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Airline steigert Umsatz und Gewinn · 30. Mai 2017

Ryanair umfliegt Turbulenzen

Ryanair-Maschine auf dem Flughafen Berlin Schönefeld
Quelle: Anton Gvozdikov/Shutterstock
Dass sich auch als Airline noch richtig Geld verdienen lässt, beweist heute die Billig-Fluglinie Ryanair. So konnten Nettoergebnis und Umsatz deutlich gesteigert werden. Nun will die Airline aus Irland ein Aktienrückkaufprogramm starten.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Eigentlich waren die Rahmenbedingungen für Ryanair nicht wirklich gut. Das Brexit-Votum oder auch zahlreiche Terroranschläge in Europa stellten für die Airline keinen wirklich guten Nährboden für sprudelnde Gewinne dar. Doch Ryanair hat diese Turbulenzen offenbar geschickt umflogen. So stieg das Nettoergebnis im Geschäftsjahr 2016/2017 um sechs Prozent auf 1,32 Milliarden Euro und liegt somit ziemlich genau in der vom Konzern ausgegebenen Prognose. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um zwei Prozent auf 6,65 Milliarden Euro. Die starken Zahlen ermöglichen der Airline nun ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 600 Millionen Euro. Dieser Rückkauf soll bis kommenden Oktober abgeschlossen werden. Somit kauft Ryanair allein in diesem Jahr Anteilsscheine im Gesamtwert von rund 1,6 Milliarden Euro zurück, da ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde Euro bereits im Februar forciert wurde.

Moderat optimistischer Ausblick

Vor allem das Passagieraufkommen bei Ryanair blüht weiterhin. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr beförderte die irische Fluglinie 120 Millionen Passagiere. Aufgrund der gut laufenden Geschäfte gibt man sich bei Ryanair auch für die kommenden Monate zumindest moderat optimistisch. So rechnet die Airline mit einem Gewinnanstieg auf 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro. Wenngleich sich, so Ryanair, die Entwicklung der Ticketpreise im zweiten Halbjahr nur schwer abschätzen lässt, so hofft man von günstigen Treibstoffpreisen sowie eines leicht ansteigenden Passagieraufkommens zu profitieren.

Ryanair-Aktie wird zum Überflieger

Was das Passagieraufkommen angeht, ist Ryanair mittlerweile die größte Airline Europas. Mit 120 Millionen beförderten Passagieren hat man mittlerweile sogar recht deutliche die Nase vor der Lufthansa Group oder auch IAG. Mit einer teilweise sehr aggressiven Preispolitik gelang es der Airline in der Vergangenheit den etablierten Branchengrößen immer mehr Marktanteile abzuknöpfen und von der schieren Masse an Kunden entsprechend zu profitieren. Der jüngste Erfolg von Ryanair lässt sich derzeit auch unmittelbar an der Aktie ablesen. Wenngleich heute im Zuge der Zahlen leichte Gewinnmitnahmen eingesetzte haben, so notiert die Aktie immer noch knapp unter dem kürzlich generierten Allzeithoch. Allein auf Monatssicht konnte die Aktie um fast 15 Prozent zulegen. Und ein Ende scheint aus Sicht einige Beobachter nicht wirklich in Sicht. So ist aus Sicht von technischen Analysten der übergeordnete Aufwärtstrend bei der Ryanair-Aktie unverändert in Takt und nach dem jüngsten Allzeithoch scheint weiterhin Luft nach oben. Zudem verfügen die Iren gegenüber dem Konkurrenz noch immer über enorme Kostenvorteile. Vor allem die fixen Kosten, zum Beispiel die Gehälter von Piloten, sind bei Ryanair deutlich geringer als bei der Konkurrenz. Und natürlich wäre an dieser Stelle die aggressive Preispolitik und die schiere Größe von Ryanair einmal mehr zu betonen. So sorgt Ryanair in der Regel für prall gefüllte Maschinen. In nackten Zahlen heißt das, dass die Auslastung bei Ryanair im April bei gut 96 Prozent lag. Die deutschen Rivalen Lufthansa oder Air Berlin kommen in der Regel meist nicht über eine Auslastung von 80 Prozent hinaus.