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Ausstieg bei Covestro wird forciert · 07. Juni 2017

Bayer zieht sich bei Covestro weiter zurück

Quelle: ricochet64/Shutterstock
Nun soll alles ganz schnell gehen. Mithilfe eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens will Bayer Großinvestoren Covestro-Anteile in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro anbieten.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Bayer macht ernst. Der Ausstieg aus der ehemaligen Kunststoffsparte soll weiter forciert uns vorangetrieben werden. Im Zuge dessen kündigte Bayer an, Covestro-Anteile im Gegenwert von bis zu einer Milliarde Euro am Markt platzieren zu wollen. Darüber hinaus wollen die Leverkusener auch Schuldverschreibungen im selben Gegenwert offerieren. Diese könnten allerdings ebenfalls in Covestro-Aktien umgetauscht werden. Doch damit nicht genug. Rund acht Millionen Covestro-Papiere sollen in den konzerneigenen Pensionsfonds gesteckt werden. Durch die geplante Einlage in den Pensions-Treuhandverein Bayer Pension Trust e.V. würde sich der Anteil der Bayer AG an Covestro um weitere 4 Prozentpunkte verringern.

Vollständige Trennung von Covestro wird forciert

Die Aktienplatzierung und die Begebung der Schuldverschreibungen sind jedoch bereits abgeschlossen, da diese bereits gestern Abend, nach Börsenschluss stattgefunden haben. Das Angebot richtete sich ausschließlich an institutionelle Investoren. Nach Angaben des Bayer-Konzerns will man Covestro weiterhin voll konsolidieren. Das ist insofern kein Problem, da Bayer auch im Zuge der jüngsten Transaktionen weiterhin die Mehrheit bei Covestro-Hauptversammlungen hätte. Allerdings soll das nicht dauerhaft so bleiben. Wie der Konzern noch einmal bekräftigte, will man sich dauerhaft vollständig von Covestro trennen.

Analysten bewerten Bayer-Aktie positiv

Die jüngsten Maßnahmen wurden am Finanzmarkt doch recht gelassen hingenommen. Die Bayer-Aktie reagiert kaum und kann sich über ein bislang recht positiv verlaufenes Börsenjahr freuen. So konnte die Aktie der Leverkusener auf Sicht der vergangenen drei Monate um mehr als elf Prozent zulegen. Zumindest aus Sicht von Analysten scheint der Ausblick ebenfalls zu stimmen. Allein im Mai gab es zuletzt fünf Analystenkommentare für die Bayer-Aktie. Gleich fünf Analysten empfahlen die Aktie dabei zum „Kauf“. In dieser Woche sprach nun auch das Analysehaus Bernstein Research eine Kaufempfehlung für die Bayer-Aktie aus. Analyst Jeremy Redenius bestätigt sein Kursziel von 128 Euro.