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IPO noch vor derSommerpause? · 06. Juni 2017

Delivery Hero: Börsenpläne werden konkret

Empfang von Delivery Hero
Quelle: Delivery Hero/Presse
Lange wurde spekuliert, seit gestern ist es offiziell. Der Essener Lieferdienst „Delivery Hero“ strebt an die Börse und drückt dabei mächtig aufs Tempo.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Wirklich überraschend ist es nicht. Wie das Berliner Startup-Unternehmen „Delivery Hero“ bekannt gab, strebt man bereits in den kommenden Monaten den Weg an die Börse an. Wie an anderer Stelle bereits berichtet, befand sich das Unternehmen bereits seit einigen Wochen auf Werbetour für eine geplante Erstnotiz (Börsengänge: Die 5 heißesten IPO-Kandidaten). Während das Unternehmen selbst davon spricht, dass man einen solchen IPO in „den kommenden Monaten“ anstrebt, so rechnen Beobachter damit, dass dieser noch vor der Sommerpause erfolgen könnte. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit.

Börsengang könnte bis zu einer Milliarde schwer werden

Insgesamt will „Delivery Hero“ rund 450 Millionen an frischem Kapital einsammeln. Auch Altaktionäre könnten weitere Aktien ausgeben. Beobachter rechnen damit, dass der Börsengang bis zu einer Milliarde Euro schwer werden könnte, was allerdings vor allem von einem Großaktionär abhängt: Rocket Internet. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, hängt viel davon ab, wie viele Aktien Rocket Internet tatsächlich auf den Markt wirft. Rocket Internet hält aktuell rund 35 Prozent der Anteile an „Delivery Hero“.

Delivery Hero will Marktposition stärken

Vom Börsengang erhofft man sich bei „Delivery Hero“ insbesondere frische Liquidität, um die eigene Marktposition weiter ausbauen zu können. CEO Östberg: „Der Gang an die Börse wird uns ermöglichen, das Unternehmen weiterzuentwickeln und uns zusätzliches Kapital verschaffen, um unsere Führungsposition im Markt für Essensbestellung und -lieferung weiter auszubauen“. Der Umsatz des Lieferdienstes konnte im vergangenen Jahr zwar um satte 71 Prozent auf 347 Millionen Euro gesteigert werden, allerdings lag der operative Verlust bei ebenfalls stattlichen 116 Millionen Euro. Wenngleich das Unternehmen noch immer tief in den roten Zahlen steckt, wird die Bewertung des Unternehmens auf aktuell rund 3,8 Milliarden Euro geschätzt.