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Aktie stürzt ab · 29. Mai 2017

British Airways: IT-Probleme verursachen Chaos

British Airways Boeing 747 auf dem Heathrow International Airport
Quelle: Art Konovalov/Shutterstock
Das nennt man wohl ein „schwarzes Wochenende“. Massive IT-Probleme verhinderten am vergangenen Wochenende einen regulären Flugbetrieb bei British Airways. Die Schwierigkeiten dauern offenbar auch zum Wochenstart an.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Der ein oder andere Kunde von British Airways ist am vergangenen Wochenende sicher in die Luft gegangenen, allerdings nicht ganz so wie geplant. Massive IT-Probleme führten in den vergangenen Tagen zu Verspätungen oder auch ganzen Flugausfällen. Das allein ließ bereits so manchen Fluggast schäumen vor Wut, doch auch die Informationspolitik bei der britischen Airline stößt manchem sauer auf. An den Flughäfen gab es kaum bis keine Informationen, die Hotlines von British Airways waren offenbar die meiste Zeit überlastet. Bereits am Samstag musste British Airways alle Flüge von London-Heathrow – immerhin das wichtigste Drehkreuz für die Airline – streichen. Zu Wochenbeginn scheinen die Probleme noch immer gänzlich nicht ausgestanden. Wie ein Sprecher des Flughafens London Heathrow heute Morgen mitteilte, müssen Passagiere weiterhin mit Störungen rechnen. Zumindest aus Gatwick sollen die Maschinen heute wieder wie geplant starten, wie das Unternehmen via Twitter mitteilte.
 

Quelle: Twitter

Ursachen der Störung unklar

Bis dato völlig unklar sind die Ursachen der Störung. Zumindest eine Cyber-Attacke schließt BA-Chef Alex Cruz bislang aus (sein Statement bei YouTube). Bei British Airways geht man aktuell vielmehr davon aus, dass es Probleme mit der Stromversorgung gewesen sind, die die Systeme zum Absturz gebracht hätten. In den vergangenen Monaten hatten verschiedene Airlines immer wieder Probleme mit Computerausfällen. Bereits im August musste Delta Airlines hunderte Flüge streichen, im vergangenen Monat kämpften die Deutsche Lufthansa und Air France mit vorübergehenden Problemen.

Tragweite erscheint immens

Die Tragweite der jüngsten Vorfälle erscheint jedoch immens und betrifft bei weitem nicht nur British Airways. Zwar sind die Ereignisse der vergangenen Tage ohne Zweifel eine Riesenblamage vor allem für die britische Airline und doch muss sich die Branche insgesamt fragen, ob man in den vergangenen Jahren die richtigen Schlüsse gezogen hat. Wie die Osnabrücker Zeitung richtig konstatiert, hat „nie zuvor hat ein Transportdienstleister, dem täglich Tausende Passagiere ihr Leben anvertrauen so große Schwäche gezeigt.“ War diese Schwäche vielleicht sogar hausgemacht? Bereits vor gut einem Jahr hat die Airline aus Kostengründen Teile ihrer IT-Infrastruktur an einen externen Dienstleister ausgelagert. An sich kein ungewöhnlicher Vorgang. Dennoch stellt sich die Frage, weshalb es keine Havarie-Lösung gegeben hat. Wie kann es sein, dass ein derart wichtiges System ausfällt, ohne dass ein Ersatzsystem einspringt? „Die IT-Systeme von Fluggesellschaften zählen zu den sogenannten kritischen Infrastrukturen, an die nationale Behörden und die EU besonders hohe Sicherheitsanforderungen stellen – Pannen oder Sabotage können in einer vernetzten und digitalisierten Welt tödliche Kaskadeneffekte haben und die öffentliche Ordnung gefährden“, konstatiert die Osnabrücker Zeitung. Vielleicht haben die Ereignisse der vergangenen Tage am Ende auch ihr Positives und die Airlines werden sich wieder ihrer Verantwortung bewusst.