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IPO in weiter Ferne? · 01. Juni 2017

Uber schreibt weiter Verluste

Taxis im Sonnuntergang auf den Straßen New Yorks
Quelle: cla78/Shutterstock
Tiefrote Zahlen und trotzdem zufrieden. Der umstrittene Fahrdienstleister Uber legte heute Morgen Zahlen für das abgelaufene Quartal. Zwar werden die Verluste langsam etwas weniger, dennoch bleiben diese horrend.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Im Vergleich zum Vorjahr sank der Verlust bei Uber von 991 auf 708 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen dem „Wall Street Journal“ bekannt gab. Im selben Zeitraum konnten allerdings die Umsätze um 18 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar zulegen. Die Zahlen bleiben allerdings vage und sind mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da das Unternehmen bislang noch nicht börsennotiert ist und somit keine öffentlichen Finanzberichte vorlegen muss.

Wann kommt der Börsengang?

Uber gilt eigentlich seit Monaten als einer der heißesten Kandidaten für einen Börsengang. Doch zuletzt zögerte der Fahrdienstleister immer wieder, was am Finanzmarkt nicht unbedingt besonders gut aufgenommen wurde. Und dennoch wir der Wert des Unternehmens auf rund 70 Milliarden US-Dollar taxiert, womit Uber, in Sachen IPO, ein ordentliches Gewicht auf das Parkett bringen würde. Uber hätte sogar das Potenzial einen der größten Börsengange des Jahres hinzulegen. Doch ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist mittlerweile mit zahlreichen Zweifeln behaftet. Denn wenn es darum geht sich frische Liquidität zu beschaffen, so ist Uber nicht unbedingt auf die Börse angewiesen. Seit Gründung des Fahrdienstes hat es Uber geschafft insgesamt rund 13 Milliarden US-Dollar an der Börse vorbei einzusammeln. Ein sehr entscheidender Punkt für einen Börsengang fällt somit weg. In wie weit nun die heute vorgelegten Zahlen das Vertrauen in den Fahrdienst stärken, steht ohnehin auf einem ganz anderen Blatt.

Uber kämpft mit internen Problemen

Dabei kämpfte Uber in den vergangenen Monaten nicht nur mit eher durchwachsenen Zahlen. Die aggressive Firmenkultur dürfte den meisten mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Doch mittlerweile hat Uber auch zahlreiche juristische Verfahren am Hals und kämpft gegen Sexismus-Vorwürfe. All das würde allein vielleicht noch nicht ausreichen das Vertrauen in den Fahrdienst zu schmälern, weitaus schlimmer dürfte in diesem Zusammenhang die Tatsache sein, dass Uber einen wahren „Manager-Exodus“ zu verzeichnen hat. Prominentestes Beispiel war zuletzt Gautam Gupta. Gupta kümmerte sich bislang um die Finanzen bei Uber. Doch nun wechselt auch er zu einem anderen Start-Up. Wie das Wallstreet Journal berichtet, hat Uber allein in diesem Jahr bereits zwölf Führungskräfte verloren oder auch gefeuert. Vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus.