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Wer wagt den Sprung an die Börse? · 01. Juni 2017

Börsengänge: Die 5 heißesten IPO-Kandidaten

Finger auf einer Taste mit der Aufschrift IPO
Quelle: kenary820/Shutterstock
Das IPO-Rad könnte sich in den kommenden Monaten wieder etwas schwungvoller drehen. Nach dem Börsengang von Snap Inc. wurde erstaunlich ruhig. Doch das könnte sich nun ändern. Die fünf heißesten IPO-Kandidaten im Portrait.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Wie in dieser Woche bekannt wurde, strebt die Restaurantkette Vapiano an den Finanzmarkt. Der IPO soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen und insgesamt 85 Millionen Euro durch die Ausgabe von neuen Aktien in die Kasse spülen. Das gesamte Emissionsvolumen dürfte sich, Finanzkreisen zufolge, auf rund 200 Millionen belaufen. Der Börsenwert der Restaurantkette wird aktuell auf rund 600 Millionen Euro geschätzt. Die frische Liquidität will man bei Vapiano vor allem zur weiteren Expansion nutzen, bis 2020 will Vapiano die Anzahl seiner Restaurants auf rund 330 nahezu verdoppeln. Aktuell hat Vapiano 185 Restaurants in mehr als 30 Ländern. Die Restaurantkette erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 248,6 Millionen Euro sowie einen Betriebsgewinn von 28,6 Millionen Euro.

Delivery Hero

Den vielleicht größten deutschen Börsengang des Jahres könnte jedoch vielleicht Delivery Hero auf das Parkett bringen. Wie das Manager Magazin berichtet, befindet sich das Berliner Start-Up bereits auf Werbetour für eine geplante Erstnotiz. Das Manager Magazin berichtet zudem weiter, dass CEO Östberg sein Geschäftsmodell bereits Analysten von Banken präsentiert habe, die das Unternehmen schlussendlich an die Börse bringen sollen. Die entsprechenden Analysten erstellen offenbar bereits Berichte, für eine geplante Roadshow bei Investoren und Fondsgesellschaften, um ein mögliches Interesse an einer Beteiligung abzuklopfen. Dieses sogenannte „Pre-Sounding“ gilt gemeinhin als letzte Vorstufe für den eigentlichen IPO. Da der Prozess offensichtlich schon recht weit fortgeschritten ist, könnte der Börsengang womöglich schon im kommenden Sommer erfolgen. Delivery Hero, in Deutschland vor allem bekannt unter den Marken Lieferheld oder Foodora, kam zuletzt auf einen Umsatz von fast 300 Millionen Euro. Die Bewertung von Deilvery Hero wird, so das Manager Magazin, aktuell auf gut 3,8 Milliarden Euro geschätzt. Wie bereits gestern berichtet dürfte auch Rocket Internet ein vitales Interesse an einem IPO des Lieferdienstes haben (Rocket Internet: Zündet jetzt die nächste Stufe?). Rocket Internet hält aktuell 33 Prozent an Delivery Hero.

Airbnb

Einer der heißesten Kandidaten für einen IPO in den USA ist derzeit das Online-Vermittlungsportal Airbnb. Ähnlich wie bei Uber (Uber schreibt weiter Verluste) wird immer wieder über einen möglichen Börsengang des Unternehmens spekuliert. Gerüchte um einen IPO halten sich bei Airbnb eigentlich bereits seit knapp drei Jahren hartnäckig am Markt. Passiert ist seitdem in dieser Richtung nicht wirklich viel, außer dass Airbnb einen Frontalangriff gegen die Hotelbranche gestartet hat. Mitunter, so ein gern genannter Vorwurf, in einer rechtlichen Grauzone. Doch mittlerweile will das Unternehmen weiter expandieren und neue Geschäftsbereiche aufbauen. Hierzu könnte das Angebot um Ausflugstouren und Restaurantreservierungen erweitert werden. Doch eine Expansion kostet Geld, was in den Augen einiger Beobachter einen Börsengang wieder wahrscheinlicher werden lässt. Der Wert von Airbnb wird aktuell auf 30 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Dropbox

Selbst „Non-Digital-Natives“ kamen in den vergangenen Jahren fast schon zwangsläufig in Berührung mit dem Angebot von Dropbox. Die Cloud-Lösungen von Dropbox erlauben es dem Nutzer Bilder, Videos oder Dokumente auf die Server des Unternehmens zu laden und diese mit Freunden, Bekannten oder auch Kollegen zu teilen. Das Unternehmen wurde bereits 2007 gegründet und kann somit fast schon als „alter Hase“ bezeichnet werden. Wenngleich Dropbox ein eher „konservatives“ Geschäftsfeld bedient und vielleicht nicht so viel Fantasie sprießen lässt, wie es einigen der oben genannten Unternehmen der Fall ist, so hat es Dropbox in den vergangenen Jahren immerhin geschafft recht solide Gewinne zu erwirtschaften. Vor gut drei Jahren wurde der Wert von Dropbox auf knapp 10 Milliarden US-Dollar taxiert. Doch von diesen Größenordnungen hat man sich seither offenbar doch ein gutes Stück entfernt. Aus Angst das Unternehmen könnte nicht dauerhaft profitabel sein, korrigierten einige Analysten ihre Bewertungen recht deutlich nach unten.

Spotify

Gibt es eigentlich noch CDs? Wahrscheinlich schon, aber mittlerweile wird Musik „gestreamt“. Ein Trend, von dem in den vergangenen Jahren insbesondere der Musik-Streaming-Dienst Spotify profitieren konnte. Mittlerweile kommt der Dienst auf rund 100 Millionen aktive Nutzer und 40 Millionen zahlende Kunden. Seit gut einem Jahr halten sich nun hartnäckige Gerüchte, wonach Spotify an die Börse streben könnte. Die Bewertung für Spotify scheint einigen Beobachtern mit acht Milliarden US-Dollar jedoch vergleichsweise hoch angesetzt. Sie befürchten, dass die fundamentalen Rahmenbedingungen mit diesen Vorgaben vielleicht nicht ganz Schritt halten können. Zudem bewegt sich Spotify in einem äußerst wettbewerbsintensiven Umfeld. So sind beispielsweise viele Verträge mit Plattenfirmen bis dato noch nicht abgeschlossen. Zudem ist das Umfeld im „Streaming-Bereich“ ebenfalls äußerst hart. Amazon beispielsweise „verscherbelt“ seinen Musik-Stream für Prime-Kunden quasi als „Dreingabe“.