwigshafen nahm dem US-Konzern Albemarle für rund 3,2 Milliarden US-Dollar dessen Tochter Chemetall ab. Sechs Jahre zuvor hatte BASF 3,1 Milliarden Euro für den Spezialchemie-Anbieter Cognis ausgegeben. Im März wurde bekannt, dass BASF eine mögliche Übernahme des US-Konkurrenten FMC Corp zumindest geprüft hat. Vorerst sei das Thema aber zurückgestellt. Während der DAX nahezu unverändert in die Woche gestartet ist, kann die BASF-Aktie 0,7 Prozent zulegen.