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Analysten geben sich euphorisch · 31. Mai 2017

Rocket Internet: Zündet jetzt die nächste Stufe?

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Quelle: Rocket Internet/Presse
Rocket Internet schreibt immer noch empfindliche Verluste. Allerdings nicht mehr ganz so stark wie zuletzt, was zumindest heute an der Börse mit Wohlwollen aufgenommen wird.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Rocket Internet hat heute Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das Positive vorweg: Die aggregierten Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf 617 Millionen Euro. Das Negative: die aggregierte EBITDA-Marge ausgewählter Unternehmen verbesserte sich zwar ebenfalls leicht, allerdings liegt diese noch immer bei minus 14,7 Prozent. In nackten Zahlen bedeutet das, dass Rocket Internet bei einigen ausgewählten Startups noch immer einen Verlust in Höhe von 100 Millionen Euro schreibt. Allerdings sind das immerhin gut 20 Millionen weniger als zuletzt.

Drei Beteiligungen sollen Gewinnzone erreichen

Trotz der – gemessen am Umsatz – horrenden Verluste, gibt man sich bei Rocket Internet kämpferisch: „Wir sind davon überzeugt, dass unsere ausgewählten Unternehmen in diesem Jahr weitere Fortschritte auf dem Weg in Richtung Profitabilität verzeichnen und in nachhaltiges Wachstum investieren werden,’’ so Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet. Laut Einschätzung von Oliver Samwer sollen bis zum Jahresende drei Beteiligungen die Gewinnzone erreichen. Einer der groeßn Hoffnungsträger für die kommenden Monate ist die Beteiligung an der „Delivery Hero Group“. Zu dieser Beteiligung gehören recht bekannte Namen wie „Lieferheld“, „Pizza.de“ oder auch „Foodora“. Am Markt wird bereits spekuliert, dass „Delivery Hero“ noch in diesem Jahr den Weg an die Börse finden könnte. Zumindest das Umsatzwachstum konnte sich bei „Delivery Hero“ zuletzt durchaus sehen lassen. Dieser konnte im ersten Quartal mit 121 Millionen Euro fast verdoppelt werden. Die Umsätze bei „HelloFresh“ konnten zuletzt zwar ebenfalls um mehr als 45 Prozent gesteigert werden, allerdings liegt die EBIT-Marge bei minus 14,4 Prozent.

Aktie feiert Comeback

Nach einer kleinen Durststrecke feierte die Rocket Internet Aktie in diesem Jahr ein kleines Comeback. Allein auf Monatssicht konnten die Anteilsscheine um fast 30 Prozent zulegen. Dabei wird die Aktie derzeit nicht so sehr von fundamentalen Zahlen angetrieben, sondern, wie es aussieht, vor allem von aufkeimender Fantasie. Wie weiter oben bereits erwähnt, könnte die Rocket Internet Beteiligung „Delivery Hero“ in den kommenden Monaten den Weg an die Börse anstreben, was dem Samwer-Konzern durchaus lukrative Perspektiven eröffnen könnte. Der Börsenwert des Lieferdienstes wird aktuell auf rund 3,5 Milliarden Euro geschätzt. Die 30prozentige Beteiligung von Rocket Internet wäre somit mehr als eine Milliarde Euro wert. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Beteiligungen an „Hello Fresh“. Auch hier gehen Beobachter mittlerweile davon aus, dass ein neuer IPO-Versuch unternommen werden könnte. Da Rocket Internet in diesem Fall gleich 52 Prozent der Anteile hält, könnte ein möglicher Börsengang eine weitere Milliarde in die Kassen spülen.

Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

Trotz der eher durchwachsenen Zahlen zeigen sich auch die Analysten in Bezug auf die Aktie von Rocket Internet optimistisch. So sprach vergangene Woche das Analysehaus Warburg Research eine Kaufempfehlung für die Beteiligungsgesellschaft aus. Das Kursziel von Analyst Lucas Boventer bleibt dabei unverändert bei 37 Euro. Das größte Kurspotenzial sieht jedoch die Berenberg Bank. Analystin Sarah Simon bestätigte Ende April ihr Kursziel von 53 Euro. Auf dem heutigen Niveau wäre dies ein Kurspotenzial von sage und schreibe fast 150 Prozent.