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Kommt es zum Aktiensplit? · 31. Mai 2017

Amazon knackt 1.000 US-Dollar-Marke

Amazon-Paket
Quelle: Hadrian/Shutterstock
Der Wettstreit ist entschieden. Das Rennen der NASDAQ-Giganten Amazon und Alphabet um die magische Marke von 1.000 Zählern ist entschieden. Es war zwar knapp, doch seit gestern gibt es einen Gewinner.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Gestern Abend knackte die Amazon-Aktie erstmals die Runde Marke von 1.000 US-Dollar und erreichte bei 1001,20 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Zwar konnten die Anteilsscheine des Onlinehändlers die Marke bis zum Handelsschluss nicht ganz verteidigen und fiel wieder knapp unter die 1000er Marke zurück, doch das scheint niemanden wirklich zu interessieren. Zwar ging es auch für die A-Aktien von Alphabet gestern weiter nach oben, doch über 997,62 US-Dollar kamen die Anteilsscheine nicht hinaus. Dass die beide Tech-Riesen die 1000er Marke würden erklimmen können, ist nicht wirklich überraschend. Allein die Dynamik der vergangenen Tage wurde in dieser Konsequenz nicht unbedingt erwartet.

NASDAQ beschleunigt Dynamik

Richtig Fahrt aufgenommen haben die beiden Tech-Werte bereits in der vergangenen Woche. Im Zuge der Veröffentlichung des jüngsten Fed-Protokolls nahm insbesondere die NASDAQ noch einmal richtig Fahrt auf und erreichte neue Allzeithoch. Im Sog des Gesamtmarktes wurden auch Amazon und Alphabet nach oben gespült. Die Fed betonte einmal mehr, dass man in Sachen Normalisierung der Geldpolitik weiterhin behutsam vorgehen wolle, was am Finanzmarkt allgemein mit sehr viel Wohlwollen aufgenommen wurde.

Analysten hatten Recht

Für Analysten kommt der Anstieg über die 1000er Marke ebenfalls nicht wirklich überraschend. Vor rund 12 Monaten attestierte Analyst Carlos Kirjner von Bernstein Research, der Amazon-Aktie bereits ein Kurspotenzial von 1.000 Euro. Wohlgemerkt, damals stand die Aktie noch bei gut 700 Euro. Doch auch die 1.000 er Marke muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. So ist der Titel weiterhin auf Goldman Sachs „Conviction Buy List“ und Goldman-Analyst Heath Terry hält ein Kursniveau im Bereich von 1.100 US-Dollar für durchaus möglich. Zur Erinnerung: Am 15. Mai 1997 ging die Amazon-Aktie zu einem um Zusammenlegung bereinigten Preis von 1,50 US-Dollar an die Börse.

Kommt jetzt der Aktiensplit?

Am Markt halten sich bereits seit einiger Zeit Gerüchte, dass Amazon einen weiteren Aktiensplit durchführen könnte. Bereits in den Jahren 1998/1999 führte der Onlinehändler insgesamt drei derartiger Splits durch. Doch warum sollte Amazon einen weiteren solchen Split durchführen? Der kräftige Aktienkurs, so viel lässt sich festhalten, steht einem Kapitalzuwachs aktuell ganz sicher nicht im Wege. Zudem klingt es ja nicht so schlecht, wenn man sagen kann, dass die eigene Aktie seit dem Börsengang um das 650-fache zulegen konnte.
Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch gute Gründe die für einen weiteren Aktiensplit bei Amazon sprechen. Der vielleicht trivialste liegt auf der Hand: Käme es beispielsweise zum einem Split im Verhältnis 10:1, so wurde eine Amazon-Aktie nur mehr 100 US-Dollar kosten, was natürlich den Zugang für private Investoren deutlich erleichtern würde. Viel entscheidender dürfte jedoch eine andere Überlegung sein: Bis dato gehört Amazon nicht zu dem erlauchten Kreis der „Dow Jones Mitglieder“. Zwar ist der Onlinehändler selbstverständlich im S&P 500 oder natürlich im Tech-Index NASDAQ vertreten, allerdings eben nicht im Dow Jones. Das hat einen einfachen Grund: Der Dow Jones ist kursgewichteter Index und im Gegensatz zum S&P 500 wird eine Aktie im Dow Jones auf Grundlage ihres Aktienkurses eingeordnet. Auf Grundlage des derzeitigen Kurses wäre die Amazon-Aktie gut viermal so stark gewichtet wie der zweitgrößte Wert innerhalb des Dow Jones und würde somit das Gleichgewicht innerhalb des Indexes durcheinander bringen. Eine Aufnahme in den Dow Jones scheint deshalb auf dem aktuellen Kursniveau ausgeschlossen. „Sofern Amazon tatsächlich in den Dow Jones aufgenommen werden will, führt an einem Aktiensplit kein Weg vorbei. Dasselbe gilt übrigens für Alphabet. Ein Aktiensplit im Verhältnis von 10:1 oder vielleicht sogar 20:1 scheint vor diesem Hintergrund ein durchaus realistisches Szenario“, so Roland Hirschmüller, Chefhändler Auslandsaktien bei der Baader Bank an der Börse Stuttgart. Zwar gibt es auch nach einem vollzogenen Aktiensplit keine Garantie auf eine Aufnahme in den Dow Jones. Doch die Chancen würden signifikant ansteigen.