Nachrichten

Händler nach OPEC-Treffen enttäuscht · 26. Mai 2017

Ölpreise trotz OPEC-Entscheid gefallen

Erdöl-Förderanlage
Quelle: danielo / Shutterstock.com
Wie erwartet haben die OPEC-Staaten und elf weitere Länder eine Verlängerung der bestehenden Ölförderkürzung um neun Monate beschlossen. Die Händler scheinen dennoch enttäuscht zu sein, denn die Preise sind deutlich gefallen.

- Von Holger Scholze / Börse Stuttgart TV News Redaktion -
Die Ölpreise waren am Donnerstag stark unter Druck geraten. Und auch am heutigen Morgen setzte sich die Talfahrt zunächst fort. Inzwischen haben sich die Notierungen aber etwas stabilisiert.
So kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 51,84 US-Dollar und damit 0,2 Prozent mehr als zum gestrigen Handelsschluss. der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) kostet mit 49,19 US-Dollar leichte 0,1 Prozent mehr als gestern.

Die Entscheidung der OPEC

Die Ölminister der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder hatten das seit Januar geltende Produktionslimit, welches zunächst für ein halbes Jahr angelegt war, um neun Monate bis zum März 2018 verlängert.
Entscheidungen der OPEC haben in der Regel große Auswirkungen auf den Ölhandel. Immerhin stellt die Organisation mehr als ein Drittel des weltweit geförderten Rohöls bereit. Ihre Mitgliedsstatten können auf 70 Prozent aller Ölreserven zurückgreifen.

Händler hatten mehr erwartet

Die Reaktion der Marktteilnehmer auf den Beschluss vom 24. Mai zeigte eine deutlich Enttäuschung. Offenbar hatten sich hier viele Händler mehr erwartet.
Zumindest brachen die Preise stark ein. So rutschten die Notierungen zeitweise um bis zu fünf Prozent ab.
Vertreter der OPEC äußerten sich zufrieden. Nach den Worten des Saudi-Arabischen Ölministers sei eine Verlängerung der Förderkürzung um neun Monate das Optimum. Ziel der Maßnahme sei, die Ölpreise wenigstens zu stabilisieren. Die beschlossene Kürzung um 1,8 Millionen Barrel pro Tag entspreche rund zwei Prozent der weltweiten Ölförderung.
Libyen und Nigeria sind allerdings genau wie beim Beschluss vom November 2016 von der Regelung ausgenommen worden.

Ausbau des US-Frackings wirkt dagegen

Die Verlängerung des Förderlimits durch die OPEC-Staaten und elf weitere Länder, deren Zusammenarbeit wohl künftig institutionalisiert werden soll, richtet sich hauptsächlich gegen die US-amerikanischen Schieferöl-Produzenten. Deren Marktmacht hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Durch den Ausbau des "Frackings" haben sind die Vereinigsten Staaten von Erölimporten unabhängig geworden. Gleiochzeitig erhöhten die USA damit das Überangebot des Erdöls auf dem Weltmarkt. Dies war ein entscheidender Faktor für den deutlichen Rückgang der Preise in den vergangenen drei Jahren.